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Formel 1: Daten bei Mercedes bleiben offen

— 07.06.2014

Rosberg muss Hamilton abgucken lassen

Mercedes setzt im engen WM-Kampf zwischen Rosberg & Hamilton weiter auf totale Offenheit beim Datenaustausch: Für den Deutschen ein Nachteil.

Die Silberfeinde machen im Fahrerlager von Montreal einen auf Freunde... Zum Fahrerbriefing gingen sie nebeneinander, in den Interviews fiel kein böses Wort übereinander. Auf der Strecke kämpfen Nico Rosberg und Lewis Hamilton aber weiter gegeneinander um die WM. Den ersten Schlagabtausch am Freitag konnte der Brite für sich entscheiden. Hamilton gilt als absolutes Vollgastier, Rosberg ist ein Allrounder. Seine Stärke ist die Technik. Rosberg, der Abstimmungskönig! Um seinen Vorteil voll auszuspielen, müsste Mercedes allerdings den Datenaustausch unterbinden.

Keine zwei Lager

Rosberg philosophiert deshalb: „Ich hätte nichts dagegen, wenn es in Zukunft innerhalb des Teams keine Offenlegung der Daten in Bezug auf Fahrzeugabstimmung mehr geben würde. Aber ich kann auch verstehen, dass es die Philosophie von Mercedes ist, absolute Offenheit zwischen den Piloten zu bewahren.“ Schon im Stallkrieg zwischen Ayrton Senna und Alain Prost 1989 bildeten sich bei McLaren zwei Techniker-Mannschaften. „Prost hatte Senna irgendwann mal gesagt, eine bestimmte Abstimmung sei schlecht gewesen“, erinnert sich der ehemalige Physiotherapeut der beiden, Jo Leberer, gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT. „Beim Datenstudium fand Ayrton jedoch heraus, dass Prost gelogen hatte. Von da an gab es keinen Austausch mehr.“

Lauda schützte seine Stärke

Machen im Fahrerlager von Montreal zumindest nach außen hin auf Einigkeit: Hamilton & Rosberg

Pikant: Eigentlich müsste Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda Rosbergs Wunsch verstehen. Denn der Österreicher griff einst selbst zu diesem Mittel. „Alain Prost war mir im Qualifying mit seinem Speed überlegen“, erinnert er sich an 1984 bei McLaren. „Also habe ich irgendwann aufgehört, ihn über die Abstimmung meines Autos zu informieren. Das war meine Stärke, also warum sollte ich meinen Vorteil aufgeben? Ich habe also meine Ingenieure und Mechaniker gegen ihn abgeschirmt und so sogar mehr Rennen gewonnen als er. Wir haben uns morgens noch hallo gesagt, weil wir beide gute Manieren hatten, aber wir haben nicht mehr über das Auto diskutiert.“

Teamleistung hat Priorität

Für Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff kommt ein Austausch-Stopp aber nicht in Frage. „Unsere Philosophie ist absolute Offenheit“, sagt der Österreicher zu AUTO BILD MOTORSPORT. „Wir finden die beste Abstimmung, weil beide Fahrerteams sich austauschen und gegenseitig pushen. Die Gesamtleistung des Teams darf nicht leiden. Deshalb sind zwei getrennte Technikerlager für uns keine Alternative.“ Pech für Rosberg, Glück für Hamilton!

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

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