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Formel 1: Alonso nach Crash unverletzt

— 20.03.2016

„Bin froh am Leben zu sein“

Schock-Start in die neue Formel-1-Saison: Fernando Alonso erlebt einen Horrorunfall. Auch Vettel und Rosberg geschockt. Das sagen die Beteiligten.

Runde 17 im Albert Park zu Melbourne: Die Formel 1 in Schockstarre! Zuschauer und Verantwortliche halten gleichermaßen den Atem an, die Kameras zeigen ein völlig zerstörtes Auto auf dem Dach liegend. Schnell wird klar: Es ist der McLaren-Honda von Fernando Alonso. Schnell zeigt sich glücklicherweise auch: Der Spanier scheint unverletzt zu sein. Während Alonso sich erst erst einmal vorbeugt und tief Luft holt, eilt Unfallgegner Esteban Gutierrez zum Spanier. „Als sich der Staub verzogen hat, habe ich im Rückspiegel sein Auto gesehen. Ich hatte Angst um ihn und bin sofort aus meinem Auto raus und auf ihn zu“, schildert der Mexikaner wenig später und immer noch etwas blass um die Nase die Sekunden nach dem Horrorcrash von Melbourne.
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Villeneuve vor 15 Jahren: Unfall an der gleichen Stelle

Erinnerungen werden wach: Vor genau 15 Jahren ließ an der gleichen Stelle in Kurve drei Streckenposten Graham Beveridge sein Leben. Der Unfall damals: Vergleichbar mit dem von heute. 2001 fuhr Jacques Villeneuve im BAR-Honda auf das Heck von Ralf Schumacher im BMW-Williams auf, krachte in die Fangzäune. Ein umherfliegendes Rad erschlug den Streckenposten. Das trauige Rennen vor anderthalb Jahrzehnten war das Grand-Prix-Debüt des jungen Alonso im Minardi! Anno 2016 war es wieder ein Honda, der durch die Luft segelte - nun mit dem zweifachen Weltmeister am Steuer. „Es war ein erschreckender Moment, wirklich ein angsteinflößender Crash. Ich bin sehr froh, überhaupt hier zu stehen“, sagt Alonso rund eine Stunde nach seinem Mega-Abflug zu den Reportern. Der Spanier: „Ich bin dem Sicherheitsteam und der FIA dankbar, dass ich am Leben bin!“

Rosberg sieht Unfall in der Pause

Direkt im Anschluss an den Unfall ging es für Alonso ins Medical Center zum Check. „Es ist alles in Ordnung. Natürlich habe ich etwas Schmerzen am Knie, weil man im Cockpit so durchgeschüttelt wird, aber ansonsten sollte alles gut sein“, so der 32-Jährige nach seiner 'Flugeinlage': „Man sieht nur Himmel, Erde, Himmel, Erde... und weiß nicht wo man landet. Man will einfach nur, dass es aufhört, aber alles läuft wie in Zeitlupe ab“, verrät Alonso und erklärt: „Ich bin schnell aus dem Auto gekrochen, damit die Leute zu Hause sich nicht zu große Sorgen machen. Aber dann wusste ich erst einmal nicht, wo ich war, weil es soweit von der Strecke entfernt war. Ich habe mir gedacht: 'Du bist ganz schön weit geflogen!'“
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Sekunden nach dem Crash: Alonsos Auto ist Schrott

Melbourne-Sieger Nico Rosberg findet: „Super zu sehen, wie sicher die Autos heute sind und dass Fernando nichts passiert ist. Der Unfall sah heftig aus. Ich habe das in der Pause (Rennunterbrechung nach dem Crash, d. Red.) zufällig im Fernseher gesehen. Für die anschließende Konzentration nicht gerade ideal“, schmunzelt der Rennsieger. Auch Landsmann Sebastian Vettel war geschockt vom Anblick des Unfallortes. „Es war absolut richtig, sofort zu unterbrechen. Als ich das erste Mal durch die Trümmer dort durchgefahren bin, dachte ich nur, dass abgebrochen werden muss. Dann schaltet man ab und hofft, dass nix passiert ist“, so Vettel.
Experte Marc Surer sieht übrigens keinen Schuldigen für den Crash. „Für mich ist es ein Rennunfall“, sagt der Schweizer. „Alonso saugt sich im Windschatten an, zuckt dann im letzten Moment links raus, an der Stelle, wo man schon bremst.“ Gutierrez aber verändert leicht seine Linie, rechnet scheinbar nicht mehr mit einer Attacke. „Und Alonso hat wahrscheinlich die Strecke nicht mehr gesehen, wegen des Heckflügels vom Vordermann. Dann verfehlt man leicht den Bremspunkt“, weiß Surer. Auch unter den Piloten gibt es nach dem Horrorunfall keine Schuldzuweisungen.
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Erleichterung: Alonso und Gutierrez sind wohlauf

„Wir fahren Rennen und um Punkte, kämpfen gegeneinander“, betont Alonso. „Ich habe so viel versucht wie möglich und auf den letzten Moment gewartet, um zu überholen“, erklärt er den Ablauf aus seiner Sicht, nimmt Gutierrez aber in Schutz. „Es ist schwer im Spiegel den Überblick zu behalten und zu sehen, was der andere macht.“ Unfallgegner Gutierrez meint: „Man konnte heute sehen, wie gefährlich dieser Sport sein kann. Aber am wichtigsten ist, dass es uns beiden gut geht“ Und auch Alonso findet: „Zwar haben wir leider das Auto und den Motor verloren. Aber das Beste heute ist, dass ich hier stehen und reden kann.“

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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