Lewis Hamilton und Mercedes waren am ersten Tag in Spielberg die erste Kraft

Formel 1: Das Training in Österreich

— 20.06.2014

Mercedes dominiert am Red-Bull-Ring

Sowohl auf die schnelle Einzelrunde als auch im Longrun: Mercedes ist in Spielberg erneut erste Kraft - Lewis Hamilton schneller als Nico Rosberg.



Mercedes hatte im Vorfeld in der Steiermark auf zahlreichen Plakaten den Schauplatz des Grand Prix von Österreich als "Heimspielberg" bezeichnet - und tatsächlich: die Silbernen fühlen sich auf der traditionsreichen Strecke offenbar pudelwohl. In 1:09.542 Minuten absolvierte Lewis Hamilton im zweiten Freien Training die schnellste Runde des Freitags. Der Brite bekam die weichen Supersoft-Pneus schnell auf Betriebstemperatur und konnte den zusätzlichen Speed sofort umsetzen.

"Die Strecke scheint Lewis richtig gut zu liegen. Er hat es aber auch fliegen lassen", kommentiert Mercedes-Rennleiter Toto Wolff im 'ORF'. Der Brite habe schon im Training das Limit gesucht, während der Teamkollege eher vorsichtiger ans Werk gegangen sei. "Ich bin sicher, dass die beiden wieder nahe beisammen liegen werden, wenn es wirklich gilt", so der Österreicher nach einem erfolgreichen Tag in der malerischen Bergwelt.

Der in der Weltmeisterschaft führende Nico Rosberg hatte seine rot markierten Optionsreifen bei seinem Versuch nach rund 30 Minuten in der zweiten Session nicht sofort im optimalen Fenster. Die erste Runde war mäßig, der zweite Umlauf brachte ihn auf eine Zeit von 1:09.919 Minuten. Der Rückstand auf Hamilton (0,377 Sekunden) war zunächst erstaunlich groß, relativierte sich aber beim späteren Blick auf die Longruns. Dort spielte Rosberg seine Stärken aus.

Rosberg auf die Distanz schnell

Beim Dauerlauf auf den Supersofts stellte der Deutsche alle Konkurrenten in den Schatten, nahm sogar seinem Teamkollegen rund drei Zehntelsekunden pro Runde ab. Hamilton hatte seine weichen Pneus vermutlich zuvor zu hart gefordert. Hinzu kam, dass es erneut Probleme mit der Kühlung des Hybrids gab, die Rosberg schon am Morgen und im Rennen in Kanada erlebt hatte. "Die Geraden sind so kurz, sodass wir nicht richtig kühlen können. Das müssen wir uns anschauen. Morgen soll es wärmer werden und Sonntag noch wärmer", ahnt Wolff weitere Sorgen in diesem Bereich.

Eines ist nach dem Freitag in Spielberg klar: Der Mercedes ist dermaßen überlegen, sodass sich die Silberpfeile entweder nur selbst schlagen können, oder die Technik einen weiteren Erfolg verhindert. Ferrari-Star Fernando Alonso (3./+ 0,928) präsentierte sich beim Sprint über eine schnelle Runde als bester Verfolger. Über die Distanz konnte der Spanier jedoch nicht einmal ansatzweise mithalten. "Wir sind gut dabei, wenn wir mal die Mercedes ausklammern", funkte Renningenieur Andrea Stella.

Das bessere Renntempo bei den Roten zeigte Kimi Räikkönen (11./+1,432), der jedoch mit frischen Pneus und leerem Tank keine saubere Runde hinbekam. Ferrari wird sich nicht kampflos als schnellster Mercedes-Verfolger zeigen können. Die beiden Williams von Valtteri Bottas (4./+0,977) und Felipe Massa (5./+0.979) zeigten ein bärenstarkes Tempo auf die Distanz. Der Finne (auf Soft) und der Brasilianer (auf Supersoft) waren mindestens auf Ferrari-Niveau unterwegs.

Und Red Bull? Die Weltmeister haben beim "Heimspiel" - das Team in in Großbritannien ansässig - bislang keine Bäume ausgerissen. Sebastian Vettel (6./+1,285) konnte sich zwar gegen Daniel Ricciardo (8./+1,378) behaupten, aber es mangelte vor allem an Konstanz im Longrun. Nach bisherigem Stand ist davon auszugehen, dass sich die "Bullen" im Renntrimm eher hinter Mercedes, Ferrari, Williams und McLaren anstellen müssen.

Vettel und Ricciardo überzeugen nicht

"Ich denke, heute Morgen haben wir uns ein bisschen schwergetan. Wir beide haben uns nicht so wohl gefühlt", bilanziert Vettel, der am Vormittag mit einem wilden 720-Grad-Dreher in der letzten Kurve in den Fokus rückte. "Heute Nachmittag war es deutlich besser. Es wurde auch ein bisschen wärmer. Für morgen soll es noch einmal einen deutlichen Schritt wärmer werden. Ich hoffe, dass uns das auch entgegenkommt", sagt der Champion, dessen Red Bull RB9 morgen neues Benzin bekommen soll.

Die Rundenzeiten von McLaren waren im Qualifikationstrimm nicht berauschend, aber die Briten konnten auf den Longruns ein gutes Tempo anschlagen. Kevin Magnussen (9./+1,394) bot zwischenzeitlich eine interessante Show, als er den amtierenden Weltmeister Vettel mal eben frech ausbremste. Teamkollege Jenson Button (7./+1,271) konnte seine guten Zeiten fahren, obwohl er mal wieder mit der Balance haderte. "Geht gar nicht", fluchte der Ex-Champion zwischenzeitlich, ließ dann aber konstant gute Runden auf Supersoft folgen.

Überraschend weit weg waren am Freitag die beiden Force Indias. Das Team, das eigentlich dank des Mercedes-Antriebs konkurrenzfähig sein müsste, konnte sich noch nicht richtig auf Spielberg einstellen. Sergio Perez (13./+1,754) klagte wenig über das Fahrverhalten, Teamkollege Nico Hülkenberg (17./+2,393) viel. "Schaut euch die Aeroteile nochmal an. Da passt doch ganz sicher etwas nicht", funkte der Deutsche an seine Box. Der "Hülk" fand sich überraschend in Gesellschaft der Sauber-, Lotus- und Marussia-Piloten wieder. Adrian Sutil (16./+2,264) konnte mit seinem Sauber nach einem Turboschaden am Morgen 43 Runden drehen.

Die Formel-1-Szene hatte am Nachmittag Glück, die zahlreichen Fans in Spielberg das verdiente Wetter. Immer wieder drohten dunkle Wolken einigen Regen an, aber es fielen nur wenige Tropfen. Rund 20 Minuten vor dem Ende war der Donner eines herannahenden Gewitters bereits zu hören, aber dennoch blieb es bis zum Ende trocken. Für Samstag und Sonntag sind stabile Bedingungen mit Temperaturen um 25 Grad vorhergesagt.

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