Formel 1

Formel 1: Brawn im Portrait

— 25.01.2017

Das ist der neue Formel-1-Sportchef

Ross Brawn wird künftig die sportlichen Belange der Formel 1 in die Hand nehmen. Seine bisherige Karriere im Rennsport ist mehr als beeindruckend.

Er tritt in die größten Fußstapfen dieses Sports. Bernie Ecclestone hat die Formel 1 zu dem gemacht, was sie heute ist. Ross Brawn wird nun den Sport in die Nach-Ecclestone-Ära führen. Mit einem strukturierten Plan für die kommenden Jahre will der 62-Jährige die Königsklasse reformieren. Die Expertise dazu hat er – das beweist seine eindrucksvolle Karriere im Rennsport.
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Brawn hat federführend Michael Schumacher zu sieben WM-Titeln und 91 GP-Siegen geführt – und ihn damit auch zum erfolgreichsten Formel-1-Fahrer aller Zeiten gemacht. Der Brite hat die Formel 1 als Mechaniker, Technikchef, Teamchef und Rennstallbesitzer kennengelernt – in kleinen Privatmannschaften und großen Werksrennställen. Brawn hat sich in den Weltmeister-Statistiken für immer verewigt – mit einem Team, das seinen Namen trägt. Nur ein Baustein fehlte ihm noch, der größte überhaupt: Die sportlichen Belange der Formel 1 zu führen.

Als Williams 1978 Brawn in die Formel 1 holte, war er nur zweite Wahl. Der präferierte Mechaniker lehnte ab – Motorsport und die damit verbundenen Reisen um die Welt sagten ihm nicht zu. Also fiel die Wahl auf Brawn. Schnell wurde klar: Dieser Mann ist ein Goldfang für Williams. Er arbeitete sich die Karriereleiter hoch, vom einfachen Mechaniker zum Aerodynamiker in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung sowie im Windkanal. Alan Jones’ WM-Titel 1980 mit Williams war Brawns erste Sternstunde.

Bei Haas und Arrows lernte Brawn das harte Leben im Mittelfeld der Formel 1 kennen. Jaguar lockte ihn daher in die Sportwagen-WM. Für die Raubkatzen konstruierte Brawn sein erstes Auto in leitender Position: Der Jaguar XJR-14 wurde 1991 Weltmeister – und schlug damit auch den Sauber-Mercedes mit Michael Schumacher am Steuer. Als Gegner haben sich Brawn und Schumi hier kennen gelernt, dann gingen sie 1991 gemeinsam zu Benetton in die Formel 1.

Gegner und Superhirn von Michael Schumacher

Er gilt als großer Denker in der Formel 1

Ross Brawn bildete mit Rory Byrne bei Benetton ein perfektes Techniker-Gespann. Michael Schumacher holte sich 1994 und 1995 in einem von den beiden konstruierten Auto die ersten beiden WM-Titel. Dann wechselte erst Schumi, ein Jahr später auch Byrne und Brawn zu Ferrari. Von 2000 bis 2004 war dieses Trio nicht zu schlagen. Es war die Zeit, in der Brawn als Superhirn der Formel 1 Bekanntheit erlangte. Weil er sich die raffiniertesten Strategien überlegte. Vor dem Frankreich-GP 2004 zum Beispiel hatte die Formel 1 noch nie eine geplante Vier-Stopp-Strategie gesehen.

2008 lernte Brawn eine neue Rolle kennen – die des Teamchefs. Bei Honda legte er die Grundsteine, die zum Erfolg führen sollten. Doch im Zuge der Weltwirtschaftskrise stiegen die Japaner aus. Das Team stand vor dem Abgrund. Brawn wusste um seinen Geniestreich für die Saison 2009, unter anderem mit einem so genannten Doppeldiffusor, der die Haftung der Autos auf der Strecke deutlich verbesserte. Brawn kaufte Honda für einen symbolischen Dollar kurz vor dem Saisonauftakt. Was folgte war ein Märchen: Im Brawn-Mercedes sicherte sich Jenson Button völlig überraschend den WM-Titel.

Diesen Erfolg ließ sich Brawn vergolden. Er verkaufte seinen Rennstall nach nur einem Jahr gewinnbringend an Mercedes. Dort blieb er Teamchef und holte Michael Schumacher aus der Formel-1-Rente zurück. Eine erneute Sensation blieb aus: Mercedes hielt sich im Gegensatz zu Red Bull und Ferrari ans freiwillige Sparabkommen. Erst Mitte 2011 setzte bei Mercedes ein Umdenken ein, Brawn und Schumi erreichten die Aufstockung des Budgets. Ab 2012 ging es daher deutlich bergauf.

Doch Ende 2013 übernahmen Toto Wolff und Paddy Lowe die Aufgaben von Brawn. Er trat zurück, züchtete in England Rosen und ging Angeln. Den Draht zur Formel 1 hat er nie verloren. Er war einer der Experten in jenem Gremium, das für den Automobilweltverband FIA den Crash von Jules Bianchi in Japan 2014 analysierte. Jetzt ist seine Expertise wieder gefragt – in der bedeutendsten Rolle, die es im Motorsport überhaupt gibt.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

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