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Formel 1: Die Deutschen beim Heimspiel

— 19.07.2014

Gemischte Gefühle in Hockenheim

Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Nico Hülkenberg und Adrian Sutil feiern in Hockenheim ihr Heimspiel: Wie verlief das Qualifying der vier Deutschen?

Nico Rosberg

Pole-Position: Dass ein Mercedes beim Heimspiel vorne stehen würde, war ob der aktuell überlegenen Performance der Silberpfeile relativ klar. Dass es Lewis Hamilton nicht sein würde, relativ schnell auch. In Q1 rauschte der Brite mit Bremsdefekt in die Reifenstapel. Somit führte der Weg zur Pole-Position nur über Nico Rosberg. „Heute ist es super gelaufen und ich freue mich sehr, denn jetzt habe ich die beste Ausgangslage für morgen“, strahlte der Mercedes-Star nach Startplatz eins ganz entspannt. Wirklich gefährlich werden konnte ihm an der Spitze keiner. Trotzdem stellte Rosberg klar: „Noch mehr hätte ich mich gefreut, wenn ich gegen Lewis im direkten Duell gewonnen hätte.“

Nico Rosberg hatte allen Grund zum Strahlen: Startplatz 1

Zu diesem kann es laut Rosberg am Sonntag auf der Strecke aber noch kommen - obwohl er von ganz vorne und sein Stallgefährte nun weiter hinten (P15) startet. „Lewis kann im Rennen wieder aufschließen, damit muss ich rechnen. Beim letzten Grand Prix in Silverstone konnte Williams auch von Platz 18 auf zwei vorfahren und mit dem Auto, das wir haben, geht das sicher auch.“ Stichwort Williams: Neben Hamilton sind sie Rosbergs zweiter großer Gegner im Rennen. „Auf die muss ich in meinem Rückspiegel schon achten, vor allem weil sie auf den weichen Reifen wirklich sehr gut sind.“

Sebastian Vettel

Startplatz 6: Die verspiegelte Sonnenbrille hatte er nicht abgenommen, die Presserunde fand in einem improvisiert abgesperrten Bereich hinter der Red-Bull-Box statt. Im Hintergrund dröhnten die GP2-Motoren. Die Location passte zum Ergebnis. Sebastian Vettel war sichtlich angefressen über Platz sechs beim Heimrennen. Schlimmer noch: Im siebten von zehn Qualifikationen war er langsamer als Teamkollege Daniel Ricciardo. Vettel antwortete entsprechend einsilbig: „Im letzten Run waren wir einfach nicht in der Lage die schneller werdende Strecke zu nutzen. Ich habe keine gute Runde hingelegt und habe mich nicht verbessert. Bis dahin war ich eigentlich zufrieden.“ Tatsächlich lag Vettel bis zuletzt vor Ricciardo und hatte Platz vier im Visier. Doch dann schlug der junge Australier kurz vor Schluss zu. Ein englischer Journalist konnte sich sogar die Frage nicht verkneifen, ob Ricciardo und Vettel dieselbe Spezifikation des Red Bull fahren. Da musste sogar der Weltmeister kurz lächeln: „Ich denke schon.“

Sebastian Vettel wollte seine Sonnenbrille nach Rang 6 nicht abnehmen

Seine Voraussage für das Rennen morgen: „Williams ist wirklich stark. Die zu packen wird schwer. Aber unser Rennspeed sollte besser sein als der im Qualifying.“ Frustriert war ein paar Meter weiter in Red Bulls Motorhome auch Motorsportchef Helmut Marko. Der Grazer zu AUTO BILD MOTORSPORT: „Wir hatten uns so viel vom neuen Sprit erhofft, aber er hat nicht das gebracht, was wir erwartet hatten.“ Ein Lästermaul spottete: Auf der Parabolica war am Freitag sogar Susie Wolff im Williams-Mercedes schneller als die Red-Bull-Renault. Zehn Stundenkilometer fehlten dem schnellsten Red Bull auf der Geraden auf Tempo-Spitzenreiter Nico Rosberg...

Nico Hülkenberg

Startplatz 9: „Ich bin nicht auf Pole, das wisst ihr, oder?“ scherzte Nico Hülkenberg zum Start seiner Presserunde – so viele Journalisten drängten sich um ihn und hielten dem Lokalmatadoren ihre Mikrofone unter die Nase. Hockenheim – das bedeutet eben Heimspiel und viel Interesse. Vor allem da Hülkenberg trotz Rang acht ‚nur’ drittbester Deutscher, ein blitzsauberes Qualifying ablieferte und damit Teamkollege Sergio Perez (P10) in die Schranken wies. Der Emmerricher grinste: „Das war gut heute. Ich habe das Maximum aus mir und dem Auto rausgeholt und über eine Runde ist bei uns im Moment sowieso nicht mehr drin. Unsere Pace im Rennen ist im Vergleich zum Quali immer besser.“ Folge. Wenn am Samstag schon Rang acht zu Buche steht, kann es im Rennen weit nach vorne gehen.

Nico Hülkenberg stellte seinen Force India auf die 9. Position

Auch die Longruns vom Freitag machen Hülkenberg zuversichtlich: „Die Performance heute gibt für morgen viel Hoffnung auf ein starkes Resultat.“ Das Zünglein an der Waage wird laut „Hulk“ die Strategie sein. Für Force India war das zuletzt immer ein gutes Omen. In Kanada konnte man mit einem Stopp durchfahren. Hülkenberg wurde guter Fünfter, Teamkollege Perez fuhr bis zu seinem Unfall in der letzten Runde sogar um einen Platz auf dem Podest mit. Ist der auch in Deutschland drin? Hülkenberg schmunzelt und stapelt mit einem Augenzwinkern tief: „Ich sage nur: Es könnte morgen ein langes und heißes Rennen werden...“

Adrian Sutil

Startplatz 16: „Die Erwartungen sind natürlich immer hoch...“, begann Adrain Sutil sein Fazit nach dem Qualifying und musste dann kopfschüttelnd einräumen, dass er diese mit Startplatz 16 beim Heimspiel nicht erfüllen konnte. Doch der Münchner stellte auch klar: „So richtig zufrieden sein kann eigentlich nur der Pole-Setter. Alle anderen müssen sowieso noch arbeiten.“ Sutil am Samstag umso mehr, denn ein Problem mit der Batterie an seinem Sauber kostete ihn fast das gesamte dritte Training. „Wir haben in Q1 unser Bestes gegeben, aber nach den Problemen in der Früh habe nicht viel erwartet. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit nach so etwas im Qualifying zu fahren als wäre nichts gewesen – vor allem in der Formel 1.“

Die Batterie beretiete Adrian Sutil Kopfschmerzen: Nur P16

Zuversicht für das Rennen liefern aber immerhin die Eindrücke vom Freitag. Sutil: „Das Auto lief gestern ganz gut, da waren wir sogar in den Top-10.“ Noch ist also nichts verloren. „Die Punkte gibt’s erst morgen. Ich hoffe wir sind an denen dran oder können sogar einen holen.“ Dafür erbittet sich der Münchner beim Heimspiel auch etwas Hilfe vom Wettergott. Sutil: „Das muss man immer, wenn man von hinten losfährt. Dann hofft man auf Zwischenfälle, die einen vorspülen könnten.“ Eine genaue Uhrzeit für den Regen hat sich Sutil auch schon gewünscht. „So um zwei, halb drei rum... dann wird es richtig interessant“, lacht der Münchner.

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Getty Images / Xpb

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