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Formel 1: Bottas siegt in Österreich

— 09.07.2017

Vettel baut WM-Vorsprung aus

Valtteri Bottas gewinnt in Spielberg vor Sebastian Vettel. Der Deutsche führt nun mit 20 Punkten in der WM vor Lewis Hamilton, der nur Vierter wird.

Der gezähmte Wüterich Sebastian Vettel hat den Formel-1-Sieg in der Mercedes-Hochburg Spielberg verpasst, sich von WM-Rivale Lewis Hamilton aber weiter abgesetzt. Ganz knapp hinter Raketenstarter Valtteri Bottas im Silberpfeil feierte der deutsche Ferrari-Star zwei Wochen nach seinem Wutrempler von Baku am Sonntag mit Position zwei sein bestes Ergebnis in Österreich. Trotz einer Aufholjagd von Startplatz acht schaffte es Mercedes-Mann Hamilton als Vierter hinter Daniel Ricciardo im Red Bull nicht mehr aufs Podium. In der WM-Wertung vergrößerte Vettel seinen Vorsprung auf den Briten nach dem neunten Grand Prix auf 20 Punkte. Mit dem zweiten Karriereerfolg von Bottas hat seit der Rückkehr der Formel 1 in die Steiermark 2014 dort stets ein Silberpfeil-Fahrer gewonnen. Der Finne war von der Pole Position gestartet und musste erst in den Schlussminuten noch einmal zittern. Der wegen seines prall gefüllten Sündenregisters von einer Sperre bedrohte Hesse blieb diesmal auf der Strecke jedoch ganz brav und machte so einen weiteren kleinen Schritt zum fünften Titelgewinn. Nico Hülkenberg als 13. im Renault und Sauber-Pilot Pascal Wehrlein als 14. blieben punktlos.

Die Top-3 am Podium: Vettel, Bottas und Ricciardo

Vor dem Rennen war die Stimmung zwischen Vettel und Hamilton angespannt gewesen. Der Ausraster von Baku, als der Heppenheimer seinem WM-Kontrahenten absichtlich gegen den Reifen gefahren war, hat die Beziehung der beiden Topstars abkühlen lassen. Vettel bat mit Verspätung zwar um Entschuldigung und räumte sein Fehlverhalten ein, doch Hamiltons Ärger scheint noch längst nicht verraucht. Den Mercedes-Mann stört vor allem, dass Vettel bei der nachträglichen Untersuchung des Weltverbands ziemlich ungeschoren davon kam.

Zudem war Hamilton mit einem Handicap nach Österreich gereist. Weil sein Getriebe regelwidrig gewechselt werden musste, war schon vorher klar, dass der dreimalige Weltmeister fünf Startplätze weiter hinten starten würde. In der Qualifikation kam Hamilton dann wegen einiger Fahrfehler nicht über Rang drei hinter Bottas und Vettel hinaus, am Start ordnete er sich daher auf Platz acht ein.

Mit etwas Glück kam Hamilton unbeschadet durch die ersten Kurve. Direkt hinter ihm räumte Toro-Rosso-Fahrer Daniil Kwjat den Spanier Fernando Alonso im McLaren und Red-Bull-Pilot Max Verstappen von der Strecke, der Russe kassierte dafür später eine Durchfahrtstrafe. Den 12 000 extra angereisten Verstappen-Fans, die weite Tribünenteile orange färbten, half das kaum über ihren Schock hinweg. „Es ist sehr enttäuschend“, sagte Verstappen nach dem fünften Aus innerhalb der letzten sieben Rennen.

Hamilton konnte Ricciardo am Schluss nicht knacken

Vorn zog Bottas davon, Vettel konnte nicht mithalten und unterstellte dem Finnen via Boxenfunk einen Frühstart. Auch Ricciardo meldete sich mit diesem Verdacht an seinem Kommandostand. Die Rennkommissare kamen nach langer Prüfung aber zu dem Schluss, dass sich Bottas keines Vergehens schuldig gemacht hatte. Wohl auch aus Sorge vor einer Strafe hatte sich der 27-Jährige da längst mit vielen schnellen Runden einen satten Vorsprung auf Vettel erarbeitet.

Dahinter wühlte sich Hamilton durchs Feld und war bald Fünfter. Zwar klagte der Vorjahressieger über nachlassende Reifen, dennoch tauchte er im Rückspiegel von Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen auf. Allerdings warnte ihn sein Renningenieur wegen der überhitzender Bremsen, Hamilton musste den Angriff vorerst abbrechen.

