F 1: Ferrari-Doppelsieg in Magny-Cours

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Formel 1: Ferrari-Doppelsieg in Magny-Cours

— 02.07.2007

Ferrari meldet sich zurück

Einige hatten die Roten aus Maranello schon abgeschrieben. Aber in Magny-Cours bewiesen die Italiener, dass noch mit ihnen zu rechnen ist.


Der Siegeszug von Lewis Hamilton ist beendet. Beim Großen Preis von Frankreich beendeten die Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen und Felipe Massa die eindrucksvolle Serie des neuen Formel-1-Stars von zwei Triumphfahrten in Serie. Nach drei Siegen der Silberpfeile hintereinander triumphierte Räikkönen gestern vor seinem brasilianischen Teamkollegen. 72.000 Zuschauer waren dabei, als in Magny-Cours das vorerst letzte Mal ein Grand Prix ausgetragen wurde. Formel-1-Chefpromoter Bernie Ecclestone plant nächste Saison mit neuen Rennen in neuen Ländern. "Das ist ein großartiger Tag für mich und das Team. Das Rennen ist perfekt gelaufen, und wir haben wieder alle Chancen im Titelrennen", jubelte Kimi Räikkönen.

Lewis Hamilton: Im achten Rennen zum achten Mal auf dem Podium.

Während der in Kanada schwer verunglückte BMW-Pilot Robert Kubica mit Platz vier ein beachtliches Comeback schaffte, stand Hamilton auch im achten Formel-1-Rennen seiner Karriere auf dem Siegerpodest. "Ich bin überhaupt nicht enttäuscht", bilanzierte der 22 Jahre alte Brite. "Gut, ich bin das erste Mal überholt worden, aber ich habe meine Führung in der WM ausgebaut, und ich weiß, dass wir in Silverstone wesentlich stärker sein werden. Was will ich mehr?" Hamilton, von Position zwei gestartet, vergrößerte eine Woche vor seinem Heimrennen in Silverstone die Führung in der Gesamtwertung mit 64 Punkten gegenüber seinem McLaren-Mercedes-Teamkollegen Fernando Alonso. Der Titelverteidiger besitzt 50 Punkte.

Aufregendes Duell zwischen Alonso und Heidtfeld

Nach den technischen Problemen am Vortag in der Qualifikation arbeitete sich der zweimalige Weltmeister immerhin noch von der zehnten Startposition auf den siebten Platz vor und rettete zwei Zähler. Er leistete sich allerdings drei Fahrfehler, was nach Expertenmeinung mindestens Platz fünf für ihn verhinderte. In dem recht eintönigen Grand Prix sorgte zumindest der Spanier für Spannung. Der 25-Jährige lieferte sich mit Nick Heidfeld im BMW-Sauber rundenlang ein aufregendes Duell. Erst in der 33. Runde musste der Wahlschweizer den Doppelchampion vorbeiziehen lassen. "Ich habe das Duell genossen", schwärmte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Dank der besseren Strategie lag Heidfeld, der noch in den Tagen zuvor von Rückenschmerzen geplagt worden war, im Ziel als Fünfter wieder vor Alonso.

Kimi Räikkönen und seine Boxen-Crew lieferten ein perfektes Rennen ab.

Die anderen deutschen Fahrer blieben ohne Punkte. Nico Rosberg fuhr im Williams-Toyota als Neunter knapp an einem Zähler vorbei. Einen Tag nach seinem 32. Geburtstag ging Toyota-Fahrer Ralf Schumacher, dessen Teamkollege Jarno Trulli nach einem Unfall wenige hundert Meter nach dem Start ausschied, leer aus. Adrian Sutil zeigte im unterlegenen Spyker eine überzeugende Leistung. Doch wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse kassierte er eine Durchfahrtsstrafe und landete nur auf dem 17. Platz. Mit ihrem Doppelerfolg ließ das Ferrariduo Räikkönen/Massa das Krisengerede verstummen. Es knüpfte an die einmalige Serie von Rekordweltmeister Michael Schumacher an, der im vergangenen Jahr in Magny-Cours zum achten Mal gesiegt hatte. Nach 70 Runden und 306 Kilometern fuhr Räikkönen bei seinem elften Karrieresieg in 1:30:54,200 Stunden über die Ziellinie auf dem Circuit de Nevers. Es war nach dem Auftaktsieg in Melbourne sein zweiter Saisontriumph für Ferrari.

Keine versteckte Teamorder bei der Scuderia

Außerdem räumten die Verantwortlichen der Scuderia mit allen Gerüchten einer versteckten Teamorder auf. In Magny-Cours wurde Räikkönen freie Fahrt gewährt, der in der Gesamtwertung bis vor dem Rennen fast aussichtslos zurückgelegen hatte. Obwohl der blonde Finne nur von Platz drei gestartet war, schickte ihn sein Team offenbar mit der besseren Strategie ins Rennen als Massa auf Startplatz eins. Zwei Schlüsselszenen führten zum zweiten Sieg von Räikkönen als Ferrari-Pilot: Der 27-Jährige erwischte einen perfekten Start und zog an dem vor ihm liegenden Hamilton auf Platz zwei vorbei. Massa konnte seine Pole-Position verteidigen und blieb vorn. Die Entscheidung fiel beim zweiten Boxenstopp: Massa kam als erster in der 44. Runde. Der Finne fuhr drei Durchgänge später zum Tanken und Reifenwechseln und scherte vor seinem Teamkollegen wieder auf die Strecke. Danach ließ er nichts mehr anbrennen. Bei Hamilton hatte das Team auf eine Drei-Stopp-Strategie gesetzt, doch der Britte hatte nie den Hauch einer Chance gegen die überlegenden Roten, die mit zwei Stopps auskamen.

Grand Prix von Frankreich in Magny-Cours

• 1. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 1:30:54,200 Std. (Schnitt: 203,679 km/h); • 2. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari + 2,414 Sek.; • 3. Lewis Hamilton (Großbritannien) McLaren-Mercedes + 32,153; • 4. Robert Kubica (Polen) BMW-Sauber + 41,727; • 5. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) BMW-Sauber + 48,801; ... • 9. Nico Rosberg (Wiesbaden) Williams + 68,505; • 10. Ralf Schumacher (Kerpen) Toyota + 1 Runde; ... • 17. Adrian Sutil (München) Spyker + 2 Runden

Fahrerwertung nach 8 von 16 Rennen

• 1. Hamilton 64; • 2. Alonso 50; • 3. Massa 47; • 4. Räikkönen 42; • 5. Heidfeld 30; ... • 11. Rosberg 5; ... • 15. Schumacher 2; ... • 17. Vettel 1

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