Die besten Bilder aus Baku

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Formel 1: Erster Tag in Baku

— 16.06.2016

Vettel freut sich, Ecclestone irritiert

Während Sebastian Vettel im wiedererstarkten Ferrari gespannt auf das Rennen in Baku vorausblickt, irritiert F1-Boss Bernie Ecclestone mit Aussagen zur politischen Lage im Land.

Bereits der sechste Schauplatz eines Europa GP in der Formel 1 ist Baku nach Brands Hatch, dem Nürburgring, Donington, Jerez und Valencia an diesem Wochenende: „Dabei ist es genau genommen gar nicht Europa“, stellte Ferrari-Star Sebastian Vettel mit einem Grinsen fest. Der vierfache Weltmeister hat in Erdkunde gut aufgepasst: Geographisch befindet sich die Stadt Baku in Vorderasien. „Für den Titel des Grand Prix spielt das scheinbar keine Rolle, bei den European Games der Leichtathleten war das letztes Jahr ja auch schon egal“, zeigte sich Sportfan Vettel fachkundig.

Ganz schön steil! Vettel bei der Kurs-Besichtigung

Name hin oder her: Die Vorfreude aber ist riesig beim Deutschen auf das einzige neue Rennen der Formel 1 in diesem Jahr. Vettel: „Jeder ist aufgeregt und kann es kaum erwarten. Ich freue mich auf's Training morgen, um endlich ein Gespür für den Kurs zu kriegen.“ Denn bei der Formel-1-Premiere in Aserbaidschan ist wirklich alles neu: Neue Strecke, neues Land und auch neugewonnene Spannung. Für diese hat vor Wochenfrist in Kanada vor allem Vettel selbst gesorgt. Nach umfangreichen Updates an seinem Ferrari scheint es erstmals so, als könne ein Konkurrenzteam den sonst so übermächtigen Silberpfeilen wieder dauerhaft Paroli bieten.
Fahrerlager-Kolumne aus Baku: Im Land des Feuers

Kein Wunder also, dass Vettel auch am Sonntag um 15 Uhr deutscher Zeit zu den Top-Favoriten für den Sieg auf dem Baku City Circuit zählt. „Im Simulator sieht die Strecke einfach aus“, merkte Titelrivale Lewis Hamilton im Vorfeld an, wenngleich er hinzufügte: „Der Simulator ist aber auch sehr einfach. Er ist wie ein schlechtes Computerspiel.“ Vettel wollte es deshalb genau wissen und machte sich am Donnerstag mit Mitgliedern seiner Ferrari-Crew zu Fuß selbst einen Eindruck vom neusten Zugewinn zum Rennkalender. „Spektakulär! Der Kurs sieht Hammer aus, es wird eine echte Herausforderung“, lautete anschließend sein erstes Fazit, das in Kontrast zu Hamiltons virtuellem Eindruck stand.

Neuer F1-Kurs in Baku

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„Einige Ecken könnten sehr schwierig werden. Gerade der Teil um die Altstadt rum sieht technisch sehr herausfordernd aus, da geht es auch mal steil bergauf“, urteilte Vettel nach dem Rundgang über den 6,003 Kilometer langen Stadtkurs am Kaspischen Meer, auf dem, jetzt, wo der Ferrari endlich wieder so läuft wie er soll, der erste Saisonsieg für die Scuderia her soll. „Für mich war Kanada unser bislang bestes Rennen. Aber wir sollten überall stark sein“, erinnerte sich Vettel noch einmal an seinen zweiten Platz in Montreal, der ohne die Reifenstrategie seines Teams auch ein Sieg hätte sein können. Ob es in Baku reichen kann, um Mercedes hinter sich zu lassen, wollte Vettel aber noch nicht mutmaßen. „Noch habe ich keinen Eindruck. Keiner weiß, was uns erwartet.“

Ecclestone und die Menschenrechte

Ecclestone hatte wie immer eine spezielle Meinung

Auch beim in Baku so viel diskutierten Thema Menschenrechte wurde der sonst so schlagfertige Vettel etwas schweigsamer - wie so ziemlich alle Piloten. Offene Kritik an der autoritär regierten Südkaukasusrepublik als neuem Austragungsort vermied er. „Nichts zu ergänzen“, meinte Vettel, nachdem McLaren-Pilot Fernando Alonso gesagt hatte, die Fahrer hätten bei der Auswahl Vertrauen in den Automobil-Weltverband FIA: „Wenn wir hier fahren, heißt das, dass alles gut ist für sie und für uns. Wir vertreten die Werte, für die unser Sport steht.“ Wie gewohnt etwas rauer hörten sich derweil die Töne an, die F1-Boss Bernie Ecclestone anstimmte. „Können Sie mir sagen, was Menschenrechte genau sind?“, sagte der Brite am Donnerstag.
Im exklusiven Interview: Hermann Tilke hat die Strecke gebaut

Ecclestone verteidigte die Entscheidung, den achten Saisonlauf in einem Land auszutragen, in dem Kritiker zahlreiche politische Gefangene beklagen, mit einer fragwürdigen Argumentation: „Wo sollen wir fahren, wenn wir nur in Länder gehen, in denen es keine Korruption gibt?“ Aserbaidschan gilt in Menschenrechtsfragen als schwarzes Schaf. Laut Human Rights Watch sind derzeit allein 14 Oppositionelle inhaftiert. Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen stuft Aserbaidschan in seiner aktuellen Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 163 unter 180 Nationen ein. Ecclestone versuchte, dies herunterzuspielen: „Wir haben alles geklärt. Keiner von Euch wird Probleme bekommen. Ihr könnt schreiben, was ihr wollt...“
Fotos: Picture-Alliance

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