Formel-1-Weltmeister-Comebacks

Formel 1: Alfonso de Portago

— 09.05.2017

Vom Springpferd zum springenden Pferd

Lange vor Fernando Alonso galt Alfonso de Portago als bester spanischer Rennfahrer. Der Adelige war ein Playboy, vielseitiger Sportler und waghalsiger Formel-1-Fahrer.

Fernando Alonso will die Triple Crown, also Siege beim Monaco-GP (schon erledigt), beim Indy 500 und beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans – den drei größten Rennen der Welt. Nur Graham Hill hat das bisher geschafft. Der vielseitige Alonso? Da können Zeitzeugen von Alfonso de Portago nur lachen.

Der Spanier hatte sieben Vornamen, dazu eine lange Adelsbezeichnung – doch auf gutes Benehmen, politische Auftritte und Galaabende pfiff Alfonso de Portago. Er wollte leben, genoss sein Playboy-Dasein und hatte ein mörderisches Hobby nach dem anderen. Schwimmen, Wasserski, Kunstfliegen – in fast allen Disziplinen sind abenteuerliche wie waghalsige Anekdoten über De Portago festgehalten. Doch in allen Disziplinen hatte er Erfolg. Bei den Olympischen Winterspielen 1956 erreichte er mit der spanischen Nationalmannschaft Rang vier im Bob, bis heute die beste spanische Platzierung in dieser Disziplin.

13 spanische Formel-1-Piloten gab es bisher

Im Springreiten kommen 30 Einzelsiege dazu. Die Abenteuerlust wurde ihm in die Wiege gelegt: Ein Vorfahr ist Alvaro Núñez, der im 16. Jahrhundert Amerika zu Fuß durchquerte. Bei einer solchen Risikobereitschaft ist es kein Wunder, dass Alfonso de Portago bald auch den Rennsport für sich entdeckte. Vom Springpferd zum springenden Pferd, denn alle seine fünf WM-Rennen in der Formel 1 bestritt er für Ferrari. Enzo Ferrari hatte eine Schwäche für Piloten, die nach dem Motto lebten „Auto an, Gehirn aus“.
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Eigentlich hatte Alfonso de Portago gar kein Gefallen an Autos gefunden: „Für mich sind sie nichts weiter als ein Transportmittel von A nach B.“ War es die Furchtlosigkeit, die ihn zum Rennsport führte? „Blödsinn. Alle denken immer, ich habe vor nichts Angst. Dabei habe ich schon die Hosen voll, wenn ich eine viel befahrene Straße überqueren muss.“

Alfonso De Portago war ein vielfältiger Sportler

De Portago war eigentlich nur als Ersatzfahrer dabei. Er fuhr einen dritten Wagen, den er immer dann an seine Teamkollegen Juan-Manuel Fangio oder Peter Collins übergeben musste, wenn diese ausgeschieden sind. Das war damals noch erlaubt. In vier von fünf Rennen teilte sich De Portago das Auto mit einem anderen Piloten – auch bei seinem zweiten Platz im englischen Grand Prix 1956.

Was aber immer deutlich wurde: De Portago hat Talent. Stirling Moss erklärte damals: „Er ist einer von zehn Fahrern, denen die Zukunft gehört.“ De Portago war anderer Meinung: „So lange Fangio weiterfährt, wird kein anderer mehr Champion.“ Er wollte nur eines: Einmal Weltmeister werden. „Dann höre ich auf“, sagte er damals. „Denn wir sind jeden Sonntag dem Tod so unglaublich nahe – dabei will ich mindestens 105 Jahre alt werden.“ Er wurde letztlich nur 28 Jahre alt, da er wegen eines Reifenschadens mit seinem Ferrari-Sportwagen 1957 bei der Mille Maglia tödlich verunglückte.

Alfonso de Portago hat sich selbst immer als den farbenprächtigsten Rennfahrer aller Zeiten bezeichnet. Mit Alonso und Carlos Sainz jr. starten am Sonntag beim Spanien-GP in Barcelona zwei Spanier, 13 spanische Piloten bestritten bereits WM-Rennen – aber keiner war so einzigartig wie Alfonso de Portago.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

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