Regeln

Formel 1: Die neuen Regeln für 2016

— 15.03.2016

Von Qualifying bis Funkverbot

Der Saisonstart der Formel 1 steht vor der Tür: AUTO BILD MOTORSPORT erklärt die wichtigsten Regeländerungen, die Sie für 2016 wissen müssen.

Qualifying wird zur Reise nach Jerusalem

Spiel auf Zeit: Im neuen Qualifying zählt jede Sekunde

Für mehr Action auf der Piste wird die Qualifikation zur „Reise nach Jerusalem“. Wie beim berühmten Stühlerücken scheidet ab einem bestimmten Zeitpunkt alle 90 Sekunden der langsamste Fahrer aus. Im ersten Quali-Abschnitt (insgesamt 16 Minuten) werden ab der siebten Minute sieben Piloten eliminiert. In Q2 (15 Minuten) scheiden ab der sechsten Minute weitere sieben Fahrer aus. Und in Q3 (14 Minuten) geht der K.o.-Modus ab der fünften Minute los. In den letzten 90 Sekunden bleiben zwei Fahrer übrig, die um die Pole-Position kämpfen.

Pirelli konstruiert fünfte Gummimischung

Pirelli hat eine neue ultraweiche Mischung entworfen

Neben den harten, mittelharten, weichen und superweichen Reifen gibt es nun auch ultraweiche. Aus diesem Kontingent benennt Pirelli für jeden Grand Prix drei Mischungen (bisher zwei). Ein Fahrer muss im Rennen wie 2015 zwei verschiedene Mischungen fahren, bekommt darüber hinaus aber mehr Wahl­freiheiten. 13 Reifensätze stehen ihm pro Wochenende zur Verfügung: Drei wird Pirelli bestimmen, einen für das Qualifying, zwei für das Rennen. Einen von Pirelli für das Rennen ausgewählten Satz muss der Fahrer tatsächlich fahren, die restlichen zehn Sätze kann er frei wählen. Zu kompliziert? Genau! Selbst ­Renault-Pilot Romain Grosjean sagt: „Zum Glück habe ich einen Renningenieur, der mir hilft!“

Königsklasse wird wieder lauter!

Volle Dröhnung: Die Autos machen wieder mehr Krach

Beißender Benzingeruch, ohrenbetäubender Sound und atemberaubende Optik – bis Ende 2013 war die Formel 1 mit allen Sinnen zu ­erfassen. Mit dem Umstieg auf ­Hybrid-Turbomotoren war 2014 und 2015 alles vorbei – sehr zum Ärger der Fans und vieler Fahrer, insbesondere Wortführer Sebastian Vettel. Mit einer kleinen Regeländerung will der Automobilweltverband Fia nun dafür sorgen, dass die Triebwerke wieder lauter werden. So schreibt Artikel 5.8.2 des Technischen Reglements ab 2016 mindestens ein und maximal zwei zusätzliche Auspuffrohre vor. Bisher gab es nur ein Endrohr. Die zwei zusätzlichen Rohre werden vor dem sogenannten Wastegate-­Ventil des Turboladers angebracht. Jenes Überdruckventil lässt überschüssigen Druck ab, damit die Turbine sich nicht zu schnell dreht und der V6-Verbrennungsmotor überladen wird. 2016 sollen diese Abgase ins Freie gepustet werden und so den Motorenlärm erhöhen. Die Leistung der Antriebseinheiten bleibt davon unbeeinflusst.

Noch mehr Einschränkungen beim Funk

Das Team am Kommandostand hat oft Sendepause

Der bereits in den vergangenen Jahren strenger reglementierte Funkverkehr zwischen der Box und den Formel-1-Fahrern wird in der Saison 2016 weiter eingeschränkt. Nur noch sicherheitsrelevante Informationen dürfen vom Kommandostand ins Cockpit gefunkt werden, Informationen über die Strategie, Fahrhilfen oder Informationen über die Zeiten anderer Fahrer sind tabu. Weltmeister Lewis Hamilton: „Wir müssen viel mehr Dinge im Kopf haben, es gibt so viele Abläufe, die wir im Auto durchgehen müssen. Deshalb sieht man im Auto manchmal Aufkleber im Cockpit oder auf dem Lenkrad."

Motoren dürfen stärker verbessert werden

Motorentwicklung möglich: Alonso dürfte es freuen...

Eigentlich sollte die Entwicklung der Motoren weiter begrenzt werden. Doch auf Wunsch von Ferrari und Honda bleibt alles wie 2015. Nur so können die Motorhersteller ihren Rückstand auf Mercedes weiter verringern. Aus Kostengründen wird die Entwicklung der Motoren beschränkt. Dabei greift ein komplexes Wertmarkenprinzip, das sogenannte Tokensystem. Ein Motor besteht aus vielen Einzelteilen, jedes Einzelteil wird mit einer Wertigkeit von 1 bis 3 versehen. Zusammen macht das 66 Token. Die Motorhersteller dürfen nun so viele Teile weiterentwickeln, bis die Summe 32 erreicht ist. Anders als vergangenes Jahr gibt es 2016 keine Bereiche mehr, in denen Weiterentwicklungen untersagt sind.

Vorjahresmotoren sind erlaubt

Ab 2016 ist es offiziell erlaubt, Motoren aus der vergangenen Saison einzusetzen. Bislang wurde den Herstellern vorgeschrieben, Kundenteams mit den gleichen Aggregaten zu versorgen wie das Werksteam. 2016 wird Toro Rosso von Ferrari-Motoren aus dem vergangenen Jahr angetrieben. Laut Teamchef Franz Tost ist das im Vergleich zu den Renault-Motoren, mit denen sein Team bislang fuhr, trotzdem ein Vorteil.

Technik-Vergleich: Ferrari vs. Mercedes

Technik-Vergleich: Ferrari vs. Mercedes Technik-Vergleich: Ferrari vs. Mercedes Technik-Vergleich: Ferrari vs. Mercedes

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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