Ferrari

Formel 1: Alonso schreibt WM ab

— 05.07.2014

Ferrari-Star trotzdem der Beste?

Die Scuderia in der tiefen Krise: Beide Ferraris im Silverstone-Qualifying in Q1 raus - Star-Pilot Alonso muss den Titel abschreiben und könnte sogar wechseln.

Er war noch nicht einmal besonders enttäuscht... Fernando Alonso startet morgen in den Großen Preis von Großbritannien von Startplatz 19. Ferrari hat – wie Williams – den einsetzenden Regen unterschätzt und beide Fahrer mit Slicks auf die Piste geschickt. Da waren Räikkönen und Alonso völlig überfordert. Anschließend zuckte der Spanier lustlos mit den Schultern. „Wir können nichts anderes machen als hart zu arbeiten. Wenn die Williams morgen attackieren, hänge ich mich an sie dran. Überholen kann ich sie aber nicht.“ Dann kamen die Worte der Kapitulation. Auf die Frage, ob er noch Chancen in der Weltmeisterschaft sehe, antwortete Alonso mit einem klaren: „Nein. Und ich denke, dass jeder außer der beiden Mercedes-Fahrer lügt, wenn er etwas anderes sagt.“

Neuer Teamchef überfordert

Auch in seinem fünften Ferrari-Jahr wird Alonso den WM-Titel verpassen. Zu viel geht schief bei der Scuderia aus Maranello. Das Auto ist nicht schnell genug, dem Antrieb fehlen die nötigen PS. Schuld ist offenbar eine Fehlplanung mit einem zu kleinen Turbolader. Nach Ex-Teamchef Stefano Domenicali soll nun auch Motorenboss Luca Marmorini gefeuert worden sein. Das nächste Bauernopfer von Präsident Luca di Montezemolo. Der neue Teamchef Marco Mattiacci wirkt immer noch überfordert. Er spricht kaum und hört lieber zu.

In der Krise stark

Glücklich sieht anders aus: Fernando Alonso ist im Ferrari derzeit ohne Chance auf den Titel

Widrige Umstände, die Alonsos guten Ruf eher fördern. Sky-Experte und Ex-Rennfahrer Marc Surer lobt: „Für mich zeigt Alonso in der Krise wieder einmal, dass er der beste Fahrer ist.“ Wie bitte? Kein Rosberg, kein Vettel, kein Hamilton steht ganz oben auf der Liste von Herrn Surer, sondern der Spanier im lahmenden Ferrari? „Richtig“, bekräftigt Surer, „denn nur in Krisen erkennt man die wahre Qualität eines Fahrers. War der Ferrari schnell, war Michael Schumacher seinen Teamkollegen kaum überlegen. Da konnte auch ein Rubens Barrichello ihn schlagen.“ Hatte Schumacher allerdings eine rote Gurke als fahrbaren Untersatz, konnte ihm kein Beifahrer das Wasser reichen. Surer: „Da war er immer eine Klasse für sich, so wie jetzt Alonso im Duell gegen Räikkönen. Und das schafft er wie sonst kein Fahrer im aktuellen Feld.“

Räikkönen chancenlos

In der Tat: Während Alonso mit 79 Punkten immerhin auf Rang vier der Fahrer-WM liegt, hinkt der Finne auf Rang zwölf mit 19 Zählern hinterher. In China stand der Spanier auf dem Podest. Räikkönens beste Platzierung ist ein siebter Platz. Er wirkt lustlos und demotiviert. Erst am Donnerstag stellte er klar, dass er nach Auslaufen seines Vertrages Ende 2015 seine Karriere beenden werde. Alonso hat den Iceman zum Schmelzen gebracht! Ein Mittel: seine Teamfähigkeit. Angeblich hat er Technikchef James Allison so um den Finger gewickelt, dass der das Auto nach Alonsos Wünschen weiterentwickelt. Räikkönen, der eine stabile Front für seinen Fahrstil braucht, fühlt sich allein gelassen. Erst recht, seit sein Freund Domenicali das Team verlassen hat.

Alonso vor der Flucht?

Ferrari steckt ganz tief drin in der Krise. Der einzige Lichtblick der Scuderia bleibt Fernando Alonso. Doch längst machen Gerüchte die Runde, dass der Spanier wechselwillig ist. McLaren-Honda ist an ihm dran, Mercedes womöglich eine Option, wenn Lewis Hamilton im Duell gegen Nico Rosberg irgendwann die Nerven verliert. Ferrari muss um seinen Superstar kämpfen. Doch das geht nur mit einem besseren Auto...

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

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