Formel 1: Die besten Bilder aus Australien

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Formel 1: Australien GP - Ralfs Fazit

— 27.03.2017

Der beste Vettel aller Zeiten

In seiner neuen Video-Kolumne nimmt unser F1-Reporter Ralf Bach Sie mit ins Fahrerlager: So ordnet er den Australien GP ein.

Der Australien GP ist rum. Ralf beantwortet die wichtigsten Fragen im Video.

Kolumne von Freitag

Es war fast schon Mitleid, als Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko das Minenspiel seines ehemaligen Weggefhrten Sebastian Vettel vom ersten Trainingstag in Melbourne beschrieb. "Sebastian stieg lchelnd wie ein Honigkuchenpferd in den Ferrari ein und wie eine Trauerweide wieder aus. Das sagt mehr als tausend Worte."

Helmut Marko mit seinem Schtzling Daniel Ricciardo

Was Marko meint: Nach den guten Testergebnissen von Barcelona fuhr Deutschlands Formel-1-Hoffnungstrger Nummer eins mit groen Erwartungen zum Auftakt nach Melbourne und in seinem Gesicht spiegelte sich schon nach dem ersten Trainingstag eine gewisse Desillusion wieder. Der groe Traum vom WM-Titel mit Ferrari scheint schon nach dem ersten Trainingstag der 20 Rennen langen Saison wieder weiter weg denn je.

Zu berlegen fuhr Mercedes-Superstar Lewis Hamilton - der Brite war unter gleichen Bedingungen mit den gleichen Reifen eine halbe Sekunde schneller als der deutsche Ferrari-Star - trotz eines Patzers in seiner besten Runde. Auch Vettels Teamkollege Kimi Rikknen, der am Ende mit vier Zehntelsekunden hinter Vettel auf dem vierten Platz landete, haderte mit dem Schicksal. Lautstark unterhielt er sich in der Box mit seinem Renningenieur und deutete immer wieder auf die Hinterachse des aufgebockten Ferrari. Happiness sieht anders aus.

Fest steht: "Hamilton bewegte sich in einer anderen Welt", fasste es Red-Bull-Teamchef Christian Horner knapp zusammen. Positiv ist: Mercedes-Neuzugang Valtteri Bottas kann im Moment dem Tempo von Hamilton noch nicht folgen. Er landete als Dritter zwischen den beiden Ferrari-Piloten und muss sich am Samstag steigern, um eine silberne erste Startreihe im Qualifying zu garantieren.

Der RB13 reagiert noch sehr sensibel auf nderungen

Schlimmer fr Ferrari aber als Hamiltons Tempo: Whrend bei der Scuderia das Potential nahezu schon ausgeschpft scheint, gibt es fr Red Bull in Melbourne noch viel Luft nach oben. Das ehemalige Weltmeisterteam scheint der erste Herausforderer von Mercedes und Hamilton zu sein, nicht Ferrari. "Unser Auto ist sehr schwierig abzustimmen", erklrt Helmut Marko, "wenn wir das Fenster treffen wie im ersten freien Training sind wir vor Ferrari und nah dran an Mercedes. Wenn nicht, wie im zweiten, sind wir dahinter."

Heit: Red Bulls RB 13 ist noch ein Sensibelchen. Wie am dritten Testtag der zweiten Testwoche gingen in Melbourne minimalste Set-Up-Vernderungen nach hinten los. "Wir wollten ein kleines Problem lsen und bekamen ein Groes", so Marko. Pltzlich waren Daniel Ricciardos und Max Verstappens Autos zu wild gewordenen Bestien geworden. "Deshalb werden wir am Samstag wieder zurckbauen", verriet Marko.

Es bleibt die Hoffnung. Dass Ferrari noch ein paar Zehntelsekunden findet und Red Bull wieder das richtige Set-Up. Sonst wird es schwer werden, einen Alleingang Hamiltons in dieser Saison zu verhindern. Marko bleibt optimistisch: "Warten wir doch mal morgen ab", lchelte er. "Da werden wir schon besser aussehen."

Kolumne vom Donnerstag:

Die FIA hatte die vier Fahrer, die nach Meinung der Automobilbehrde momentan die grten Stars der Knigsklasse sind, am Donnerstag vor dem Australien GP zur Pressekonferenz geladen: Fernando Alonso, Sebastian Vettel, Daniel Ricciardo und Lewis Hamilton saen nebeneinander, eng gepfercht wie die Hhner in einer Legebatterie. Aber gleich war klar, wer der Hahn im Korb ist: Lewis Hamilton.

Er sa da wie ein stolzer Massai-Krieger mit schweren Halsketten, die seine Kollegen regelrecht nackt aussehen lieen. Es war seine Kpersprache, die alles ber ihn verriet und mit der er die Stze sagte, die nicht aus seinem Mund kamen: "Ich bin der Platzhirsch hier." "Ich bin der, den sie schlagen mssen aber nicht knnen." "Ich bin der, der sich den Titel zurckholen wird, den ihm 2016 dunkle Mchte gestohlen und einem Millionrsshnchen aus Monaco mit deutschem Pass geschenkt haben."

