Formel 1: Vettels Pannensaison 2016 in Bildern

Formel 1: Ferrari-Boss macht Druck

— 11.11.2016

Vettel-Chef drückt auf Kostenbremse

Bei Ferrari ist mal wieder Feuer unterm Dach: Sergio Marchionne haut weiter auf sein Team drauf. Grund sind die Kosten. Kritik gibt es von Ross Brawn.

Er hat es wieder getan: Sebastian Vettels Oberboss, Ferrari-Präsident Sergio Marchionne, zieht in der Öffentlichkeit über sein Team her. "Wir haben grundsätzlich zwei Ziele", erklärt er: "Das eine ist, diese ruhmlose Saison so gut wie nur möglich zu beenden. Noch wichtiger aber ist, die richtigen Rahmenbedingungen für 2017 zu schaffen." So weit, so gut. Doch dann stellt der Italo-Kanadier sein Team wieder an den Pranger. "Ganz ehrlich gesprochen habe ich für dieses Team viel Geld hinausgeworfen - so viel ich wollte. Ich habe mich auf interne Einschätzungen verlassen, die davon ausgingen, dass sich das Auto von 2015 zu 2016 verbessern wird. Das werde ich nicht wiederholen."

Marchionne ledert mal wieder gegen das eigene Team

Marchionne tritt auf die Kostenbremse! Seine neue Strategie: "Wir müssen die Gelder besser nutzen." Doch indem Sebastian Vettel und Co. so bloßgestellt werden, erhöht der Capo nur de Druck auf die fehleranfälligen Italiener. Dabei ist das genau der falsche Weg, wie Ross Brawn erst kürzlich feststellte. Der Ex-Ferrari-Technikchef: "Es braucht Stabilität und die richtige Atmosphäre, um die eigenen Kapazitäten auch gewinnbringend zu nutzen. Es braucht jemanden, der als eine Art Firewall, ein Schutzschild agiert, um den Druck ein wenig zu nehmen, den Medien und Fans ständig auf das Team ausüben."

Doch Marchionne macht genau das Gegenteil!

Ross Brawn weiß, was man für Ferrari-Erfolge braucht

So allerdings könne das Team nicht arbeiten, "ohne sich darüber Sorgen machen zu müssen, was die Konsequenzen sein könnten", meint Brawn. Kreativität brauche Entfaltungsmöglichkeiten und Rückhalt im Team. "Man kann niemandem sagen: Erfinde einen neuen Frontflügel. Man kann nur sagen: Hier sind die Werkzeuge, die Umgebung und die Investition. Du hast meine Unterstützung." So habe zumindest Ex-Präsident Luca di Montezemolo seinen Job verstanden. Brawn: "Luca wollte immer wissen, was passiert. Er ist eine sehr leidenschaftliche Person. Aber er hat immer die nötige Distanz bewahrt und darauf vertraut, dass wir das Richtige tun. Wenn dieses Vertrauen fehlt, dann kommen die Probleme."

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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