Formel-1-Testfahrten in Barcelona

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Formel 1: Die große Testanalyse

— 07.03.2016

Wie stark hat Ferrari aufgeholt?

Verschiedene Testprogramme, Tankfüllungen und Reifen erschweren die Analyse der Kräfteverhältnisse vor dem Saisonauftakt 2016: ABMS zeigt die Trends auf.

Mercedes machte allen Analysten einen Strich durch die Rechnung. Die Weltmeister ließen die Hosen nicht runter: Keine Runde auf Supersoft-Reifen, keine auf ultrasoft. Beide sind schneller als die Soft-Mischung, laut Reifenhersteller Pirelli um 1,1 Sekunden respektive 1,7 Sekunden. Wer die Zeiten gegenrechnet, stellt schockierend fest:  Mercedes müsste demnach 1,4 Sekunden schneller sein als Ferrari. Doch alle Vettel-Fans dürfen aufatmen: Dem ist nicht so. Kimi Räikkönen drehte im Ferrari auch auf Soft eine Runde, die um 0,3 Sekunden an seine Ultrasoft-Bestzeit herankam. Und die sogar schneller war als die Soft-Runde von Nico Rosberg.
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Der schnellste Reifen, auf denen alle 23 Fahrer eine Zeit auf den Asphalt brannten, war der Soft-Reifen. Aber auch hier hinkt der Vergleich zwischen Mercedes und Ferrari. Von den 64 Mischungen, die Mercedes für die acht Tage bei Pirelli bestellen durfte, waren nur sechs Soft-Sätze dabei. Mit den weichen, schneller verschleißenden Reifen hätte man das Testpensum von 6024 Kilometern nicht geschafft. Dieses Mammutprogramm war beeindruckend, im letzten Jahr absolvierte man nur rund 100 Kilometer mehr – aber gestreckt auf zwölf Tage. Die meisten Teams drehten zwischen 800 und 1500 Kilometer weniger als noch 2015.
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Nächste Vergleichsmöglichkeit sind die schnellsten Zeiten auf den Medium-Reifen. Hier war Mercedes eine halbe Sekunde schneller als Ferrari – ein durchaus realistisches Bild. Denn auch die Durchschnittszeiten der Rennsimulationen ergaben einen Rückstand von Ferrari auf Mercedes von drei bis fünf Zehntelsekunden. Beide Mannschaften simulierten eine Dreistoppstategie mit einem Satz weichen und drei Satz mittelharten Pneus.

Formel-1-Autos 2016 im Vorgänger-Check

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Ferrari hat noch Reserven. Die ersten sechs Tage quälten sie Probleme mit der Kurbelwelle. Mehrmals musste der Motor getauscht werden. Erst an den letzten beiden Tagen waren alle Schwierigkeiten behoben. Das Mercedes-Lager fürchtet zudem ein großes Aerodynamik-Update am Ferrari SF16-H, das noch vor dem Auftakt in Australien am 20. März kommen soll.
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Wie sieht es mit dem restlichen Feld aus?

Williams könnte sich wieder als dritte Kraft etablieren. Die Zeiten auf den soft-Reifen waren in der Liga von Ferrari. Auf den noch weicheren Mischungen kann Williams nicht zulegen, was auf eine kleine Qualifying-Schwäche schließen lässt. Aber die Longrun-Zeiten waren konstant schnell.

Kann Toro Rosso mit dem Vorjahres-Motor von Ferrari wie auf diesem Bild vor Renault bleiben?

Toro Rosso
überrascht mit schnellen Zeiten. Carlos Sainz drehte die fünftschnellste Runde aller acht Tage. Auf den Medium-Reifen rangiert der Spanier sogar auf Platz vier. 4883 Kilometer spulten die Jungbullen ab, nicht so viele wie Mercedes, aber mehr als alle anderen Teams. Obwohl man durch den erst spät verkündeten Umstieg auf Ferrari-Motoren das Auto im Innenbereich noch stark umbauen musste. Dass Toro Rosso mit dem Ferrari-Motor auf dem Stand Ende 2015 fährt, könnte sich nach einigen Rennen als Nachteil entpuppen, sobald die anderen Hersteller ihre Ausbaustufen zünden.

Red Bull setzt alle Hoffnungen in das Motorupdate von Renault zum Kanada-GP, das 35 PS bringen soll. Motorsportchef Dr. Helmut Marko spricht vom stärksten Red-Bull-Chassis aller Zeiten. Möglich, dass die Bullen dann wieder mit den drei besten Teams der Formel 1 kämpfen.

Formel-1-Test - Barcelona: Tag 8

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Force India
ist richtig schnell auf eine Runde. Nico Hülkenberg rangiert alle acht Tage zusammengerechnet auf Rang vier. Selbst, wenn man nur die Zeiten auf den Soft-Reifen heranzieht, landen die beiden Force-India-Piloten auf den Plätzen acht und neun, also in den Top-10. Die Schwäche ist offenbar die Rennpace. Die Zeiten brechen zu schnell ein, das Auto frisst die Reifen also schneller als die Flitzer der Konkurrenz.

McLaren will nicht länger im hinteren F1-Mittelfeld feststecken und mit Sauber & Co. kämpfen

McLaren
hat einen großen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem im Bereich der Zuverlässigkeit des Honda-Motors. Vor einem Jahr kam man an zwölf Testtagen nur 1751 Kilometer weit, 2016 waren es an nur acht Tagen schon 3305 Kilometer. 2109 davon sogar mit einem Motor. Das wäre während der Saison 2015 unvorstellbar gewesen. Jenson Button und Fernando Alonso können zudem die Leistung aus dem Elektromotor inzwischen die ganze Runde abrufen.

Renault steht besser da als erwartet. Erst im Dezember lief die Übernahme des Lotus-Teams über die Bühne. Da blieb keine Zeit mehr, viel am Chassis zu entwickeln. Lotus war finanziell angeschlagen und hatte genug damit zu tun, die Saison überhaupt beenden zu können.

Formel-1-Test - Barcelona: Tag 7

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Sauber
hat den neuen Rennwagen als einziges Team erst in der zweiten Testwoche gebracht. Trotzdem scheint die Basis recht gut zu sein. Die Zeiten waren schnell. Punkte aus eigener Kraft werden schwierig, aber die Top-15 sind realistisch.

Wie erwartet, bereiteten dem neuen Team Haas die üblichen Kinderkrankheiten Probleme

Haas
überraschte in der ersten Testwoche: Romain Grosjean landete bereits an Tag drei auf Rang zwei im Klassement! Doch in der zweiten Woche wurden die amerikanischen Neueinsteiger auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Viele Probleme brachten das Team kaum zum Fahren. Mit 2206 Kilometer drehte man so wenig Runden wie kein anderes Team. Aber: Selten zuvor hat sich ein Newcomer sofort so stark etabliert. Der Anschluss ans hintere Mittelfeld ist da.

Manor geht in die siebte Formel-1-Saison, aber noch nie waren die Vorzeichen so gut. Die technischen Partnerschaften mit Mercedes und Williams tragen Früchte, ebenso die Verpflichtung von DTM-Meister Pascal Wehrlein. Manor fährt nicht mehr hoffnungslos hinterher, dürfte aber weiterhin die Rote Laterne des Letzten tragen.

Formel-1-Test - Barcelona: Tag 6

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Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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