Formel1 aktuell

Formel 1: Boxengeflüster

— 11.10.2010

Hintergründe aus Japan

Der WM-Kampf spitzt sich zu. Doch beim Großen Preis von Japan hatten Fahrer und Teams noch ganz andere Problemchen.

Wie Ecclestone die Teams austrickste: Seit Jahresmitte wirbt F1-Promoter Bernie Ecclestone für die Uhrenfirma Hublot. In Suzuka hingen an den Garagenmauern jedes Teams erstmals Werbebanner für die Schweizer Uhrenmarke. Den meisten Teamchefs war das bis Samstagabend entgangenen. McLaren-Boss Martin Whitmarsh nicht. Dem Briten war gar nicht recht, dass Ecclestone direkt neben seinem eigenen Werbepartner Tag Heuer für Hublot warb und setzte das als Tagesordnungspunkt auf die Agenda des FOTA-Meetings. Dort beschwerte sich Whitmarsh: "Ich habe Bernie letzte Woche kontaktiert, als ich von seinem Werbevorhaben an unseren Boxenwänden erfahren habe. Er sagte, wir klären das, wenn wir uns persönlich sehen." Whitmarsh dachte, das sei in Suzuka. Umso entsetzter war er, als er zwar die Werbetafeln in Japan vorfand, nicht aber den F1-Boss. Ecclestone nämlich blieb dem Rennen fern. Mercedes-Teamchef Ross Brawn, der sich als Graham-Botschafter wie Red-Bull-Boss Christian Horner (Casio), Renault-Teamchef Eric Boullier (TW Steel) und Williams-Geschäftsführer Adam Parr (Oris) mit dem gleichen Problem wie Whitmarsh konfrontiert sah, machte daraufhin einen ganz pragmatischen Vorschlag: "Ich werde dort einfach einen Feuerlöscher anbringen lassen."

Kaltenborn: Erste Dame als F1-Teamchef?

Die Nachfolge von McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh als FOTA-Präsident tritt im nächsten Jahr der Williams-Geschäftsführer Adam Parr an.

Adam Parr designierter FOTA-Chairman: Ende des Jahres läuft die Amtszeit von McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh als FOTA-Präsident aus. ABMS erfuhr: Williams-Geschäftsführer Adam Parr wird Whitmarshs Nachfolge antreten. Als Vizepräsidentin (derzeit ist das noch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali) will man Sauber-Teammanagerin Monisha Kaltenborn vorschlagen. Es zeichnet sich immer mehr ab: Kaltenborn soll zur Nachfolgerin von Peter Sauber aufgebaut werden und bald die erste weibliche Teamchefin werden. 
48-Millionen-Einstiegsgrenze: Die Teamvereinigung FOTA will das Einstiegspfand für neue F1-Teams wieder einführen. Jeder Bewerber muss dann 48 Millionen Dollar bei der FIA hinterlegen, bevor sein Team für die Königsklasse zugelassen wird. Die FOTA will damit verhindern, dass Träumer wie der Serbe Zoran Stefanovic in die Formel 1 drängen, die zwar viele Ideen, aber kein Geld haben, um ein konkurrenzfähiges Formel-1-Auto zu bauen. Folge: Mehr als zwölf Teams wird es in Zukunft wohl nicht geben.
Button glaubt an Vettel: Der amtierende F1-Weltmeister und McLaren-Pilot Jenson Button gehört auch drei Rennen vor Saisonende noch immer zu den Titelkandidaten. Im Gespräch mit ABMS über seine Konkurrenten wägt er vor allem die Red-Bull-Kandidaten gegeneinander ab: "Ich glaube, (Sebastian) Vettel ist gegenüber Mark (Webber) im Vorteil. Wenn die Red Bull auch in den nächsten Rennen vorneweg fahren, hat Sebastian weniger Druck und wird den Titel holen."

Nick Heidfeld erhielt Liebesbrief in Japan

Nick Heidfeld ist als Blondschopf in Japan sehr gefragt. Ein weiblicher Fan wartete über eine Stunde vor einem Restaurant auf den Deutschen.

Rosberg mit dickem Hals: Wegen starker Regenfälle ist die Qualifikation von Samstag auf Sonntag früh verschoben worden. Hätte sie auch dann nicht stattfinden können, wäre das Rennen in der Reihenfolge der Startnummern gestartet worden. Als Mercedes-Pilot Nico Rosberg das hörte, warnte er: "Dann kriege ich einen echten Hals!" Hintergrund: Anfang der Saison verzichtete der 25-Jährige freiwillig auf die bereits ihm zugeteilte Startnummer drei, weil Michael Schumacher sie aus Aberglauben für sich beanspruchte. Mit seiner jetzigen Nummer vier wäre er im Fall des Falles hinter seinem Teamkollegen gestartet.
Fanhysterie: Japanische Fans sind etwas ganz Besonderes. Bei der offiziellen Autogrammstunde stießen sie Sebastian Vettels Tisch um, Bruno Senna zerkratzten sie sogar die Arme. Der - weil blond - in Japan besonders begehrte Nick Heidfeld bekam am Abend nach seinem achten Platz einen Liebesbrief von einem ganz besonders aufdringlichen weiblichen Fan. Das Mädel wartete anschließend mehr als eine Stunde vor dem Fenster eines Restaurants, in dem Heidfeld zu Abend aß. Erst als ein Heidfeld-Kumpel ihr erklärte, dass der 33-Jährige glücklich verlobt sei und drei Kinder habe, trottete sie davon.

Autor: Bianca Garloff

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