Hamilton und seine Kollegen in der FIA-Presserunde

Da war er wieder - der Lewis Hamilton, wie ihn alle kennen und sich die meisten sich auch wnschen. Gespickt mit frechen Sprchen. Beispiel: Als Fernando Alonso auf die Frage, was er sich von der Formel 1 wnschte, "Gleiche Motoren!" antwortete, erweiterte Hamilton den Satz des derzeit arg gebeutelten Spaniers. "Gleiche Motoren will ich auch. Aber blo keinen Honda!"

In seiner eigenen Presserunde ging Hamiltons Show vor deutschen Journalisten spter weiter. Er entschuldigte sich dafr dass er mit seinem Deutsch immer noch keine Fortschritte erzielt habe und gab die zwei Worte Preis, die er kannte: "Scheie" und "Dankeschn". Schlielich wollte ich noch wissen, ob es fr ihn im deutschen Team mit einem finnischen Teamkollegen jetzt einfacher sei als mit einem deutschen. Hamilton ganz cool: "Das spielt berhaupt keine Rolle."

Die ganze Zeit wurde der Brite brigens von Starfotograf Paul Ripke begleitet. Richtig, der Momentaufnahmen-Zauberer, der im letzten Jahr noch zum Hofstaat von Nico Rosberg gehrte. Als ich Leica-Paule sffisant sagte, er wechsele aber schnell die Seiten, gab er grinsend und schlagfertig zurck: "Das hast du doch schon letztes Jahr vermutet. Da hast du doch geschrieben, dass sich Lewis eine Leica gekauft hat und jetzt einen Bediener dafr sucht. Den hat er jetzt gefunden."

Kolumne vom Mittwoch:

Der Weg ist das Ziel. Das trifft auch auf ehemalige Formel-1-Weltmeister zu, die sich ihren permanenten Fahrerlagerpass in Melbourne abholen wollen. Gegen Mittag kam mir auf dem Weg zum Akkreditierungsbro Damon Hill entgegen. Wie so oft schwamm der Brite - der Anfang 80er eine Punk-Band names "Hitler and the Hormones" gegrndet hatte, bevor er professionell mit dem Motorsport begann - gegen den Strom. Oder besser gesagt: Er ging. Whrend alle Richtung Norden marschierten, um ihre Formel-1-Arbeitsberechtigung abzuholen, gab Hill den Geistergnger und marschierte Richtung Sden. "Wo ist denn das Bro", fragte Damon etwas orientierungslos, "wo ich meine Pass bekomme?"
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Meine Antwort: "Falsche Richtung, folge mir!" Whrend des zehnmintigen Spaziergangs hielten wir einen gesunden Talk ber Lewis Hamilton und die Formel-1-Welt. Lewis brauche mehr Freiheiten als andere Formel-1-Piloten, erklrte der Weltmeister von 1996, weil er schon im zarten Alter von zwlf Jahren ins McLaren-Juniorteam wechselte und von dem Moment an extrem professionell auf seine Karriere vorbereitet wurde. Alles htte man ihm dort abgenommen, das eigenstndige Denken, sogar die Wahl seiner Frisur. Hamilton htte quasi keine normale Jugend gehabt und msste diese jetzt nachholen. Deshalb htte Lewis jetzt diesen schier unendlichen Freiheitsdrang. Das msse Mercedes bercksichtigen und das Fahrgenie an der langen Leine lassen. Sonst knnten sie ihn verlieren.

Hlkenberg hat Ferrari auf der Rechnung

Im Fahrerlager war spter weniger los als an den Melbourne-Wochenenden in den Jahren zuvor. Die Superstars der Szene zeigten sich noch nicht, am aufflligsten lief Renaults neue Nummer 1 Nico Hlkenberg durchs Paddock. Gut gelaunt begrte er ehemalige Mitarbeiter ehemaliger Teams - und das sind ja immerhin mit Williams, Sauber und Force India schon drei, fr die er in der Formel 1 gefahren ist. Was auffllt: Hlkenberg gibt gerne den Rebellen im Moment, das fngt bei seinen WM-Tipps an: "Ich wette auf Ferrari", grinst er, "das sage ich auch deshalb, weil jeder andere Mercedes sagt. Aber der Ferrari liegt wirklich wie ein Brett, das konnte man bei den Tests in Barcelona sehen. Hlkenberg erklrt: "Nicht nur in den schnellen Kurven - da liegen mittlerweile alle gut - sondern auch in den langsamen Ecken."

In einem hat der Emmericher aber noch Nachholbedarf. Er suchte verzweifelt nach einem Fahrerrad fr sein Streckenstudium. Kurz darauf traf ich Sebastian Vettel. Der Vierfachweltmeister machte sich gegen 18 Uhr zurck auf den Weg ins Hotel - auf einem Fahrrad!

Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance / ABMS

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