Formel 1

Formel 1: Brawn folgt Ecclestone

— 24.01.2017

Die F1 wird wieder zur Königsklasse

Mit Ross Brawn in der Führungsposition der Formel 1 wird sich die Formel 1 in die richtige Richtung entwickeln. Unser Formel-1-Reporter Ralf Bach erklärt in seiner Kolumne, was sich nun verbessern wird.

Ross Brawn ist nun also der neue starke Mann in der Formel 1. Neben Geschäftsführer Chase Carey wird er sich als sportlicher Direktor um alle sportlichen und technischen Belange kümmern. Ich sage: Der Formel 1 konnte nichts Besseres passieren. Ecclestones diktatorischer Führungsstil, der die Königsklasse in den 70ern zu einem der größten Sportereignisse des Planeten gemacht hat, passt einfach nicht mehr in die heutige Zeit. Gegen das Vermarkten über soziale Medien wehrte sich Ecclestone jahrelang standhaft. Zudem wollte er das Geld über die Rennstrecken eintreiben. Folge: Die Eintrittspreise wurden immer teurer, Traditionsrennstrecken wie der Nürburgring oder Hockenheim können sich die Formel 1 nicht mehr leisten. Auch Monza und Spa kamen aufgrund Ecclestones horrender Antrittsgebühren von bis zu 50 Millionen Dollar immer mehr in die Bredouille.

Das Ergebnis: Ecclestone wich in Länder aus, in denen Diktaturen mit der Formel 1 Werbung machen wollten und seine Forderungen deshalb erfüllten. Das Problem: In Bahrain, Sotschi, Schanghai oder Abu Dhabi blieben die Tribünen zum Teil erschreckend leer. Und leere Tribünen sind auch im Fernsehen nicht sexy. Die Folge in Verbindung mit den vernachlässigten sozialen Medien: Die Kids von heute haben kein großes Interesse mehr, sich Formel-1-Rennen anzuschauen.

Drei für eine bessere Formel 1: Sean Bratches, Chase Carey und Ross Brawn v.l.n.r.

Liberty Media will das alles ändern. Sie wollen Eintrittspreise und Antrittsgebühren senken und zurück zu den Traditionsstrecken gehen. Mit vollen Tribünen, wie früher. Kurse wie Malaysia werden bald gestrichen, der Nürburgring könnte eine Wiederauferstehung erleben. Gut möglich sogar, dass es wieder zwei Rennen in Deutschland gibt. Die Einnahmen wollen die neuen Besitzer der Formel 1 vermehrt aus TV-Rechten generieren. Die Verträge mit RTL und Sky laufen Ende 2017 aus. Allerdings hat RTL hat eine Option auf weitere zwei Jahre.

Sofortmaßnahmen betreffen den Paddock-Club. Bis zu 4000 Dollar pro Wochenende kosteten bisher die Tickets des meist über den Boxen gelegenen elitären Restaurants. Bisher waren dafür nicht mal die Tickets der Fahrer und Teamchefs freigeschaltet. Der Eintritt in den Paddock Club soll jetzt erleichtert werden – und zwar schon vom ersten Rennen in Melbourne an. Auch sportlich wird sich die Formel 1 in Zukunft ändern. Dafür wird Ross Brawn sorgen. Meine Vermutung: Er wird ein Mittelding finden zwischen den für kleinere Teams kaum bezahlbaren und hochkomplizierten High-Tech-Hybridmotoren und den lärmenden Saugern von früher, die auch von unabhängigen Motorherstellern gebaut werden konnten. Die Abhängigkeit der Werke wird sinken, die Attraktivität der Serie für Neueinsteiger erhöht. Dank seines guten Drahts zu FIA-Präsident Jean Todt und den Teams kann er zudem das Regelchaos entwirren. So wird er aus der Formel 1 wieder eine attraktive Show machen. Und das ist auch gut so!

Dazu kommt: Die Einnahmen sollen gerechter verteilt werden. Die neuen Besitzer haben schon angekündigt, Ferrari den Extra-Bonus von 100 Millionen Dollar zu entziehen. Solche Maßnahmen dürften die kleineren Teams stärken und die Formel 1 wieder spannender machen. Die Serie wird wieder zur Königsklasse und heißt nicht nur so! Ich freue mich drauf!

Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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