Formel 1

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— 10.10.2006

Riskierten Schumis Techniker zu viel?

Weiter Rätselraten um den Motorschaden von Suzuka. Michael Schumacher will nun mit Ferrari die Konstrukteurs-WM gewinnen

Zum Titel "Weltmeister der Herzen" wird es vielleicht nicht ganz reichen. Aber auch wenn Michael Schumacher die Weltmeisterschaft der Formel 1 in Japan so gut wie verloren hat – sein klagloser Auftritt nach dem Motorschaden in Suzuka hat ihm viele Sympathien eingebracht. Weltweit wurde Schumacher für den Umgang mit der Niederlage gegen Fernando Alonso gelobt. Nach dem Japan-Grand-Prix hatte er die Jagd auf den Fahrertitel für beendet erklärt. Auf einen Sieg in Sao Paolo und einen Ausfall Alonsos "will ich nicht bauen", sagte der Ferrari-Pilot.

Den Konstrukteurstitel dagegen hat er nicht abgeschrieben. "In der Teamwertung haben wir zwar neun Punkte Rückstande auf Renault, aber dennoch einige, wenn auch geringe Chancen. Die werden wir nun in Angriff nehmen." Morgen fliegt Schumacher zum Testen ins spanische Jerez. Dort soll der Feinschliff für das Saisonfinale vorgenommen werden. Er will sich in den Dienst der Mannschaft stellen. "Wir haben diesen Titel verdient, denn wir sind das beste Team. In punkto Zusammenhalt sind wir unschlagbar."

Unterdessen haderten Schumachers Ingenieure mit dem Pech. Der erste Motorschaden seit sechs Jahren blieb rätselhaft. "Alle Telemetriedaten waren in Ordnung", wunderte sich Technikchef Ross Brawn. Auch der stellvertretende Motorchef Mattio Binotto hatte keine Erklärung für den Motorschaden in Runde 37: "Es gab keinerlei Hinweise. Irgendetwas muss passiert sein, aber wir haben nicht das Geringste entdecken können." Die Ingenieure wollen den Ferrari nach der Rückkehr in Italien eingehender untersuchen. "Erst wenn wir den Motor auseinander bauen, werden wir sehen, was passiert ist", sagte Binotto. Bei dem unvermittelt aufgetretenen Defekt stimmen zwei Ungereimtheiten nachdenklich.

Die Konstrukteurs-WM im Blick: Jean Todt (re.) und Ross Brawn.

Schumacher fuhr zwar schon das zweite Rennen mit diesem Triebwerk, in Shanghai kam er aber auf zeitweise nasser Piste gar nicht dazu, den Motor wirklich auszulasten. Jeder der knapp 750 PS starken Achtzylinder ist wegen des technischen Reglements auf eine Haltbarkeit von zwei Grand-Prix-Wochenenden ausgelegt. Die Piloten können sie nicht die gesamte Distanz voll beanspruchen. Der Kommandostand gibt nur für gewisse Zeit die maximale Drehzahl frei. Zum anderen werden für gewöhnlich die Triebwerke im Saisonverlauf immer zuverlässiger. Bei allen Teams nimmt die Wahrscheinlichkeit eines Motorschadens ab.

Der Verdacht liegt nahe, dass den Motorenmännern, im Bestreben um Schumachers Aufholjagd zusätzliche PS herauszukitzeln, ein Fehler bei der Qualitätskontrolle unterlaufen ist. Der Deutsche weiß aber, dass das hohe Risiko Teil des Masterplans WM-Titel war. Jean Todt zeigte sich nun tief beeindruckt von seinem Star. "Eigentlich hätten wir ihn trösten müssen", berichtete der Ferrari-Direktor. "Aber er war es, der uns getröstet hat."

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