Formel 1: Die besten Bilder vom Spanien GP

Formel 1: Aero-Änderungen für 2019

Todt kontert Horners Beschwerde

Die Formel 1 ändert 2019 Front- und Heckflügel, um für mehr Überholmanöver zu sorgen. Von Red Bull kommt Kritik, Jean Todt beschwichtigt.
Die Formel 1 wird 2019 langsamer. Um bis zu 1,5 Sekunden pro Runde werden die Autos eingebremst. Grund sind aerodynamische Änderungen, die das Überholen einfacher machen sollen: Vereinfachte Frontflügel mit größerer Spannweite sowie breitere und tiefere Heckflügel sollen für mehr Action sorgen.

FIA-Präsident Jean Todt zu Besuch in Barcelona

Red-Bull-Teamchef Christian Horner aber bringen diese Pläne auf die Palme: „Der Sport ist sehr gut darin, sich selbst ins Bein zu schießen“, spottet der Brite. „Das sind keine kleinen Änderungen. Was vorgestellt wurde, ist ein komplett neues Konzept. Wenn man den Frontflügel ändert, muss man alles dahinter auch ändern. Es wird Millionen kosten das umzusetzen!“ Horners Wut ist nur bedingt überraschend - sein Team um Design-Guru Adrian Newey ist seit Jahren die Messlatte in Sachen Aerodynamik. Fürchtet Red Bull um seine Vormachtstellung?
Horner weiter: „In Melbourne und Barcelona wurde noch nie viel überholt. Ansonsten hatten wir doch dieses Jahr drei tolle Rennen. Man sollte sich lieber die Strecken oder die Reifen anschauen, als den Teams jetzt wieder so eine Mammutaufgabe aufzuladen.“ 

Viel überholt wird in der F1 akutell nur beim Start

Bei Rivale Mercedes ist man überrascht von Red Bulls Anti-Haltung. „Ich dachte Christian kriegt gleich einen Herzinfarkt“, gewährt Silberpfeil-Sportchef Toto Wolff Einblick in das Meeting der F1-Strategiegruppe, bei dem sein Team anders als Red Bull für die Änderung stimmte. „Wir finden, die Vorschläge und die Richtung sehen richtig aus und das wollten wir unterstützen“, so Wolff.
FIA-Präsident Jean Todt verteidigt die bereits abgesegneten Änderungen ebenfalls: „Wenn man merkt, dass etwas schlecht läuft, sollte man eine Lösung finden. Wir alle wollen eine bessere Show und einen besseren Sport, deshalb haben wir jetzt etwas unternommen.“

Tombazis kennt Todt noch von seiner Zeit bei Ferrari

Der Franzose erklärt die kurzfristige Umsetzung so: „Wenn wir damit bis 2021 (zur nächsten großen Reglements-Änderung; d. Red.) warten, haben wir fast drei Jahre, in denen wir wissen, dass es ein Problem gibt, das dem Sport schadet - ohne etwas dagegen zu unternehmen.“
Auch den Vorwurf, dass es keine Beweise für den gewünschten Effekt der Änderungen gibt, will Todt nicht stehenlassen: „Wir haben mit vielen relevanten Ingenieuren gesprochen und gefragt, was man machen kann, damit der Sport besser wird. Das sind die Vorschläge. Nikolas Tombazis (FIA-Aero-Chef; d. Red.) wird sich auch weiterhin mit den Teams und Ingenieuren austauschen, um die Regeln zu optimieren.“

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen