Oldtimer Grand Prix Nürburgring 2017

Formel 1: Der schnellste Mann Japans

— 05.10.2017

"Er hätte Weltmeister werden müssen!"

Heute ist der Japan-GP längst etabliert. Dass kein Japaner am Start steht, fast schon eine Seltenheit. Mit Kazuyoshi Hoshino ging alles los.

Toyota, Honda, Nissan – Japans Automarken gehören heute zum gewohnten Bild auch auf Deutschlands Straßen. Der Japan-GP ist längst Tradition. Dass Japan keinen Formel-1-Fahrer stellt, ist eine Rarität geworden. Ganz anders in den 70er Jahren, als die Formel 1 zu zwei abenteuerlichen Rennen nach Japan aufgebrochen ist. Die Premiere war das Rennen, das Niki Lauda 1976 nach seinem Comeback im strömenden Regen aufgegeben hat – aus Angst um sein Leben. „Ich habe dieses Jahr bei meinem Feuerunfall am Nürburgring schon alle meine Schutzengel bemühen müssen. Dieses Risiko geh ich nicht noch einmal ein.“ Lauda verlor den Titel, James Hunt wurde Weltmeister.
Michael Schumachers erster Teamkollege: Der größte Crashpilot der F1

Als Gaststarter mischten damals auch einige Japaner mit. Unter anderem Kazuyoshi Hoshino – der schnellste Mann Japans. Egal in welcher Disziplin: Hoshino war immer der Schnellste. Motocross, Tourenwagen, Sportwagen, Formel-Auto – überall staubte er in Japan die Titel ab. Und auch in der Formel 1 war er richtig schnell: Er lag längst in den Punkterängen, als er 1976 aufgeben musste – er hatte schlicht keine neuen Rennsätze mehr. 1977 fuhr er in der japanischen Eigenkonstruktion Kojima wieder mit und wurde Elfter.

Er soll der schnellste Mann Japans gewesen sein: Kazuyoshi Hoshino

Mario Andretti, Formel-1-Weltmeister von 1978, weiß: „Dieser Japaner hätte Weltmeister werden müssen!“ Doch es dauerte noch, bis die japanischen Hersteller die Formel 1 eroberten. Ohne Hersteller, kein Fahrer. Japaner hatten die Formel-1-Teamchefs nicht auf dem Schirm.

Das änderte sich erst in den 80er und 90er Jahren. 1993 wurde Hoshino zum sechsten Mal Meister in Japans höchster Formel-Serie, der heutigen Super Formula. Er war schon 46 Jahre alt, schlug aber immerhin spätere Formel-1-Rennsieger wie Eddie Irvine oder Heinz-Harald Frentzen. 1994 wäre Hoshino bei Benetton in Japan fast Teamkollege von Michael Schumacher geworden, aber der Deal platzte aufgrund mangelnder Testmöglichkeit.

Hoshinos Formel-1-Comeback nach 17 Jahren scheiterte, aber international sicherte er sich mit Nissan noch achtbare Erfolge: 1992 gewann er das 24-Stunden-Rennen von Daytona, 1998 wurde er in Le Mans Dritter. Heute leitet der 70-Jährige in der Super Formula seinen Impul-Rennstall. Sein Sohn Kazuki Nakajima fährt in der Super-GT ebenfalls Rennen.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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