F1-Fahrer 2014

Formel 1: Fahrerstreik wegen unbezahlten Gehältern?

— 14.04.2014

Hamilton und Räikkönen sprengen Allianz

Im Kampf um ausstehende Gehaltszahlungen haben sich die Fahrer solidarisiert. Allerdings fehlen noch zwei Unterschriften unter einem möglichen Streikbeschluss: Die von Hamilton und Räikkönen.

Die Szene steht symbolisch für eine ganze Reihe von Fällen: Räikkönen-Manager Steve Robertson streitet sich im Fahrerlager von Bahrain mit Lotus-Vizeteamchef Federico Gastaldi ums Geld. Robertson gestikuliert wild, während der Lotus-Mann beschwichtigend zurückweicht. Noch immer hat Räikkönen nicht sein gesamtes Gehalt aus dem Vorjahr bekommen. Und damit ist er nicht der einzige.

Solidarität unter den Piloten

Betrübter Blick: Nico Hülkenberg wartet immer noch auf Geld...

Unter anderem warten auch Romain Grosjean, Nico Hülkenberg, Adrian Sutil und Kamui Kobayashi auf Teile ihrer Gehälter für die Vorjahre oder die aktuelle Saison. Deshalb haben die Fahrer am Rande des Grand Prix von Malaysia ein Papier unterzeichnet, in dem sie sich gegenseitige Solidarität bezeugen und sogar einen möglichen Streik ins Auge fassen. Erstmals setzen sich damit auch die Schwerverdiener unter den Formel-1-Stars für ihre Kollegen aus den ärmeren Teams ein. Motorsport-total.com hatte darüber schon während des Wochenendes in Bahrain berichtet. AUTO BILD MOTORSPORT liegen dieselben Informationen vor.

Hamilton mit Ego-Trip?

Aber, so erfuhr AUTO BILD MOTORSPORT jetzt: Sowohl Kimi Räikkönen als auch Lewis Hamilton haben ihre Unterschrift bislang verweigert. Beim Finnen lässt sich das – trotz seines ureigenen Interesses am Thema – damit erklären, dass er kein Mitglied der Fahrervereinigung GPDA ist und an den entsprechenden Beratungen nicht teilnimmt. Für Lewis Hamilton gibt es keine Entschuldigung. Will sich der Superstar im Kampf um den WM-Titel von nichts ablenken lassen? Schon gar nicht von einem Streik?

Hülkenberg kritisch

Alles für den Erfolg: Lewis Hamilton will 2014 den Titel - ein Streik kommt für ihn nicht in Frage

Über Vorgänge im Rahmen der GPDA will sich Force India-Pilot Nico Hülkenberg nicht äußern. „Was wir da bereden, das behalten wir für uns“, sagt er zu AUTO BILD MOTORSPORT, räumt aber ein: „Wenn da was ist, das einen bedrückt, kommt das auf den Tisch.“ Hülkenberg gilt als Fahrer, der Klartext spricht. Und er gibt zu, dass es ihn nervt, ständig auf sein Gehalt warten zu müssen. „Ich sehe das in der Tat kritisch“, betont er, „aber die Teams machen das nicht aus Spaß. Das Geld ist einfach nicht da. Der Sport ist zu teuer.“

Teams nutzen Fahrer aus

Deshalb werden die Fahrer ab dem Mittelfeld zum „letzten Glied in der Kette“, wie es ein anderer Pilot treffend ausdrückte. Das bestätigt auch Hülkenberg. „Das ist richtig besch... Die Teams wissen um die Situation der Fahrer. Man kann sie leicht auswechseln. Vielleicht nicht mit derselben Qualität, aber es geht. Und sie wissen das auszunutzen.“ Auch Räikkönen-Manager Robertson beteuert nach seiner kleinen Diskussion im Fahrerlager von Bahrain: „So etwas ist nicht gut für den Sport.“ Vielleicht sollte er noch einmal mit seinem Fahrer sprechen...

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

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