Formel 1: Audi, Aston Martin und Co. im Formel-1-Look

Formel 1: Alfa-Comeback mit Sauber

— 29.11.2017

Alfa Romeo kehrt nach 30 Jahren zurück

Als Titelsponsor und technischer Partner des Sauber-Teams kehrt Alfa Romeo nach 30 Jahren in die Formel 1 zurück. Das sind die Hintergründe.

Ein sechster Hersteller steigt in die Formel 1 ein: Nach Mercedes, Ferrari, Renault, Honda und Aston Martin (als Titelsponsor von Red Bull) kommt auch Alfa Romeo in den GP-Sport – 30 Jahre, nachdem die Italiener als Motorlieferant des Osella-Teams die Königsklasse verlassen haben. Alfa Romeo wird technischer und kommerzieller Partner des Sauber-Teams. Der Rennstall heißt dann offiziell Alfa Romeo Sauber F1 Team.
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Im Heck werden weiterhin Ferrari-Motoren dröhnen. Allerdings werden diese in Alfa Romeo umgetauft und anders als 2017 verwendet Sauber in der kommenden Saison dieselben Triebwerke wie das Werksteam, bekommt also aktuelle Motoren, keine Jahres-Aggregate. Sergio Marchionne, Präsident des Fiat-Chrysler-Konzerns, zu dem die Marke Alfa Romeo gehört, erklärt: „Ingenieure und Techniker von Alfa werden Zugang zum GP-Team erhalten und von der reichen Erfahrung des Schweizer Rennstalls profitieren können.“

Er führt Alfa Romeo zurück in die F1

Zum Comeback an sich sagt Marchionne: „Die Kooperation mit Sauber ist ein markanter Schritt auf dem Weg, die Marke Alfa Romeo neu zu positionieren. Wir freuen uns sehr, dass Alfa Romeo nach mehr als 30 Jahren in die Formel 1 zurückkehrt.“ Der Vertrag gilt für mehrere Jahre.

Wer die beiden Alfa-Romeo-Sauber-Flitzer bewegen wird, steht noch nicht fest. Ferrari-Junior Charles Leclerc (Formel-2-Meister) ist als Fahrer so gut wie gesetzt, daneben dürfte Marcus Ericsson an Bord bleiben. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass mit Antonio Giovinazzi ein weiterer Ferrari-Junior andocken wird.

Kommentar von AUTO-BILD-MOTORSPORT-Redakteur Michael Zeitler
Für die Formel 1 ist die Rückkehr von Alfa Romeo eine gute Nachricht. 1950 stellte die Marke mit Giuseppe Farina den ersten Weltmeister, legte 1951 mit Juan-Manuel Fangio nach. Die weiteren GP-Auftritte waren nicht mehr so erfolgreich. Trotzdem nimmt der Hersteller mit zehn Siegen als Team Platz 13 in der ewigen Bestenliste ein. Bei 110 WM-Rennen stand das Team am Start, als Motorlieferant war Alfa Romeo sogar bei 214 Rennen dabei (zwölf Siege).

Doch alarmierend ist: Von sechs involvierten Herstellern 2017 bauen nur vier selbst Motoren. Aston Martin und Alfa Romeo sind de facto nichts weiter als Sponsoren. Sie zeigen, dass es viele Autokonzerne gibt, die Interesse an der Formel 1 haben, aber sie werden von den hohen Kosten und der komplexen Technik abgeschreckt. 2021 sollen deswegen neue Regeln her, die Kosten senken und das Feld enger zusammenführen. Dann aber muss Alfa Romeo auch ein eigenes Triebwerk bauen, ansonsten wäre das sportlich feige.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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