Mercedes

Die Karriere von Valtteri Bottas in Bildern

Formel 1: Bottas' größte Chance

— 20.03.2017

"Noch nicht bei Rosberg bedankt"

Valtteri Bottas ist der Gewinner des Transfer-Winters und sitzt jetzt im Weltmeisterauto. Im ABMS-Interview erklärt er, wie es dazu kam und was seine Ziele sind.

Herr Bottas, haben Sie sich bei Nico Rosberg für seinen Rücktritt bedankt?
Valtteri Bottas (27): Nein, obwohl er uns beim Test besucht hat, habe ich das vergessen. Das hätte ich tun sollen (lacht)! Ich weiß, dass ich Glück hatte mit Nicos Rücktritt. Es war immer mein Ziel eines Tages in einem WM-fähigen Auto zu sitzen. Dank ihm ist das nun möglich geworden.

Müssen Sie sich manchmal noch kneifen?
Nein, aber als ich das neue Auto das erste Mal mit meinem Namen sah, habe ich wie ein kleiner Junge im Sandkasten gestrahlt.

Wie haben Sie eigentlich von Rosbergs Rücktritt erfahren?
Das hat auch mich getroffen wie ein Schlag. Aber kurz darauf wurde mir klar: Da ist jetzt ein Cockpit frei im Silberpfeil! Ich war gerade noch in Abu Dhabi im Gym. Da hat mein Trainier eine SMS bekommen. Also bin ich gleich in mein Hotelzimmer und habe Toto (Wolff; d. Red.) angerufen.

Eineinhalb Finnen (Mika Häkkinen und Nico Rosberg; d. Red.) sind in einem Mercedes-angetriebenenAuto Weltmeister geworden. Sind Sie der nächste?
Ich will erst einmal zurückhaltend an die Sache rangehen und die ersten Rennen abwarten. Natürlich ist es für mich eine großartige Chance bei Mercedes zu fahren. Für das Team ist der Sieg das Ziel. Für mich also auch. Und irgendwann möchte ich auch Weltmeister sein. Für solche Ansagen ist es aber noch zu früh.

Valtteri Bottas hatte Mika Häkkinen zum Vorbild

Spüren Sie erstmals in Ihrer Karriere richtigen Druck? Immerhin müssen Sie  jetzt liefern.

Ja, das weiß ich. Und ich kann liefern. Ehrlich gesagt spüre ich nicht mehr Druck als früher. Ich habe einfach das Gefühl, dass mir eine besondere Chance gegeben wurde. Ich darf das bislang beste Auto der Formel 1 fahren. Ich kann damit viel mehr gewinnen als verlieren.

Der Teamkollege ist immer der erste Gegner. Ihrer ist nun Lewis Hamilton
Und ich bin glücklich darüber. Er ist eine richtige Messlatte. Für mich wird es interessant sein zu sehen, wie er das Auto abstimmt, wie sein Fahrstil funktioniert. Ich beobachte jetzt einen dreifachen Weltmeister hautnah bei der Arbeit. Das nicht zu nutzen, wäre dumm.

Warum sind Sie eigentlich F1-Fahrer geworden und kein Rallye-Pilot – wie viele Finnen?
Mika Häkkinen ist schuld. Als er 1998 und 1999 die WM gegen Michael Schumacher gewonnen hat, war er mein Held.

Sie sind Häkkinen auch als Typ ähnlich. Was haben Sie sich  abgeschaut?
Die Zielstrebigkeit. Er hat sich für etwas entschieden und dann hart daran gearbeitet, sein Ziel zu erreichen. Er hat nie aufgegeben, auch nach seinem schweren Unfall nicht. Außerdem seine mentale Stärke. Er war ein cleverer Fahrer. 

Heute gehört er zu Ihrem Management-Team. Wie kam’s?
2008 rief er mich an und wollte mir helfen. Das war schon komisch. Der Typ, den ich immer verfolgt hatte, will mich fördern. Da war ich erst mal baff.

Die Karriere von Valtteri Bottas in Bildern



Welche Tipps gibt er Ihnen?
Er sagt, ich soll mich auf meine Fähigkeiten verlassen. Es ist schon etwas Besonderes für mich, dass mein altes Idol mir hilft. Und jetzt, wo es um alles oder nichts geht, wird er noch wichtiger für mich. Er hat all diese Situationen in seiner Karriere schon durchgemacht.

Wie viel Zeit geben Sie sich, um Hamilton zu schlagen?
Ich habe keinen Tag in meinem Terminkalender angestrichen, an dem es so weit sein soll. Ich will einfach von Anfang an eine gute Leistung abliefern. Ab dem ersten Rennen muss ich voll da sein. Ich gehe auch davon aus, dass meine Lernkurve steil verläuft. Und ich werde nicht in Panik geraten, wenn er zunächst schneller ist.

Allerdings hat Mercedes Ihnen nur einen Einjahresvertrag gegeben. Das könnte also auch eine Karriere-Sackgasse werden.
Ich verstehe die Situation aus Teamsicht. Ich muss mich erst einmal beweisen und zeigen, ob ich gut genug bin für dieses Team und im Gespann mit Lewis.

Hamilton und Rosberg hatten einen hohen Unterhaltungswert. Wie haben Sie sich auf  die  Psychospielchen vorbereitet?
Ich hoffe, mit mir wird es auch spannend (lacht). Ich bin aber kein Politiker. Ich bin ein harter Arbeiter und fokussiere mich auf mich. Ich hoffe jedenfalls, dass Lewis und ich hart und fair gegeneinander fahren werden. Sicher ist, dass ich nicht nachgeben werde.

Mehr zum Thema:
Bottas beschreibt: Mein erstes Mal im Silberpfeil

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Hersteller

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