Testfahrten in Barcelona

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Formel 1: Alonso platzt der Kragen

— 08.03.2017

„Alle bereit zum Siegen - außer Honda!“

Fernando Alonso wütet mal wieder gegen McLarens Motorenlieferanten Honda. Die Japaner kriegen ihr Aggregat nicht hin und vom Spanier dafür ihr Fett weg.

Keine Besserung in Sicht: Auch in der zweiten Testwoche der Formel 1 verdichten sich die Anzeichen, dass McLaren-Honda das nächste Seuchenjahr ins Haus steht. Bisher liefen die Testfahrten für das Traditionsteam aus Woking alles andere als reibungslos. Auch am Mittwoch schaffte man nur die zwölftschnellste Zeit, mit fast vier Sekunden Rückstand auf die Spitze, und lediglich 46 magere Runden - ein technisches Gebrechen am Antrieb hatte dazu geführt, dass Fernando Alonso lange in der Garage stand anstatt zu fahren. Anschließend platzte dem Spanier der Kragen.

Fernando Alonso kann über Honda nur noch lachen

Vor der versammelten Presse faltete er die Ingenieure von Motorenpartner Honda zusammen. „Alle bei uns im Team sind bereit zum Siegen – alle außer Honda“, polterte der Spanier nach dem drittletzten Testtag des Winters. Denn McLaren leiste keine schlechte Arbeit. „Wir sind auf Chassis-Seite gar nicht so weit hinten. Wir haben nur ein Problem: Und das ist die Power-Unit.“ Alonso süffisant: „Es gibt keine Power und auch keine Zuverlässigkeit. Wir sind auf den Geraden 30 km/h langsamer - auf jeder Geraden!“

Erschreckend: Die Zahlen von der Strecke bestätigen Alonsos drastische Einschätzung, der McLaren-Star übertreibt keineswegs. Während Mercedes-Pilot Valtteri Bottas am Mittwoch auf 338,5 km/h Topspeed kam, schaffte Alonso im McLaren gerade mal 312,1 km/h. Auch die Konkurrenz von Ferrari und Renault hat mehr als 15 km/h Polster auf Honda.

Das Speed-Defizit von McLaren ist frappierend

Abgesehen vom Offensichtlichen, zieht das für Alonso noch ganz andere Probleme nach sich. Auch die Testmöglichkeiten seien dadurch limitiert. „Wenn man so viel langsamer ist, ist es schwer, ein Gefühl für das Auto zu bekommen. Alles fühlt sich gut an. Aber bleibt das auch so, sollten wir jemals mit normaler Geschwindigkeit ankommen? Keiner weiß, was dann passiert“, erklärte der Weltmeister von 2005 und 2006.

Der Frust sitzt jedenfalls tief beim Spanier – tiefer noch als in den Vorjahren. „Weil man mit den neuen Regeln natürlich größere Hoffnungen hat, dass man die Lücke über den Winter schließen kann“, gibt Alonso zu. Aktuell sieht er McLaren im Kräftegleichgewicht ungefähr da stehen, wo der Rennstall auch 2016 schon war. „Wir müssen uns definitiv verbessern. Die Situation ist weit entfernt vom Idealzustand, denn wir sind ein großes Team. McLaren hat diesen Sport viele Jahre lang dominiert“, erinnert sich Alonso.

Auf den Geraden verhungert Alonso bei den Tests

Doch diese Zeiten sind längst vorbei. „Jetzt brauchen wir eine Reaktion von allen. Die erwarte ich auch vom Team und zwar sofort. Wir müssen stark zusammenhalten und eng miteinander arbeiten“, fordert der 35-Jährige. Vor dem Hintergrund seines Angriffs auf Honda klingen diese Worte fast wie Hohn. In Sachen Galgenhumor setzte Alonso dann sogar noch einen drauf. Auf die Frage, ob man mit den neuen schnelleren Autos Kurve drei in Barcelona jetzt voll fahren kann, antwortete er vielsagend: „Klar. Mit unserem Mangel an Motorleistung können wir hier sowieso jede Kurve Vollgas fahren...“

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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