Mick Schumacher

Formel 1: Die Weltmeister-Söhne

— 29.04.2016

Schumi Junior in den Startlöchern

Großer Hype um Mick Schumacher, der am Wochenende wieder auf Siegesjagd in der Formel 4 geht. Aber was wurde aus den anderen Weltmeister-Sprösslingen?

Wer in die Familie eines Formel-1-Weltmeister hineingeboren wird, der kommt um den Rennsport nicht herum. Es gibt nur wenig F1-Champions, deren Sprösslinge sich nicht auch in die Fußstapfen des Vaters wagten. Meistens, weil sie einfach keine Kinder hatten, Jim Clark oder Giuseppe Farina zum Beispiel.
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Nicht alle konnten die Erfolge des Vaters wiederholen. Genauer gesagt nur einer: Nur Damon Hill wurde 1996 als erster WM-Spross selbst Formel-1-Champion. Papa Graham Hill holte sich 1962 und 1968 den Titel. 2016 könnte es ein zweites Mal so weit sein: Nico Rosberg führt die Tabelle nach zwei Siegen in zwei Rennen an. Vater Keke wurde 1982 Weltmeister mit nur einem Sieg Weltmeister!

Niki Laudas Sohn Matthias fuhr immerhin in der DTM

Damon Hills Sohn Josh Hill beendete 2013 mitten in der Formel-3-Saison seine Karriere. Letztes Jahr hing Hugo Häkkinen seinen Kart-Helm an den Nagel, wodurch feststeht: Es wird keine Neuauflage des legendären Duells Schumacher versus Häkkinen geben. Dafür wird ein anderer Zweikampf neu aufgelegt: Mathias Lauda und Freddie Hunt treffen in der europäischen NASCAR-Meisterschaft als Teamkollegen aufeinander. Ihre Väter Niki Lauda und James Hunt trugen 1976 einen WM-Fight aus, der sogar Hollywood auf den Plan rief.

Nicht alle Fahrer profitieren vom Namen des Vaters. Oscar Cacho Espinosa zum Beispiel ist erst seit 2015 offiziell als Sohn von Juan-Manuel Fangio anerkannt worden – nach einer Exhumierung der Leiche des Fünf-Fach-Weltmeisters! Vielleicht auch deswegen fuhr Espinosa 1973 nur in der argentinischen Formel-1-Meisterschaft und schaffte es nie nach Europa. Juan Manuel Fangio II, der 1984 einen F1-Test für Osella absolvierte, ist lediglich Fangios Neffe gewesen.

David Brabham (r.) siegte nach der F1 in Le Mans

Bis in die Formel 1 schafften es gleich zwei Söhne von Jack Brabham: Gary und David. Gary konnte sich bei zwei Anläufen 1990 im Life-Boliden mit dem katastrophalen W12-Motor nicht qualifizieren. David fuhr 24 Rennen für Brabham und Simtek. Heute versucht er den Brabham-Rennstall zurück in den Rennsport zu hieven. Angepeilt ist ein LMP2-Projekt in der Sportwagen-Weltmeisterschaft.

Nelson Piquet II wurde letztes Jahr der erste Formel-E-Meister der Geschichte. In der Formel 1 erlangte er große Bekanntheit durch seinen inszenierten Unfall 2008 in Singapur. Sein Bruder Pedro versucht sich gerade in der Formel-3-Europameisterschaft. Michael Andretti ging 1993 bei McLaren neben Ayrton Senna völlig unter und flüchtete zurück in die IndyCar-Serie.

Tomas Scheckter war in den USA durchaus erfolgreich

Einige Sprösslinge standen kurz vor einem Formel-1-Debüt: Tomas Scheckter war 2001 bereits Jaguar-Testfahrer. Ein Jahr, nachdem Michael Schumacher nach 21 Jahren seinen Vater Jody Scheckter als letzten Ferrari-Weltmeister abgelöst hat. Scheckter gewann anschließend noch zwei IndyCar-Rennen. Sein Bruder Toby kam nie so weit. Nicolas Prost absolvierte ebenfalls Formel-1-Tests für Renault, fährt jetzt mit dem französischen Automobilhersteller auch in der Formel E.

Natasha Rindt versuchte sich 1998 in einem sieben Jahre alten AGS-Formel-1-Rennwagen. Die Tochter des einzigen posthumen Formel-1-Weltmeisters Jochen Rindt arbeitete ansonsten für ihren Patenonkel – Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone.

Jackie Stewarts Sohn Paul (r.) wurde lieber Teamchef

Derek Hill, dessen Vater Phil Hill 1961 nach dem Todessturz von Wolfgang Graf Berghe von Trips in Monza Weltmeister wurde, fuhr drei Jahre lang im Formel-1-Vorzimmer, der Formel 3000 – konnte sich da aber nie für die Formel 1 empfehlen. Paul Stewart verhandelte 1994 mit Minardi um einen Platz in der Formel 1, gründete dann mit Vater Jackie Stewart ein eigenes Formel-1-Team, das die Basis des heutigen Red-Bull-Rennstalls bildete.

John Surtees musste 2009 mit anschauen, wie sein Sohn Henry bei einem Formel-2-Rennen tödlich verunglückte. Antonio Ascari wollte es seinem Vater Alberto Ascari gleichmachen, trotz des Widerstands seiner Mutter. Doch mehr als eine Saison 1964 in der italienischen Formel 3 war nicht drin.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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