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Formel 1: Ferrari-Defekt erklärt

— 01.10.2017

Karbonrohr sorgt für Motor-Husten

Mit der Technik erwischt Ferrari in Malaysia ein rabenschwarzes Wochenende. ABMS klärt auf: Das ging bei Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen schief.

Es war ein Seuchen-Wochenende für Ferrari. Erst die Fehlzündungen im dritten freien Training, die einen Tausch des Motors in Vettels Auto notwendig machten. Dann der „Husten“ von Vettels Turbo im Qualifying und der anschließende Start von ganz hinten. Zuletzt gab auch Räikkönens Antrieb auf dem Weg in die Startaufstellung seinen Geist auf.
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Ob die beiden Defekte die gleiche Ursache hatten, muss Ferrari erst noch klären. Der Verdacht aber liegt nahe. Zumindest weiß man bei der Scuderia, was Vettel im Qualifying stoppte. ABMS erfuhr: Ein Karbonrohr zwischen Verdichter des Turbos und Motor war gerissen. Auch für den Grund hat Ferrari eine Theorie. Während des Fertigungsprozesses könnte eine Luftblase die Karbonwand geschwächt haben. Weil bei beiden Autos ein Defekt auftrat, könnte die gesamte Charge ein Problem haben. 

Dass die Mechaniker zwischen drittem Training und Qualifying nach den Elektrikproblemen nur zwei Stunden Zeit hatten, einen neuen Motor mit den alten Teilen zu verbinden, dürfte zudem nicht geholfen haben. 

Räikkönens Rennen war schon vor dem Start beendet

Gut möglich übrigens, dass der Defekt in Zusammenhang steht mit den beiden „Ohren“, zwei Löchern links und rechts der eigentlichen Airbox, die in Malaysia eingeführt wurden. Mit ihnen könnte der gesamte Luftansaugtrakt verändert worden sein. Pikant: Das Rohr selbst wird von einem externen Zulieferer produziert, die Qualitätskontrolle hat also gleich zweimal versagt (extern und intern).

Immerhin: Das Rohr gehört nicht zu jenen sechs Elementen, von denen nur jeweils vier pro Saison benutzt werden dürfen. Es kann also problemlos verändert und getauscht werden. Und: Ferrari hatte bei Vettel aus der Not eine Tugend gemacht und den fünften Motor, den fünften Turbolader und die fünfte MGU-H in den Ferrari mit der Startnummer fünf eingebaut. Damit hat der Heppenheimer mindestens zwei Antriebseinheiten der letzten Ausbaustufe bis Ende der Saison zur Verfügung.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Paolo Filisetti

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