Formel 1: Die Hinterbänkler

Formel 1: 70 Rennen Turbo-Ära

— 18.08.2017

Die Kleinen haben keine Chance mehr

Seit Einführung der aktuellen Turbo-Hybridmotoren sind die drei Topteams überlegener denn je. Für die Mittelfeldteams bleibt kaum mehr was über.

Erst seit zwei Jahren ist das Haas-Team dabei. Der US-Rennstall ist in der NASCAR etabliert, einer sehr umkämpften Rennserie. In den ersten 23 Rennen in dieser Saison siegten dort 14 verschiedene Fahrer. Ganz anders das Bild in der Formel 1: Hier ist die Schere zwischen den drei Topteams Mercedes, Ferrari und Red Bull und dem restlichen Mittelfeld deutlich weiter geöffnet.

Teamchef Gene Haas beklagt gegenüber dem Internetportal Motorsport.com: „Im Mittelfeld liegen wir alle innerhalb einer Sekunde. Aber vor uns sind drei Teams Lichtjahre entfernt. Das ist nicht aufzuholen und daher wirklich deprimierend. Wenn du auf den Plätzen sechs bis 20 fährst, hast du keine Chance zu gewinnen.“

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Seit 70 Rennen sind die aktuellen Turbo-Hybridmotoren im Einsatz. Von den 210 Podestplätzen seither haben die Teams, die in der Konstrukteurswertung die ersten drei Plätze belegten, 196 geholt – also 93%! Nur sieben Prozent der Podiumsränge gehen an die Mittelfeldteams außerhalb der Top-10.
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Zum Vergleich: In den 70 Rennen vor der Hybridära (Türkei 2010 bis Abu Dhabi 2013) fielen auf die Topteams nur 82% der Podestplätze, die Mittelfeldteams konnten in dieser Phase immerhin 36 Mal in die Top-3 fahren. Alleine 2013 holten sie mit 14 Treppchen-Rängen exakt so viele wie seit 2014 in dreieinhalb Jahren!

Noch deutlicher sind die Zahlen vor zehn, 20 und 30 Jahren (jeweils 70 Rennen): Von 2004 bis Europa 2007 fielen 86% der Podiumsplätze auf die Top-3-Teams, von 1994 bis Imola 1998 waren es nur 79% und von 1984 bis USA 1988 sogar nur 68%. In dieser Phase mussten aber auch die Top-3-Teams  insgesamt 153 Ausfälle verkraften, seit 2014 sind die Top-Mannschaften mit 49 Ausfällen deutlich zuverlässiger.  Das alleine ist aber nicht der Grund, wieso die Mittelfeldteams heute kaum mehr eine Chance haben, bei der Siegerehrung teilzunehmen, denn von Türkei 2010 bis 2013 waren die Topteams mit 44 Ausfällen sogar noch zuverlässiger.

Haas kennt das Problem: „Es sind die Teams vorne, die Motor, Getriebe und Autos selber bauen. Sie haben damit automatisch einen Vorteil.“ Die hochkomplexen Turbo-Hybridmotoren sind nämlich schwierig ins Fahrzeug zu integrieren. Wer die Autos samt Innenleben aus einem Guss fertigt ist im Vorteil. Vor allem, weil die Topteams auch über ein deutlich größeres Budget verfügen.

Formel 1: Die Hinterbänkler

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

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