Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz verzeichnet im Kerngeschäft Wachstum

Formel 1

— 15.02.2009

Mateschitz: "Die ganze Formel 1 hinterfragt sich"

Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz über seine Hoffnungen für die neue Saison, die Sparmaßnahmen und die Pläne mit Toro Rosso

Als Besitzer von gleich zwei Teams in der Formel 1 ist Dietrich Mateschitz eine wichtige Figur im Grand-Prix-Sport. Der österreichische Energydrink-Magnat will in dieser Saison mit seinem A-Team an die Spitze anschließen und im B-Team eine gute Entwicklung der beiden Piloten sehen. "Sébastien Buemi ist nicht nur gut, er ist sehr gut", lobte Mateschitz auf 'kleinezeitung.at' seinen Youngster aus dem hauseigenen Förderprogramm. Er mahnte aber auch: "Jetzt fängt es für ihn erst richtig an."

Für sein Lehrjahr bekam Buemi den erfahrenen Sébastien Bourdais an die Seite gestellt. Nach langem Zittern ergatterte der Franzose nach einer durchwachsenen ersten Saison einen Folgevertrag. "Er hatte im Vorjahr wenig Glück", beschrieb Mateschitz. Der Teambesitzer hatte sich persönlich für eine Weiterverpflichtung stark gemacht. "Wenn wir in jemanden investieren, dann bekommt er von uns auch eine zweite Chance."

Schlechte Zeiten für einen Toro-Rosso-Verkauf

Bei Toro Rosso muss man nicht nur den Abgang von Supertalent Sebastian Vettel verschmerzen, der Red Bull aber immerhin im A-Team erhalten bleibt. Auch Gerhard Berger kehrte der aufstrebenden Mannschaft den Rücken und verkaufte seine Anteile überraschend an Mateschitz zurück. Toro Rosso steht zwar noch zum Verkauf, aber eilig hat es der Besitzer nicht. "Wenn ein seriöser Interessent kommt, werden wir mit ihm reden. Mittelfristig steht Toro Rosso zum Verkauf."

Die Chancen auf einen neuen Investor stehen angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise nicht gerade gut. Mateschitz ist realistisch genug, um zu erkennen, dass er Toro Rosso zumindest noch einige Monate finanzieren muss. Doch das Verbot von Kundenfahrzeugen bedroht die kleine italienische Mannschaft. "Es gibt im Reglement, dass wir unsere Ressourcen nicht mit zwei Teams nutzen dürfen, keinerlei Bewegung", kritisierte der österreichische Milliardär.

Solange Toro Rosso im Besitz von Red Bull ist, will man das Team aus Faenza als Nachwuchsschmiede nutzen. Buemi soll im Optimalfall den gleichen Aufschwung erfahren wie zuvor Vettel. Der Heppenheimer gilt als Riesentalent und hat 2009 offenbar gute Aussichten auf Erfolge im neuen Red Bull RB5. "Ich gehe seit 14 Jahren mit großem Optimismus in jede Saison. Ich sage auch heuer wieder, dass wir ein sehr gutes Auto haben. Dazu haben wir die stärksten Fahrer zusammengespannt."

Waren Renault, Toyota und BMW kurz vor dem Rückzug?

Aus Sicht von Red Bull habe man also alle Puzzleteile für ein erfolgreiches Jahr zusammengefügt. Doch Mateschitz merkte sorgenvoll an: "Bleibt nur der Renault-Motor, der letztes Jahr nicht immer konkurrenzfähig war." Dieser Leistungsnachteil sollte sich aber erledigt haben, weil die Franzosen als einzige Mannschaft ihr Triebwerk nachbessern durften.

Dennoch bleibt leichte Skepsis, denn bei Renault stand angeblich lange Zeit nicht fest, ob es in der Formel 1 weitergeht. Der Mannschaft um Teamchef Flavio Briatore drohte ein ähnliches Schicksal wie dem Honda-Werksteam. "Nicht nur Renault", bemerkte Mateschitz und stellte die prekäre Situation in ihrem gesamten Ausmaß dar, "ebenso Toyota und angeblich auch BMW. Vermutlich hinterfragt sich in Zeiten einer globalen Rezession die ganze Formel 1."

Die jüngsten Sparmaßnahmen, die von der Teamvereinigung FOTA zum Pakte geschnürt und letztlich von der FIA abgesegnet wurden, seien der richtige Weg. Vor allem Privatteams könnten von den Kostensenkungen profitieren, erklärte Mateschitz. "Man hat zwar keine Garantie, dass man sich für 500 Millionen Euro eine Sekunde kaufen kann, aber die Wahrscheinlichkeit ist höher. Solange man am Fun-Faktor spart, ist das notwendig und richtig. Wenn durch Einsparungen das Auto langsam würde, wäre es allerdings der falsche Weg."

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