Ron Denis

Formel 1

— 27.02.2008

Bekommt McLaren einen neuen Boss?

In Barcelona sind die Piloten von McLaren-Mercedes täglich mit Bestzeiten unterwegs. Aber immer deutlicher werden die Anzeichen für einen Wechsel an der Spitze des deutsch-britischen Rennstalls.

Jedes der elf Formel-1-Teams holt sich gerade bei Testfahrten in Barcelona den letzten Schliff für den Saisonauftakt am 16. März 2008 in Melbourne; nur der klamme Super-Aguri-Rennstall musste vorzeitig Koffer packen. Die Japaner verzichten aus Kostengründen auf jeden weiteren Testkilometer, der rund 1000 Euro verschlingt. In der Boxengasse weiter vorn geben sie sich gewohnt spendabel. Nach der Faustformel haben Ferrari rund 7,4 Millionen Euro und McLaren-Mercedes etwa 5,8 Millionen Euro bei Probefahrten bisher in ihre neuen Rennwagen investiert. Ferrari leistet sich dazu den bekanntesten Testpiloten der Branche. Erst in letzter Minute musste sich Michael Schumacher am späten Montagnachmittag auf dem Circuit de Catalunya seinem Ferrari-Nachfolger Kimi Räikkönen geschlagen geben, und selbst Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton war nur etwas mehr als eine Zehntelsekunde voraus.

Der Rücktritt von Ron Dennis steht wohl unmittelbar bevor

Als Edel-Tester und Kenner der Formel-1-Szene immer gefragt: Michael Schumacher.

Schumacher hat als aufmerksamer Beobachter die Entwicklungsphasen der Rennställe verfolgt und zog erstmals öffentlich Schlüsse. Nach den jüngsten Eindrücken sei es ziemlich klar, dass Ferrari und McLaren WM-Favorit seien. Er rechne mit einem erneuten Duell Rot gegen Silber, das in der vergangenen Saison mit lediglich einem Punkt Vorsprung zugunsten der Marke aus Maranello entschieden worden war. "Wir wissen jetzt, wo wir stehen. Es wird sich alles an den Silbernen orientieren. Es wird sehr interessant. Da sind die zwei Rivalen wie im letzten Jahr, hinter einigen anderen stehen noch Fragezeichen, was sie leisten können." Noch bevor im Albert Park die Startampel erlischt, könnte eines der bekanntesten Gesichter von den Kommandoständen der Formel 1 verschwinden. Die spanische Zeitung "Marca" berichtet, dass der Rücktritt von McLaren-Chef Ron Dennis unmittelbar bevorstehe.

Im Fahrerlager munkelt man, dass Mercedes McLaren kauft

Das Gerücht fügt sich zu einem anderen Gemunkel im Fahrerlager: 40-Prozent-Anteilseigner Mercedes kauft McLaren, heißt es. Dennis und Mansour Ojjeh, der Eigentümer der Investmentfirma Tag, halten beide 15 Prozent am Rennstall, 30 Prozent gehören seit einem Jahr der Königsfamilie von Bahrain. Die Marke mit dem Stern lässt verlautbaren, dass sich "am Status quo nichts geändert" hat. Die Indizien für eine sich anbahnende Übernahme sind indes vorhanden. Der neue Silberpfeil MP4-23 wurde am Mercedes-Konzernsitz in Stuttgart vorgestellt. Bei der Enthüllung durfte Dennis Anfang Januar nur ein paar Grußworte loswerden, während Daimler-Chef Dieter Zetsche über Strategie und Zielvorgaben referierte. Offiziell erweist Mercedes Haudegen Dennis den höchsten Respekt, aber schon in den vergangenen Monaten hatte Mercedes seinen Einfluss geltend gemacht, was eine Machtverschiebung nahe legt.

Allein der Intervention aus Untertürkheim war es zu verdanken, dass der Automobilweltverband Fia im Streit mit Dennis über die Spionageaffäre Milde walten ließ. Mercedes-Manager hatten auf das Entschuldigungsschreiben an Mosley gedrängt, das bezeichnenderweise nicht Dennis unterschrieb, sondern sein Stellvertreter Martin Whitmarsh. Whitmarsh, so ist aus Teamkreisen zu erfahren, soll Dennis beerben und Bindeglied zwischen den englischen Mechanikern und den schwäbischen Lenkern sein. Noch gibt es keine Fakten, nur Anzeichen. An der Teststrecke in Barcelona schotteten sich die Silbernen erst mal ab, aus einem ganz anderen Grund: Nachdem vor drei Wochen Lewis Hamilton von spanischen Fans übel beschimpft worden war, ließen die Silbernen den Zugang zu ihrem Motorhome durch einen Zaun sperren.

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