Die besten Bilder aus Abu Dhabi

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Formel 1 experimentiert mit Sound

— 24.11.2017

Perez mit neuem Auspuff-Mikrofon

Die Formel 1 will das Erlebnis für den Zuschauer besser machen. Neuste Baustelle: Der Ton. Mini-Mikros sollen helfen. ABMS liefert die Hintergründe.

Hört, hört... Die Formel 1 tut alles, um das Erlebnis für die Fans zu verbessern. Jetzt arbeitet Liberty Media auch am Sound. Aber nicht, indem am Motor geschraubt wird, sondern am Mikro... Im Training von Abu Dhabi fuhr Sergio Perez ein neues Mikrofon, das ganz dicht dran am Auspuff platziert wurde. Erstmals wurde dessen Sound auch via TV übertragen. Ergebnis: Das Motorgeräusch wirkt viel authentischer und roher.

Hintergrund: Jahrelang waren zwei Standard-Mikros der Status quo. Beide wurden neben dem Fahrer in den Seitenkästen platziert - weit weg also vom Motor. Entsprechend leise war auch der Motorsound bei Onboard-Aufnahmen zu hören. Das Problem: Die Mikros mussten weit weg vom Auspuff angebracht werden, weil sie die Hitze nicht aushielten. Mit Hilfe eines Soundtechnikers aus Hollywood, der nach ABMS-Informationen unter anderem die Filme Rush und Fast & Furious mixte, wurden nun neue Mini-Mikros (gerade mal eine Fingerkuppe groß) gebaut, die bis zu 120 Grad aushalten.

Force Indias Sergio Perez hat die Mikros getestet

Bereits in Suzuka und Austin wurde damit experimentiert. AUTO BILD MOTORSPORT durfte das Ergebnis nun erstmals vor dem ersten freien Training in Abu Dhabi hören - und es ist beeindruckend. Schaltvorgänge, Gasannahme, selbst kleine Lupfer werden authentisch übertragen. Das Sounderlebnis ist viel direkter und vermittelt die ganze Kraft eines 1000-PS-Formel-1-Motors in die Lautsprecher.

Der Clou: Das Mini-Mikro ist maximal 15 Zentimeter vom Auspuffendrohr entfernt, muss deshalb um die 105 Grad Celsius aushalten. Formel-1-Mann Steve Smith, für Onboard-Aufnahmen zuständig, sagt: „Ganz fertig ist die neue Version des Mikros aber noch nicht. Wir haben herausgefunden, dass eine Art Windabweiser den Sound noch einmal verbessert. So etwas entwickeln wir jetzt aus Karbon.“ Er lächelt: „Ich habe mich jetzt jahrelang nur um die Kameras an den Autos gekümmert, dies ist eine neue, hochinteressante Spielwiese für mich!“

Bislang wurde das Auspuffmikro nur an Mercedes-Motoren getestet. Probefahrten an anderen Autos sollen nächstes Jahr durchgeführt werden. Gut möglich auch, dass die Mikros nicht überall an derselben Stelle montiert werden können. „Aber wir wollen den Teams einen gewissen Bereich vorgeben, in dem sie angebracht werden müssen.“

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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