Die besten Bilder aus Baku

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Formel 1: Fahrerlager-Kolumne

— 17.06.2016

Baku-Kurs zu gefährlich?

In seiner neuen Kolumne nimmt unser Formel-1-Reporter Ralf Bach Sie mit ins Fahrerlager: Das erlebte er am Freitag beim Europa GP in Aserbaidschan.

Streckenplaner Hermann Tilke (61) war schon Anfang der Woche in Baku, um die letzten Arbeiten an der Strecke selbst zu checken. Der Aachener wirkte angespannter und nervöser als sonst. "Wir waren bei der Planung in Baku am Limit. Mehr geht nicht", sagte er mir noch am Donnerstagnachmittag. Da war die vorerst letzte Krisensituation überstanden.
So lief Tag eins in Baku: Vettel freut sich, Ecclestone irritiert

Die Arbeiten am Kurs wurden erst ganz spät beendet

Am Dienstag hatten seine Arbeiter nämlich vier Stunden in der Nacht verloren, weil ein Ordnungshüter ihnen den Eintritt zur Rennstrecke verweigerte. Erst nach vier Stunden Telefonaten konnte dem pflichtbewussten Ordner von sehr hoher Stelle nahegelegt werden, er solle jetzt besser die Arbeiter hereinlassen. Erst danach konnte Tilke durchatmen.

Trotzdem: Wie immer wurde die Strecke erst auf den letzten Drücker fertig, die letzte Schraube quasi kurz vor dem ersten freien Training festgezogen. Was Tilke aber freute: Alle Fahrer außer einem waren begeistert, als sie das erste Mal den Stadtkurs mit der längsten Gerade im Motorsport (zwei Kilometer) abgingen.

Hamiltons Hund Roscoe ist es in Baku einfach zu heiß

Nur Lewis Hamilton, der Hund Roscoe dabei hatte und im Fahrerlager das durch die Hitze keuchende Tier mehr oder weniger an der Leine hinter sich herschleifte, bezeichnete den Kurs schon im Vorfeld "als lediglich einen unter vielen". Das ärgerte den tüchtigen Tilke sichtlich. Allein: Der Brite, der sich gern in der Rolle des 'Lonely Rider' sieht, fand keine Nachplapperer unter den Kollegen. "Sehr anspruchsvoll", freute sich beispielsweise Sebastian Vettel.

"Eine Strecke für Männer, sie ist ein wenig wie der Kurs in Macao", scherzte Pascal Wehrlein, "besonders Kurve 15, wo du bergab voll in die Eisen steigen musst, hat es in sich. Bei der Abstimmung musst du einen guten Kompromiss finden. Auf der langen Geraden kannst du keinen Luftwiderstand gebrauchen, in den engen Passagen musst du dafür so viel Abtrieb wie möglich haben. Das könnte lustig werden."
Fahrerlager-Kolumne aus Baku: Im Land des Feuers

Hermann Tilke war bis zuletzt stark beschäftigt

In der Tat: Die Strecke wirkt ein wenig wie eine kleine Nordschleife mitten in der Stadt. Und genau deshalb hat man bei der FIA hinter verschlossenen Türen Sorgen. Keiner des Automobilverbandes würde es offiziell sagen. Aber es gibt Bedenken, dass bei manchen Kurven die Auslaufzonen nicht groß genug sind. Besonders Kurve eins bereitet Kopfzerbrechen. Sie wird mit circa 340 Stundenkilometer nach einem 24 Sekunden langen Vollgasteil angebremst, die Geschwindigkeit innerhalb von zwei Sekunden bis auf circa 120 km/h reduziert. Einen Bremsdefekt darf man an dieser Stelle nicht haben.

Neuer F1-Kurs in Baku

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Daran aber denkt keiner der Piloten. Sie versprühen extrem gute Laune. Besonders Pascal Wehrlein und Sebastian Vettel. Schon beim gemeinsamen Auftritt beim 'Race of Champions' vergangenes Jahr stimmte die Chemie zwischen den beiden auf Anhieb, sie verstehen sich für Formel-1-Verhältnisse extrem gut. So gut, dass Wehrlein, als ich mich gerade von ihm verabschieden wollte, weil ich einen Termin mit Sebastian Vettel hatte, mir lachend hinterherrief: "Frag ihn, warum er mir in der Auslaufrunde nach jedem Rennen ins Auto fährt."

Verstehen sich gut: Sebastian Vettel & Pascal Wehrlein

Hintergrund:  Seit Australier haben die beiden ein Ritual entwickelt. Sie warten aufeinander, falls beide das Rennen beendet haben. Statt wie Kumpels aber sich nach getaner Arbeit die Hände abklatschen, berühren sich die beiden zum Gruß leicht mit den Vorderrädern ihrer Autos. Natürlich fragte ich Vettel wie vom amtierenden DTM-Meister gebeten  danach. Auch er musste grinsen, als er sagte: "Wir brauchen halt auch manchmal was zum Spielen..."

Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance / Getty Images

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