Nach 32 Runden eröffnete der Brite dann die Phase der Boxenstopps der Spitzenfahrer. Vettel und Ricciardo holten sich kurz danach ebenfalls frische Reifen. Bottas dagegen wurde erst deutlich später von den Mercedes-Strategen zur Garage beordert. Als der Finne zurück auf die Strecke kam, lag er im Ferrari-Sandwich zwischen dem noch auf alten Reifen fahrenden Räikkönen und Vettel, der deutlich aufgeholt hatte.

Doch die Ferrari-Hoffnung, dass Räikkönen seinen Landsmann etwas aufhalten und damit Vettel helfen könnte, erfüllte sich nicht. Bottas zog bei nächster Gelegenheit vorbei und strebte unbeirrt dem Sieg entgegen. Vettel kam in den Schlussrunden zwar noch einmal ganz nahe, für eine echte Attacke aber reichte es nicht mehr.

So lief das Qualifying:

Sebastian Vettel hat die Pole-Position zum Österreich GP knapp verpasst. Der Ferrari-Star musste sich am Samstag im Qualifying von Spielberg um gerade einmal 0,042 Sekunden Mercedes-Pilot Valtteri Bottas geschlagen geben. Für den Finnen war es die zweite Pole-Position in der Formel 1 nach Bahrain in diesem Jahr.

"Ich habe es genossen da draußen. Dann ist das Resultat meistens gut", sagte Bottas. "Das Auto war sehr gut, sehr stabil. Man braucht hier viel Vertrauen in den schnellen Kurven. Das hatte ich und meine Runden wurden immer besser und besser."

Jubel bei Valtteri Bottas nach seiner Pole in Spielberg

Teamkollege Lewis Hamilton kam hingegen nur auf den dritten Platz - und muss nach seiner Rückversetzung wegen Getriebewechsels sogar als Achter starten. "Es geht jetzt um Schadensbegrenzung", räumte der Pole-Mann der vergangenen beiden Jahre ein. Am Samstag war aber so oder so Teamkollege Bottas der schnellere Silberpfeil. "Glückwunsch an ihn, er hat einen tollen Job abgeliefert", so Hamilton.

WM-Rivale Vettel konnte mit seinem zweiten Platz - sicher auch vor dem Hintergrund von Hamiltons Rückversetzung - gut leben. "Ich bin wirklich glücklich, der Wagen war phänomenal und ich freue mich auf das Rennen", sagte Vettel. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat den Heppenheimer in jedem Fall auf der Rechnung: "Sebastian war schon ziemlich stark heute. Ich glaube, dass sowohl ein Ferrari als auch ein Mercedes morgen gewinnen kann."

Während sich Lokalmatador Red Bull - Daniel Ricciardo wurde Fünfter, Max Verstappen nach einem Ausritt ins Kiesbett kurz vor Schluss Sechster - beim Heimspiel mit Reihe drei begnügen muss, war Nico Hülkenberg mit seinem Qualifying zufrieden. Obwohl er die Top-10 als Elfter knapp verpasste: "Es überwiegt trotzdem die Freude über den elften Platz, denn das war das Beste, was wir heute machen konnten", so Hülkenberg. Landsmann Pascal Wehrlein wurde im Sauber 20. und Letzter.

So lief das Abschlusstraining:

Sebastian Vettel geht als haushoher Favorit auf den ersten Startplatz in das Qualifying zum Österreich GP (14.00 Uhr/RTL und Sky). Der Ferrari-Star erzielte im Abschlusstraining in Spielberg mit 1:05.092 Minuten, was gleichzeitig einen neuen Streckenrekord darstellte, die Bestzeit vor WM-Rivale Lewis Hamilton. Der Mercedes-Pilot wurde mit 0,269 Sekunden Rückstand abgewunken. Zudem beklagte Hamilton wie schon am Vortag erneut technische Probleme.

Diesmal zwang ein Problem an der vorderen rechten Bremsscheibe den Briten kurz vor Ende der Session in einen heftigen Verbremser. Der Silberpfeil-Star konnte sein Programm anschließend nicht fortsetzen und musste in der Box bleiben. Hinzu kommt: Selbst wenn Hamilton die Pole holt, wird er nicht von vorne starten! Für einen Getriebewechsel an seinem Mercedes wird der Brite gemäß den Regularien um fünf Plätze in der Startaufstellung zurückversetzt.

Hinter dem Top-Duo Vettel und Hamilton wurden die jeweiligen Teamkollegen Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen Dritter und Vierter im Abschlusstraining. Die Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Daniel Ricciardo mussten sich auf den Rängen fünf und sechs einordnen. Nico Hülkenberg belegte im Renault Platz zwölf, Sauber-Pilot Pascal Wehrlein wurde 20. und Letzter.

