Jörg Müller verspricht sich von KERS mehr Überholmanöver in der Formel 1

Formel 1

— 16.02.2009

Müller: "Hübsch sehen die Dinger nicht gerade aus"

WTCC-Pilot Jörg Müller über den Look der neuen Fahrzeuggeneration in der Formel 1 und die Einführung grüner Technologien im Rennsport

In der Winterpause vor der Saison 2009 hat sich in der Formel 1 einiges verändert. Nach den umfangreichsten Regeländerungen der vergangenen Jahre haben die Boliden ein neues Gesicht erhalten und warten mit ungewohnten Proportionen auf. Auch unter den Motorhauben finden sich einige neue Elemente, markiert das Jahr 2009 doch die Einführung von KERS. Der ehemalige Formel-1-Testfahrer Jörg Müller findet diese Veränderungen nicht weiter schlimm - sollten sie die Action verbessern.

Doch angesichts der übergroßen Frontflügel und der hoch und schmal angesetzten Heckspoiler musste auch Müller erkennen, dass die Formel-1-Wagen der Generation 2009 wohl zunächst keinen Schönheitswettbewerb gewinnen werden: "Hübsch sehen die Dinger nun nicht gerade aus", sagte Müller gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Das hat es aber in der Vergangenheit schon des Öfteren gegeben."

"Ich kann mich noch daran erinnern, als die Spurbreite von zwei Metern auf 180 Zentimeter verkleinert wurde", kam Müller auf die Regeländerungen im Anschluss an die Saison 1997 zu sprechen. "Damals hat man auch gedacht: 'Wie sehen denn die Wagen aus? Was haben die denn da gemacht?' Im Endeffekt macht man solche Sachen aber, um die Rennen attraktiver zu machen", erklärte der BMW Team Germany Pilot.

"Ich hoffe, dass wir dadurch jetzt mehr Überholmanöver in der Formel 1 sehen werden, denn dann hat sich ja alles gelohnt. Dem Zuschauer ist dann irgendwann auch egal, wie die Dinger aussehen. Man gewöhnt sich daran. Ein schnelles Auto ist schließlich immer ein schönes Auto", meinte Müller. Durch KERS sollen die Wagen für kurze Zeit sogar noch schneller werden. Das Kinetic Energy Recovery System wird 2009 debütieren.

"Grundsätzlich - ökologisch gedacht - ist das eine ganz gute Idee. Ich sehe darin hauptsächlich einen Turbobutton, womit man seinem Auto auf Knopfdruck mehr Leistung verleihen kann. Ich finde es gut, wenn man dadurch mehr Überholmanöver sieht und wenn man auch im Motorsport zeigt, dass man etwas ökologischer zu Werke geht", erklärte der 39-Jährige, der nach den ersten Testfahrten noch keinen Favoriten für 2009 ausgemacht hat.

"Ich habe zwar die Tests mitverfolgt, aber in der Formel 1 weiß man halt nie, wer beim Testen mit wie viel Gewicht unterwegs ist", sagte WTCC-Pilot Müller. "In den vergangenen Jahren hatten Ferrari und McLaren allerdings immer etwas Vorsprung vor den anderen - und den werden sie sicherlich auch zu Beginn dieser Saison wieder haben. Ich hoffe natürlich, dass ein BMW Meister wird. Ich habe aber irgendwie das Gefühl, dass es der McLaren werden wird."

In der Tourenwagen-Weltmeisterschaft fällt Müller ein Titel-Tipp hingegen deutlich leichter: "Ich hoffe, dass ich Meister werde", hielt der einzige deutsche Werksfahrer der WTCC abschließend fest. In seiner fünften Saison beim BMW Team Germany hofft Müller auf den großen Durchbruch - und genießt seine Zeit in der populären Tourenwagen-Serie sehr: "Vom Rennfahren her, ist es das Schönste, was ich je gefahren bin."

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