Formel 1

Formel 1: Die neue Fanfreundlichkeit

— 13.07.2017

ABMS im Doppelsitzer

Redaktionsleiterin Bianca Garloff ist für AUTO BILD MOTORSPORT im Formel-1-Doppelsitzer mitgefahren. Das sind ihre Eindrücke von der rasanten Fahrt.

Es war nur eine Fahrt im Doppelsitzer, trotzdem schaute die gesamte Formel-1-Führungsriege vorbei. Freitagmorgen in Barcelona, eine Stunde vor Beginn des freien Trainings. Ich, die AUTO BILD MOTORSPORT-Reporterin, stehe im Mittelpunkt der Königsklasse. Die erste Fahrt eines Doppelsitzers im Rahmen eines Grand Prix steht an. Und ich bin mit an Bord des ehemaligen Minardis mit kreischendem 3,0-Liter-V10-Zetec-Motor, muss Interviews geben, Hände schütteln, Teamchefs vom Fahrverhalten berichten. 

Das ist die neue Formel 1! Und an diesem Wochenende fahren die Doppelsitzer in Silverstone wieder!
Barcelona bildete bereits den Auftakt zur neuen Fan-Freundlichkeit der Königsklasse. „Wir wollen die Fans näher ranbringen an den Sport, und dies ist der Beginn dieser Reise“, sagt der neue Formel-1-Chefvermarkter Sean Bratches. In der sogenannten Fan-Zone können die Zuschauer ab sofort Paddock-Club-Tickets gewinnen oder bei ausgewählten Rennen eben die Möglichkeit auf das Doppelsitzer-Erlebnis der besonderen Art. Ziel der neuen F1-Macher: den Fans ein Gefühl dafür geben, was die Piloten in ihren Cockpits wirklich leisten.

Unsere Redaktionsleiterin Bianca Garloff vor der Mitfahrt im Formel-1-Doppelsitzer

Ich weiß das nun. Nach dieser wilden Fahrt konnte ich meinen Hals kaum bewegen. So sehr haben die Fliehkräfte an meinem Nacken gezerrt. Mein Fahrer, der österreichische Ex-Formel-1-Pilot Patrick Friesacher hat mich ordentlich durchgerüttelt.

Ich bin so fest angeschnallt, dass es wehtut. Meinen Kopf kann ich wegen des Hans-Systems kaum nach links und rechts drehen. Als Friesacher Gas gibt, zündet er in meinem Bauch ein Feuerwerk. Sie kennen den ersten Hügel einer Achterbahn? So in etwa müssen Sie sich die Beschleunigung vorstellen. In den langgezogenen Kurven ziehen die G-Kräfte meinen Kopf nach links. Ich klebe am seitlichen Cockpitschutz, beim Anbremsen knallt mein Helm an die Nackenstütze vor mir.
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Brutal und roh: so erlebe ich das Autofahren im 720-PS-Doppelsitzer, eingesetzt von einem kleinen Team um Ex-Minardi-Boss Paul Stoddard (61), ganz neu. In Links-Rechts-Kombinationen fliegt mein Kopf wie eine Bowlingkugel durchs Cockpit. Erst versuche ich mich noch dagegen zu wehren. Doch in meiner zweiten, noch schnelleren Runde gebe ich auf. Nach drei Minuten – so ein Doppelsitzer ist ca. 15 Sekunden langsamer als die aktuellen Autos – ist es vorbei. Mir vorstellen, dass ich das Ganze 66 Runden lang mache, dabei selbst aktiv am Lenkrad drehe und in Zweikämpfe verwickelt bin, das will ich nicht. Aber mein Respekt vor den Spitzensportlern in den Cockpits ist noch größer geworden. Sie wollen auch?

Mehr unter www.f1experiences.com

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Jerry Andre/motorsportpics.de

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