So lief der Freitag:

Zwei Bestzeiten und trotzdem kein guter Auftakt in das Spielberg-Wochenende für Lewis Hamilton. Denn wie am Freitagabend bekannt wurde, hat Mercedes den Technischen Delegierten der FIA bereits am Dienstag mitgeteilt, dass an Hamiltons Auto das Getriebe gewechselt werden muss. Weil das Teil keine sechs Rennen lang hielt, muss der Brite zur Strafe am Sonntag in Spielberg fünf Plätze zurück in der Startaufstellung!

Dass der Schaden eine mögliche Spätfolge des Auffahrens von Sebastian Vettel auf Hamilton hinter dem Safety-Car in Baku sein könnte, schloss ein Mercedes-Sprecher indes aus. Im engen Titelkampf stellt die Rückversetzung trotzdem einen empfindlichen Rückschlag für Hamilton dar. Dabei lief es auf der Strecke am Freitag eigentlich ausgezeichnet für den Briten. Hamilton drehte gleich zweimal die schnellste Runde. WM-Rivale Vettel landete nur auf den Plätzen vier und zwei, hatte am Nachmittag etwas mehr als 0,14 Sekunden auf Hamiltons Tagesbestzeit von 1:05.483 Minuten.

"Es war ein guter Freitag", konstatierte Hamilton, wenngleich er einräumte: "Ich habe im zweiten Training zwar etwas Zeit verloren, weil wir am Motor eine Zündkerze ersetzen mussten. Die Jungs haben aber schnell gearbeitet und wir konnten trotzdem das ganze Programm durchziehen. Also gibt es bei uns heute kein Kopfweh." Ob er dieses in Sachen reiner Pace mit zwei Bestzeiten den Gegnern von Ferrari bereitet hat, wollte der Brite nicht mutmaßen. "Wir sehen sicher wieder einen aufregenden Kampf mit ihnen", so Hamilton.

Lewis Hamilton war am Freitag nicht zu schlagen

Trotzdem sollten die Roten gewarnt sein, der Brite kann am Sonntag sicher eine Aufholjagd starten. Hamilton: "Der Wagen fühlt sich hier richtig schnell an. Auch wenn man dazu sagen muss, dass einem diese Strecke hier allgmein besonders stark vor Augen führt, wie schnell die neuen 2017er Autos sind. Wenn du die Runde hier perfekt hinkriegst, ist das schon ein ziemlich geiles Gefühl!"

Dritter hinter Hamilton und Vettel wurde am Freitag der Finne Valtteri Bottas im zweiten Mercedes, der sich dabei wie viele andere Kollegen auch einen Ausritt leistete. Die beiden Red Bulls von Max Verstappen und Daniel Ricciardo sortierten sich beim Aufgalopp zum Heimrennen ihres Teams auf den Rängen vier und fünf ein, wobei den Australier ein Problem mit dem Turbo einbremste. Renault-Fahrer Nico Hülkenberg landete auf Position neun, Sauber-Mann Pascal Wehrlein wurde als 19. abgewunken.

So lief das erste Training:

Der erste Schlagabtausch auf der Strecke nach dem Aufreger von Baku zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton ging klar an den Briten. Hamilton erzielte im Auftakttraining zum Österreich GP am Freitag in Spielberg die Bestzeit. Mit 1:05.975 lag der Brite 0,190 Sekunden vor dem ersten Verfolger, Max Verstappen im Red Bull. Hamilton-Teamkollege Valtteri Bottas kam im zweiten Mercedes auf Rang drei.

Sebastian Vettel wurde zum Auftakt nur Vierter

Vettel sortierte sich als Vierter ein, mit fast einer halben Sekunde Rückstand. Wie auch Verstappen, Kimi Räikkönen und zahlreiche andere Piloten kam Vettel im Training vom Kurs ab. Nach einem Dreher in Turn 1 rollte er kurzzeitig rückwärts über die Strecke. Wenig später beruhigte der Deutsche sein Team aber am Funk. "Ich habe den Kerb auf der Innenseite getroffen und das Heck verloren. Das Auto ist aber okay, es sollte kein Problem sein."

Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull und Räikkönen rundeten die Top-6 ab. Pascal Wehrlein wurde im Sauber 19. und Vorletzter - lag dabei aber satte 1,5 Sekunden vor Teamkollege Marcus Ericsson. Nico Hülkenberg nahm nicht an der ersten Session teil - Renault ließ planmäßig Ersatzfahrer Sergej Sirotkin ran.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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