Felipe Massa

Formel 1: Felipe Massa tritt zurück

— 01.09.2016

Nach 250 Grand Prix ist Schluss

Eine große F1-Karriere endet bald: Felipe Massa geht am Saisonende in Rente. Das gab der Brasilianer in Monza bekannt und erinnerte dabei auch an Schumi.

Felipe Massa hat seinen Platz in den F1-Geschichtsbüchern sicher - als kürzester Weltmeister aller Zeiten: 2008 fehlte dem Brasilianer in Sao Paulo nur eine Kurve und ein Punkt zum Titel. Während Massa, als Rennsieger schon im Ziel, von seinen Landsleuten als neuer Champion gefeiert wurde, überholte Rivale Lewis Hamilton in der Zielkurve doch noch den deutschen Toyota-Piloten Timo Glock - und schnappte Massa somit den Titel in buchstäblich letzter Sekunde weg.

Massas größter und bitterster Moment: Brasilien 2008

An den Ort seiner größten Niederlage kehrt der mittlerweile 35-Jährige mit der Formel 1 im November nur noch einmal zurück. Denn wie Massa am Donnerstag in Monza bekannt gab, beendet er mit dem Saisonfinale seine Karriere in der Königsklasse.

Der Ort seines Rücktritts: Auch er ist kein zufällig Gewählter. Viele Jahre über war Massa als langjähriger Ferrari-Werksfahrer in Monza der Liebling der Tifosi. "Was soll ich sagen", begann er im völlig überfüllten Motorhome seines Noch-Arbeitgebers Williams. "Das wird meine letzte Saison sein, meine letzten acht Rennen." Von Bedauern war beim Brasilianer keine Spur: "Meine Karriere war mehr als ich jemals erwartet hätte, und ich bin so stolz auf das, was ich erreicht habe."

Teamkollegen und gute Kumpels: Massa und Schumi

Eingestiegen in die Formel 1 ist er 2002 mit Sauber. Acht Jahre fuhr Massa für Ferrari, fast immer war dabei nur die Nummer zwei. Zuerst neben Schumacher, dann neben Kimi Räikkönen, der 2007 Weltmeister mit der Scuderia wurde. Im neuen Jahrzehnt musste sich Massa dann hinter Fernando Alonso anstellen. Immer ertrug er es, selbst als er wie beim Deutschland GP 2010 per Funk zu hören bekam: "Fernando ist schneller als Du." Massa ließ seinen Kollegen, der um die WM kämpfte, vorbei – und wurde wieder Zweiter...

Den schwersten Moment seiner Karriere hatte der Brasilianer bereits ein Jahr zuvor überstanden. In der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn 2009 wurde er von einer Stahlfeder getroffen. Das Teil schlug gegen Massas Helm, verletzte ihn oberhalb des linken Auges. "Er hatte schwere Zeiten, ist aber immer stark und sich selbst treu geblieben", zollte Ex-Stallgefährte Räikkönen seinem scheidenden Wegbegleiter Respekt.

Für Williams fährt Massa am 27.11. sein letztes Rennen

242 Grand Prix hat Massa bestritten - wenn er am Ende der Saison aufhört, werden es exakt 250 sein: eine Runde Sache und eine lange F1-Karriere von über anderthalb Dekaden. "Als er noch nicht gefahren ist, habe ich die F1 nicht verfolgt, weil ich noch zu klein war", lachte Renaults Kevin Magnussen in der offiziellen Pressekonferenz am Donnerstag in Bezug auf Massa und brachte damit zum Ausdruck: Massa gehört längst zum Inventar des Vollgas-Zirkus.

Elf Rennen konnte er gewinnen. Warum dem Brasilianer aber seit jeher die Fan-Herzen zuflogen, beschrieb Sebastian Vettel am Donnerstag am treffendsten: "Er hatte immer Talent und Speed auf der Strecke. Vor allem ist er aber schon immer ein ehrlicher, netter und lustiger Kerl gewesen."

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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