Cockpithaube

Formel 1: Diskussion um Bianchi-Crash

— 09.10.2014

Fahrer uneinig über geschlossene Cockpits

Nach dem schweren Unfall von Jules Bianchi diskutiert der Formel-1-Zirkus einmal mehr geschlossene Cockpits, um die Sicherheit zu verbessern.

Nach dem schweren Unfall von Jules Bianchi diskutiert die Formel 1 über geschlossene Cockpits. Schon 2011 absolvierte der Automobilweltverband nach ABMS-Informationen erste Crash-Tests mit Cockpitkanzeln von Düsenjägern. Als die Strategiegruppe vor zwölf Monaten über ihren Einsatz abstimmen sollte, entschied man sich dagegen: zu häßlich! Dabei hatte Red Bull-Technikchef Adrian Newey für das Computerspiel Gran Turismo gerade erst eine flotte und durchaus anschaubare Variante designt...

Alonso erinnert sich an Spa

F1-Renner mit Cockpithaube: Adrian Newey hat es für ein Computerspiel schon einmal vorgemacht

Doch auch jetzt sind die Piloten weiter zweigeteilt. „Wir sollten diese Idee in jedem Fall ausprobieren“, sagte Ferrari-Star Fernando Alonso heute in Sotchi. „Alle großen Unfälle endeten in den letzten Jahren mit Kopfverletzungen. Das ist also unser wundester Punkte. Auch ich hätte am Start in Spa 2012 sterben können, wenn das Auto zehn Zentimeter tiefer geflogen wäre.“ Romain Grosjean war damals im Lotus abgehoben und hatte Alonsos Kopf nur knapp verfehlt.

Große Änderung für die F1

Weltmeister Sebastian Vettel gesteht „gemischte Gefühle“, was geschlossene Cockpits angeht. „Offene Cockpits sind für mich das Markenzeichen der Formel 1“, findet er. „Andererseits gibt es in der Tat einige Gründe, warum wir das in Zukunft zumindest ausprobieren sollten.“ Dieser Meinung schließt sich auch McLaren-Star Jenson Button an: „Seit Anbeginn der Formel 1 fahren wir mit offenen Cockpits. Das wäre also eine große Änderung für die Königsklasse“, gibt er zu bedenken.

Untypischer Unfall

Spektakulär sieht es trotzdem aus: Ist das die Zukunft der Formel 1?

Felipe Massa, dem 2009 in Ungarn eine Feder an die Augenbrohe flog, räumt ein: „Wir müssen die Sicherheit der Autos immer weiter verbessern. Was letztes Wochenende passierte, war aber untypisch: Es stand ein Traktor auf der Strecke. Dagegen helfen selbst die größten Sicherheitsvorkehrungen nichts.“ Sebastian Vettel schlägt ähnlich wie Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve für solche Situationen den obligatorischen Einsatz des Safety-Cars vor: „Wenn die Lösung des Problems so einfach ist, sollte man es einfach tun!“

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Red Bull

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.