Red Bull

Formel 1: Diskussion um neue Funk-Regeln

— 18.09.2014

Entscheidung erst am Freitag

Das neue Funk-Verbot der FIA spaltet das Fahrerlager. Red Bulls Sebastian Vettel hält die Unterstützung der Ingenieure in vielen Bereichen für wichtig.

Zwei Stunden lang haben die Teammanager im Fahrerlager von Singapur über die neuen Radio-Regeln diskutiert. Eigentlich soll ab sofort jeder Funkverkehr vom Kommandostand an die Piloten untersagt sein, der die Performance des Fahrers oder Autos beeinflusst. Dazu gehören auch Spritverbrauch, Motoreinstellungen, Differenzial oder Motorbremse. Doch bei den Teams regt sich Widerstand. Sie fürchten um die Zuverlässigkeit, wenn gewisse ERS-Komponenten wegen falschem Management durch den Fahrer überhitzen - und der Kommandostand das nicht mal melden darf. Ein weiterer Kritikpunkt ist der Start. Wenn die Ingenieure keine Kupplungseinstellungen mehr durchgeben dürfen, drohen Unfälle durch stehengebliebene Autos.

Vettel findet Funk wichtig

Muss Sebastian Vettel bald alles selbst machen? Der Deutsche vertraut auf die Tipps seiner Ingenieure

Morgen früh (Freitag) will Rennleiter Charlie Whiting eine endgültige Entscheidung fällen. Die Teams hoffen, dass gewisse Anweisungen hinsichtlich Benzinverbrauch und Starteinstellungen doch wieder erlaubt werden. Weltmeister Sebastian Vettel würde eine Lockerung des Verbots jedenfalls begrüßen. "Einige Funksprüche hörten sich zwar wirklich an wie im Kindergarten, aber andere sind durchaus wichtig. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Hybrid-Komponenten ist extrem kompliziert. Deshalb ist unsere Garage ja auch voller Ingenieure. Diese Leute reisen nicht mit Red Bull Racing um die Welt, weil sie Urlaub machen und ein Bierchen in Australien oder Singapur trinken wollen. Sie werden wirklich gebraucht."

Nachteil durch kleines Display?

Ein weiteres Problem: Der Fahrer kann die ihm pro Runde zur Verfügung stehende Energiemenge nicht vom Auto aus kontrollieren. Vettel: "Wenn man disqualifiziert wird, weil man den Grenzwert der FIA überschritten hat, wäre das natürlich blöd." Mit einem Nachteil wegen eines kleineren Lenkraddisplays (Red Bull, Lotus und Force India fahren mit einer abgesteckten Anzeige) rechnet der Weltmeister aber nicht: "Die Sachen, die man sehen will, kann man auch auf dem kleineren Display aufrufen." Nico Hülkenberg ergänzt: "Das kleine Display kann sogar ein Vorteil sein, weil man sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren kann."

Alonso macht alles alleine

Force Indias Nico Hülkenberg mag es, sich am Arbeitsplatz nur auf das Wesentliche zu konzentrieren

Fakt ist: Bessere Fahrer haben durch die neuen Regeln einen Vorteil. "Wer mehr Kapazitäten im Kopf hat, wird davon profitieren", glaubt zumindest Nico Hülkenberg. "Wenn du mit dem Fahren alleine schon ausgelastet bist, werden dich die Einstellungsflut am Lenkrad überfordern." Ferrari-Star Fernando Alonso überrascht mit folgender Aussage: "Ich habe auch bislang schon fast alles alleine gemacht. Für mich wird sich also sowieso nicht viel ändern." Der Automobilweltverband FIA will das Verbot der Fahrhilfen in Zukunft noch ausweiten. Präsident Jean Todt hat bereits angekündigt, dass bald auch die Telemetrie verboten werden könnte.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance / Getty Images

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