Formel 1: Die besten Bilder aus Budapest

Formel 1: Bottas spielt Hamilton-Helfer

Wolff rechtfertigt „Wingman“-Spruch

Ein Spruch von Toto Wolff über Valtteri Bottas schlägt in Ungarn hohe Wellen. Der Österreicher beharrt aber darauf: Mercedes hat keine Nummer zwei.
Diesen Spruch hat Toto Wolff wohl schon in der Sekunde des Aussprechens bereut: Im Anschluss an den Ungarn GP bezeichnet der Mercedes-Sportchef Valtteri Bottas als „sensationellen Wingman“ für Lewis Hamilton. Während der Brite in Budapest zum Sieg rast, spielt Bottas dahinter mal wieder rundenlang den Bremsklotz für die beiden schnelleren Ferraris.
Perfektes Teamwork also von der Nummer zwei bei den Silberpfeilen? Bottas allerdings findet den Wolff-Spruch gar nicht so lustig, wird bei den Interviews nach dem GP von einer TV-Reporterin damit konfrontiert. „Wingman tut natürlich weh. Ich denke, wir müssen uns nach diesem Rennen mal unterhalten“, sagt der Finne.

Bottas machte sich möglichst lange vor Ferrari breit

Wolff ist wenig später um Klarstellung bemüht: „Daran sieht man mal wieder, wie Dinge, die nicht direkt von Angesicht zu Angesicht diskutiert werden, komplett außer Kontrolle geraten können“, so der Österreicher. „Von Platz zwei aus startend, war Valtteris Rennen heute das perfekte Wingman-Rennen - und das meine ich nicht mit Bezug auf die WM, denn wir haben keine Nummer eins und Nummer zwei.“
„Es ging einfach nur um sein Rennen. Von meinem Standpunkt aus war das sein bestes für Mercedes in den letzten (anderthalb; d. Red.) Jahren.“ Wolff erklärt: „Valtteris Reifen waren komplett hinüber. Dass er damit Sebastian und Kimi für 25 Runden hinter sich halten konnte, hat uns sehr überrascht. Deswegen ist es auch ein bittersüßes Gefühl, dass er dafür nicht das bekommen hat, was er verdient hätte - nämlich den zweiten Platz.“
Dennoch räumt Wolff ein: „Vielleicht wird ihm das Wort Wingman nicht gerecht. Aber er ist ein sensationelles Rennen gefahren und hat dadurch Lewis geholfen, seine Führung auszubauen.“
Auch Bottas zeigt sich am Sonntagabend versöhnlich, erklärt über seine Kanäle in den Sozialen Medien: „Ich habe nicht um eine Unterredung mit den Bossen gebeten, nur weil Toto mich als perfekten Wingman bezeichnet hat. Dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Ich war einfach enttäuscht von meinem Resultat heute und habe in dem Moment alles negativ gesehen.“
Bottas weiter: „Ich weiß außerdem, was Toto gemeint hat. Und er hätte das Gleiche gesagt, wenn Lewis in einer vergleichbaren Situation gewesen wären. Wir bekommen die gleiche Behandlung und ich vertraue dem Team zu 100 Prozent. Alles gut. Wir pushen weiter!“

Team Lewis: Der Ungarn-Sieger und sein Wingman

Allein: Ausgerechnet Hamilton plaudert nach dem Rennen aus, dass es bei Mercedes bereits vor dem Start eine Absprache gab! „Valtteri und ich haben vor dem Rennen geredet, um sicherzustellen, dass wir beide einen guten Start kriegen. Es ist wichtig, dass wir versuchen, die Positionen zu halten“, sagt Hamilton. „Wenn ich ihn etwa abblocke oder einklemme in der ersten Kurve, gibt das nur den Jungs dahinter die Möglichkeit zu überholen. Deswegen versuche ich, es diesbezüglich nicht so schwierig für ihn zu machen.“
Heißt im Umkehrschluss: Mit einer ernsthaften Bottas-Attacke am Start muss Hamilton wohl nicht rechnen. Auch bei der Strategie zieht der Finne am Sonntag den schwarzen Peter: Als nach 14 Runden Räikkönen stoppt, muss Bottas nur einen Umlauf später ebenfalls rein, um den Ferrari zu covern. Sky-Experte Martin Brundle: „Wir haben heute zwei Teamleader gesehen (Vettel und Hamilton; d. Red.) mit zwei Adjutanten, die sich gegenseitig neutralisieren und früh den Weg frei machen für die großen Jungs.“
Bottas' früher Stopp sorgt dann auch dafür, dass er 55 Runden auf den weichen Reifen bis ins Ziel fahren muss - fünf zu viel, denn nach 65 von 70 Umläufen kann er Vettel und Räikkönen nicht mehr halten, kachelt dem Deutschen beim Zweikampf noch ins Heck.
Vettel fast von Bottas abgeräumt: "Glück, dass das Auto nicht kaputt war"
Mit beschädigtem Frontflügel kommt es anschließend auch noch zur Kollision mit Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo, der Bottas im Duell um Platz vier schlägt. Für diesen Crash kriegt Bottas nach dem Rennen von den Regelhütern eine Zeitstrafe von zehn Sekunden aufgebrummt und zwei Strafpunkte auf die Superlizenz.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.