Sebastian Vettel: Sein Leben in Bildern

Formel 1: Brawn kündigt Budgetgrenze an

— 26.10.2017

Mercedes im Millionen-Teufelskreis

Eine halbe Milliarde Euro beträgt das Budget von Mercedes in der Formel 1. Das soll aber bald der Vergangenheit angehören. Das plant Ross Brawn.

Die Formel 1 verändert ihr Gesicht. Nicht nur neben der Strecke, auch darauf wollen die neuen Eigentümer von Liberty Media die Show verbessern. Am 31. Oktober präsentieren Liberty und FIA das neue Motorkonzept ab 2021, wenige Tage später, am 6. November, ihre Ideen zu einer Budgetgrenze. Damit will man der Königsklasse, aber auch den Teams helfen. Denn auch die Top-Mannschaften leiden unter ihren hohen Ausgaben. Das verrät Ross Brawn gegenüber dem Forbes-Magazin. Der Formel-1-Sportchef: „Mercedes gibt eine halbe Milliarde Euro jedes Jahr für sein Formel-1-Programm aus, um die entsprechenden Resultate einzufahren. Das Problem ist, dass sie vier Sekunden schneller sind als das Ende des Feldes und das ist weder gut für sie noch gut für den Sport.“ Der Grund: Je größer der Erfolg, desto höher die Budgets und desto größer der Druck, den Erfolg zu wiederholen. Brawn: „Die Vorstände solcher Teams haben uns gebeten, sie vor sich selbst zu retten, weil sie in einen Teufelskreis des Siegen-Müssens geraten sind. Sie wollen Regeln, die die Budgets soweit runterbringen, dass sie ihre Teilnahme an der Formel 1 auch dann noch rechtfertigen können, wenn sie verlieren.“

Das Mercedes-Budget beträgt eine halbe Milliarde Euro!

Offenbar sind mittlerweile also auch die Topteams bereit, sich einer Budgetgrenze von ca. 150 Millionen Euro (ABMS berichtete) zu unterwerfen. Gleichzeitig arbeitet Brawn mit einer Technikcrew daran, die Aerodynamikregeln für 2021 zu erarbeiten. Dazu brauchen FIA und Liberty keine Teams, weil das aktuelle Concorde Agreement nur bis 2020 reicht. Der Brite will für die bessere Zukunft der Königsklasse laut unseren Kollegen von Auto Motor und Sport sogar Windkanaltests durchführen, hat dafür bereits das letzte Windkanalmodell des Manor erworben. Ziel: mehr Überholmanöver ermöglichen und die Regeln so schreiben, dass Veränderungen an den Autos immer nur wenige Punkte Abtrieb bringen. Auch so sollen Kostenexplosionen verhindert werden.

Haas-Teamchef Günther Steiner stellt sich die neuen Motoren im Interview mit ABMS so vor: „Sehr laut, sehr stark und billig. Das heißt 1000 bis 1200 PS. Mit Doppelturbos, V6 mit erhöhter Benzindurchlaufmenge und Einheits-Kers ist das möglich.“

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-alliance; Hersteller

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen