Berger & Vettel

Formel 1: Berger schreibt Red Bull nicht ab

— 05.03.2014

Vettel kann Rennen lesen wie kein Zweiter

Sebastian Vettels Ex-Teamchef Gerhard Berger glaubt allen Motorproblemen bei Red Bull zum Trotz auch 2014 wieder an Erfolge seines ehemaligen Schützlings.

Für Ex-Ferrari-Star Gerhard Berger bleibt Red Bull trotz der aktuellen Motorprobleme ein ernstzunehmender WM-Kandidat. „Ich glaube, nach drei Rennen werden sie voll da sein“, sagt der ehemalige Toro Rosso-Teambesitzer in einem interview mit der neuen SPORT BILD. „Red Bull darf man nie abschreiben, denn sie haben phantastische Leute, die sogar Renault helfen können, die komplizierte Elektronik in den Griff zu bekommen.“ Zudem hätten sie „mit Sebastian Vettel den besten Fahrer.“ Berger: „Und ich bin der Meinung, dass er in Zukunft noch besser wird.“

Keine WM nur für Techniker

Der Mentor und sein Schüler: Berger (li.) & Vettel feiern in Monza 2008 den ersten Sieg des Deutschen im Toro Rosso.

Dem amtierenden Weltmeister spiele das neue Regelwerk deshalb sogar in die Hände. „Es wird nicht wie befürchtet eine Meisterschaft nur für die Techniker“, glaubt der Formel-1-Insider, der sich beim Test in Bahrain selbst ein Bild von den Kräfteverhältnissen gemacht hat. „Der Fahrer spielt immer noch eine tragende Rolle. Das fängt beim Reifenschonen an und hört beim Spritsparen auf. Durch die Extrapower der Motoren fahren die Autos öfters quer durch Kurven, die Hinterräder drehen schnell beim Beschleunigen durch. Das belastet extrem die Hinterreifen. Der Fahrer, der dieses Problem am besten lösen kann, wird einen Vorteil haben. Und da sehe ich Vettel vorn. Er kann ein Rennen lesen wie kein Zweiter.“

Mercedes hat die Nase vorne

Für das erste Rennen in Melbourne am 16. März allerdings sieht Berger Mercedes am besten gerüstet. Berger zu SPORT BILD: „Im Moment ist das Mercedes-Werksteam noch klar vorne. Das Auto wirkt kompakt und bildet schon jetzt eine Einheit mit den komplizierten Antriebssystemen. Man merkt, wie gut Mercedes in der Vergangenheit gearbeitet hat, wie gut sie sich auf das neue Reglement vorbereitet haben. Alles wirkt sehr homogen. Sie sind in der Entwicklung einen Schritt weiter als alle anderen.“

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Getty Images

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