Die Styles des Lewis Hamilton

Formel 1: Droht Mercedes neuer Zoff?

— 20.02.2017

Hamilton will Daten nicht mehr teilen

Lewis Hamilton hat einen neuen Lieblingsfeind: Nicht Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas - sondern der Datenaustausch, den er mit diesem betreiben muss.

Nico Rosberg ist weg, der Krieg der Sterne damit beendet. So einfach könnte die Perspektive für Mercedes vor der Saison 2017 aussehen. In Neuverpflichtung Valtteri Bottas sehen viele Experten und Fans allenfalls eine Nummer 1B, auch muss sich der Finne erst einmal bei Mercedes zurechtfinden - schließlich sitzt Bottas zum ersten Mal in einem Top-Auto. Steht den Silberpfeilen also eine im Vergleich zu den Vorjahren ruhige Saison ins Haus?

Valtteri Bottas (r.) ist der Neue bei Mercedes

Ausgerechnet Lewis Hamilton gab nun einen Vorgeschmack darauf, dass dem wohl nicht so sein wird. In einem Interview mit Sponsor UBS kritisierte er den bei Mercedes üblichen Datenaustausch zwischen den Teamkollegen und drängte darauf, diesen für die Zukunft gänzlich abzuschaffen! "Ich gehe raus auf die Strecke, drehe meine Runden, mache meine Hausaufgaben. Und am Ende kann der andere Kerl das alles einsehen", erklärte Hamilton seinen Unmut über den seiner Meinung nach "unfairen" Datenabgleich. "Ich habe das Team schon gefragt. Ich will die Daten meines Teamkollegen gar nicht sehen", sagte Hamilton. Kurios: In den letzten Jahren hatte gerade Hamilton immer auch von Nico Rosbergs Abstimmung profitiert - der Deutsche galt als Tüftler und Feintuner, Hamilton mehr als das Vollgastier. Hat der Brite bei Bottas etwa das Gefühl, sich weit weniger abschauen zu können und fürchtet daher eher einen Nachteil?

Hamilton will am liebsten sein eigenes Ding machen

Ein Rückschluss, den seine Aussagen befeuern: "Die Daten ermöglichen es, dass der andere dich einfach kopieren kann. 'Oh, er bremst hier fünf Meter später. Dann versuche ich das nächstes Mal einfach auch.' Das gefällt mir überhaupt nicht, denn dadurch kann kann er dir viel näher kommen", erklärte Hamilton.

Der Brite: "Das habe ich so am Kartfahren geliebt. Da gab es so etwas nicht. Nur das rohe Talent konnte einen erstrahlen lassen."

Der Mercedes-Star findet, dass es vor allem Neueinsteigern in der Formel 1 heutzutage zu einfach gemacht wird. "Du kannst einen jungen Kerl aus der Formel 3 nehmen, ihn in einen Simulator setzen und jeden Tag versuchen lassen, meine Linien zu treffen. Irgendwann wird er das wahrscheinlich schaffen", so Hamilton. "Dabei sollte er das selbst rausfinden. Das Limit selbst zu erforschen, darum geht es beim Rennfahren. Das ist die Herausforderung. Wenn ich das selbst nicht schaffe, dann bin ich nicht gut genug und verdiene es nicht, dort zu sein. Und es gibt manche Fahrer bei denen das so ist."

Zumindest beim Outfit wird Bottas wohl nicht spicken...

Wenig später ruderte Hamilton allerdings zurück und stellte in Bezug auf seine Aussagen klar, dass damit nicht Neo-Stallgefährte Bottas gemeint war. Bei Twitter schrieb er: "Ich möchte klarstellen, dass ich überhaupt nicht gegen meinen Teamkollegen ausgeteilt habe. In Sachen Datenabgleich ging es nur um mein Gefühl in Bezug auf den Sport allgemein. Dieses Gefühl habe ich schon, seit ich in der F1 angefangen habe und ich habe es auch noch zehn Jahre später. Es gibt null Probleme in meinem Team und auch null Probleme mit Bottas." Zumindest bis der Finne beim Test in Barcelona das erste Telemetire-Blatt ins Cockpit gereicht bekommt...

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung