Lewis Hamilton dreht erste Testrunden im neuen Mercedes F1 W05

Formel 1: Erster Testtag in Jerez

— 28.01.2014

Pleiten, Pech – und ein Crash

Der erste Testtag zur Formel-1-Saison 2014 verlief chaotisch: Hamilton flog von der Bahn, Ferrari blieb stehen – und Vettel kam nicht vom Fleck.

Ende einer Dienstfahrt: Lewis Hamilton setzte seinen Silberpfeil am ersten Testtag in den Reifenstapel.

(dpa) Um Punkt 9 Uhr eröffnete Lewis Hamilton am 28. Januar 2014 im nagelneuen Mercedes Silberpfeil die Testfahrten für die kommende Formel-1-Saison. Nur wenig später ist der Brite mit dem F1 W05 in einen Reifenstapel gekracht – in Kurve eins des Circuito de Jerez kam der Brite mit dem neuen Mercedes von der Strecke ab. Dabei wurde der Frontflügel abgerissen und die Radaufhängung offensichtlich beschädigt. Hamilton selbst stieg unbeschadet aus dem demolierten Auto. Unmittelbar zuvor hatte er mit Teamkollege Nico Rosberg den Wagen präsentiert.

Hamilton crasht Mercedes F1 W05

Lewis Hamilton crasht seinen neuen Mercedes F1 W05 in Jerez Lewis Hamilton crasht seinen neuen Mercedes F1 W05 in Jerez Lewis Hamilton crasht seinen neuen Mercedes F1 W05 in Jerez
An die hundert Fotografen und Kameraleute scharten sich vor der Mercedes-Box. Der Sichtschutz wurde beiseite und der Wagen noch mit schwarzer Abdeckung aus der Garage geschoben. Um 8.22 Uhr enthüllten Rosberg und Hamilton dann ihren Mercedes F1 W05. "Schaut euch meinen neuen Silberpfeil an. Darum hab ich geschrieben, dass er schnell aussieht", postete Rosberg stolz und prompt bei Twitter und Facebook. Da konnte er noch nicht ahnen, dass die erste Dienstfahrt seines Kollegen Hamilton im Reifenstapel enden würde. Passend dazu die Aussage von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Dieses Auto ist das Endergebnis mehrerer Jahre intensiver Arbeit, aber uns ist klar, dass es erst der Anfang dieses Abenteuers ist", meinte Wolff, der nach dem Ende der Ära von Teamchef Ross Brawn den Rennstall zusammen mit Paddy Lowe führt. Die Fahrzeugspitze ist eher elegant: Auf eine rüsselartige Nase wie zum Beispiel beim neuen Force India von Rosberg-Landsmann Nico Hülkenberg haben die Mercedes-Designer verzichtet. Sie ist breiter und geschwungen.     

Vettel: "Erwartungen sind erstmal niedrig"

Noch auf der Suche nach dem Cockpit: Weltmeister Sebastian Vettel und Teamkollege Daniel Ricciardo.

Und der Weltmeister? 15 Minuten nach dem neuen Mercedes stand auch der neue Red Bull in ganzer Pracht da. "Das Auto sieht diesmal ziemlich anders aus, vor allem drunter", betonte der vierfache Champion Sebastian Vettel, der kurz danach auf die Strecke wollte. Dann kam der Rückschlag: Der Vierfach-Weltmeister konnte zunächst nicht in seinen neuen Flitzer. "Wir haben ein Teil falsch montiert", sagte er in einer Medienrunde. "Ein kleiner Fehler, der passieren kann." Wegen der komplett neuen Autos nehme der Umbau mehr Zeit in Anspruch. "Man muss fahren, im Moment sitze ich aber hier. Das ist die Höchststrafe", meinte der Titelverteidiger. Erst kurz vor Ende der heutigen Testsession konnte Vettel dann doch noch drei Runden drehen.

Formel-1-Autos 2014: Das ändert sich

Williams Mercedes FW36 Williams Mercedes FW36 Williams Mercedes FW36
Am RB10 fällt aber auch im Stand die regelbedingt tiefe Nase auf, die die Maximalhöhe von 18,5 Zentimetern in diesem Jahr nicht überschreiten darf. Sie läuft relativ spitz zu, ist vorn schwarz lackiert und sehr flach. Angetrieben wird das Auto, mit dem Red Bull in seine zehnte Formel-1-Saison startet, wie in den vergangenen Weltmeister-Jahren von einem Renault-Motor. "Wir hatten einen unglaublichen Lauf mit vier Titeln in Serie. Und natürlich versuchen wir, auch den fünften nacheinander zu holen", sagte Vettel. "Aber die Erwartungen sind jetzt erstmal niedrig. Wir starten alle mit einem weißen Blatt Papier." Gelingt es ihm aber, würde er die historische Marke von Rekordweltmeister Michael Schumacher mit den fünf Triumphen von 2000 bis 2004 im Ferrari einstellen.     

Räikkönen bleibt im Ferrari liegen

Kimi Räikkönen musste seinen neuen Ferrari F14T mit technischen Problemen abstellen.

"Wir wissen mehr nach den ersten Tests und den ersten Grand Prix. Es wird ein bisschen Zeit dauern, bis man sich angepasst hat", meinte Vettel zu den Regeländerungen. Unter anderem müssen die Piloten in den Rennen deutlich mehr mit dem Sprit haushalten. Deswegen war zum Testauftakt aber zunächst nicht so wenig los. Immerhin wagte sich Kimi Räikkönen im Ferrari auf den Kurs. Kurz danach leuchteten aber die Roten Flaggen auf. Weit war er im F14T nicht gekommen. Den Weg zurück in die Ferrari-Box wurde er in einem Straßen-Pkw chauffiert, das Auto auf einem Abschleppwagen.   

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