Fernando Alonso und Renault

Formel 1: Alonso kommt als Le-Mans-Sieger

Abschied in Richtung Indianapolis?

Siege in Monaco und Le Mans: Zwei Teile der Triple Crown hat Fernando Alonso zusammen. Fehlt noch der Indy-Erfolg. Was macht Alonso 2019?
So langsam gewöhnt sich Fernando Alonso daran: „Seit vier Wochen sprechen die Leute um mich herum französisch“, grinst der Spanier am Donnerstag in der Pressekonferenz vor dem Frankreich GP und lässt seinen hektischen Reiseplan der letzten Wochen Revue passieren: „Monaco, Le Mans, Montreal, Le Mans, Le Castellet...“
Die letzte Reise zum F1-Comeback in Südfrankreich dürfte Alonso aber besonders leicht gefallen sein: Der Spanier kommt als frischgebackener Le-Mans-Sieger. „Es fühlt sich großartig an. Es war lange Zeit mein Traum, dort zu fahren und nun hatte ich beim ersten Versuch gleich ein wettbewerbsfähiges Team. Es war ein Rennen zwischen unseren beiden Autos, am Ende hatten wir etwas mehr Glück und das bessere Set-Up“, schwärmt Alonso.

Gute Laune: Fernando Alonso in der Donnerstags-PK

Nach den Siegen in Monaco (2006, 2007; d. Red.) und dem Le-Mans-Triumph mit Toyota fehlt Alonso jetzt nur noch das Indy 500 zur begehrten Triple Crown des Motorsports. „Natürlich fühlt sich Indy jetzt sehr attraktiv an. Das habe ich aber auch letztes Jahr schon gesagt“, so Alonso. 2017 versuchte sich der Spanier erstmals in Indianapolis, führte sogar zwischenzeitlich, fiel dann aber aus.
Im Fahrerlager wird nun spekuliert, ob sich Alonso 2019 ganz aus der F1 zurückzieht, um zur bestmöglichen Vorbereitung die komplette IndyCar-Saison zu bestreiten. „Ich bin noch dabei, den Le-Mans-Sieg zu genießen und denke noch nicht so viel über nächstes Jahr nach“, winkt Alonso auf Fragen zu seiner Zukunft ab.
Eine Deadline für die Entscheidung setzt sich Alonso nicht: „Wir müssen noch ein paar Monate warten und sehen, was in der Formel 1 passiert, welche Fahrerpaarungen es bei einigen der Top-Teams geben wird“, sagt er. Heißt übersetzt: Alonso spekuliert auf einen Platz bei Mercedes oder Red Bull, sollte Valtteri Bottas gehen müssen, respektive Daniel Ricciardo seinen Vertrag nicht verlängern.

Zieht es Alonso schon 2019 wieder nach Indy zurück?

Problem: Alonsos Chancen, bei einem der beiden Rennställe unterzukommen, tendieren gen null. Bei Mercedes ist er seit seiner Rolle in der Spionageaffäre 2007 in Ungnade gefallen, Red Bull hat unter der Woche gerade die Zusammenarbeit mit Honda für die nächsten beiden Jahre bekanntgegeben. Nach drei Jahren erfolgloser Partnerschaft mit McLaren, war Alonso einer der größten Fürsprecher für die Trennung McLarens von Honda vor dieser Saison. Das haben die Japaner sicher nicht vergessen...
Die Zeichen stehen damit auf Abschied: Dann kann Alonso endlich dem dritten Stein an seiner Krone hinterherjagen, anstatt sich in der Formel 1 weiter den Zacken aus der Krone zu brechen. „Für mich geht es hier am Wochenende darum, Siebter (hinter den drei Top-Teams; d. Red.) zu werden“, sagt Alonso süffisant: „Das ist das große Problem der Formel 1.“ Vor allem aber seines.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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