Die besten Bilder aus Hockenheim

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Formel 1: Ferrari fällt weiter zurück

— 31.07.2016

Vettel muss erneut Stratege spielen

Der nächste Dämpfer für Ferrari: In Hockenheim bekommt die Scuderia die Bestätigung, nur noch dritte Kraft zu sein. Arrivabene will auf Urlaub verzichten.

Mit einer weißen Leinenhose statt des üblichen roten Beinkleides betrat Teamchef Maurizio Arrivabene nach dem Deutschland GP am Sonntag die Teamunterkunft von Ferrari und versprühte damit pünktlich zur F1-Sommerpause Ferien-Flair. Doch von Urlaubsstimmung war beim Italiener keine Spur. „Ich glaube, für mich gibt es keine Sommerpause. Denn nachdem, was wir heute gesehen haben, müssen wir hart arbeiten“, sagte der Teamchef mit grimmigem Blick. Gesehen hatte Arrivabene, wie seine beiden Piloten auf den Plätzen fünf und sechs ins Ziel kamen.
So lief das Rennen: Hamilton siegt in Hockenheim

Mercedes & Co. machen Arrivabene das Leben schwer

Auf diesen waren sie auch schon losgefahren. Allein: Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen tauschten im Verlauf des Rennens die Positionen, das war es dann aber auch schon mit der Sapnnung bei Ferrari in Hockenheim – zu abgeschlagen sind die Roten aktuell im Vergleich zu Mercedes und Red Bull. „Es war wie in Ungarn“, räumte auch Arrivabene ein, dass Ferrari der Konkurrenz im Moment nicht das Wasser reichen kann. Nicht nur auf der Strecke sondern auch in der WM, ist man mittlerweile nur noch dritte Kraft.

Aufgeben wollen die Italiener allerdings nicht, immerhin steht beim übernächsten Rennen das wichtige Heimspiel der Scuderia in Monza an. So predigte Arrivabene am Sonntag Durchhalteparolen: „Wir müssen nach vorne schauen, um wieder angreifen zu können.“ Der Wunsch als Vater des Gedanken also? Vielleicht war Arrivabenes Satz auch eine Erklärung für die kuriose Szene, die sich in Hockenheim zwischen dem Ferrari-Kommandostand und Sebastian Vettel abspielte. Am Funk forderte die Scuderia den Deutschen zum Reifenwechsel auf. Dieser entgegnete jedoch: „Negativ, negativ. Die Reifen sind noch gut.“

Vettel überstimmte bei der Taktik mal wieder das Team

Erneut wiesen die Ingenieure Vettel daraufhin an, die Box anzusteuern. Nur so könne man einen Undercut schaffen, hieß es am Funk. „Wen wollt ihr bitte undercutten? Die vor uns sind doch meilenweit weg“, lautete Vettels Antwort, die fast schon etwas komödiantisches hatte. Erst nach der klaren Ansage ihres Star-Piloten kamen auch die Ferrari-Ingenieure in der Realität an und gaben Vettels Wunsch nach: „Na gut, dann bleib draußen.“

Ex-Weltmeister Damon Hill schmunzelte nach dem Rennen im TV: „Sebastian hat vollkommen Recht gehabt. Ich habe mich auch gefragt, wen sie mit acht Sekunden Rückstand angreifen wollen?“, so Hill. Vettel, der Ferrari-Stratege: Nicht zum ersten Mal überstimmt der Deutsche sein Team bei der Renntaktik. Auch in Baku setzte sich der Deutsche zum Beispiel über die Vorgaben des Rennstalls hinweg und sicherte damit den zweiten Platz. Arrivabene musste sich entsprechend erneut unangenehme Fragen gefallen lassen, wie es sein kann, dass sein Fahrer aus dem Auto mehr Überblick über das Renngeschehen hat als eine ganze Horde hochbezahlter Ferrari-Ingenieure am Kommandostand?

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Der Blick des Italieners wurde noch einmal düsterer, wenngleich Arrivabene mit seiner Antwort versuchte die Brisanz aus der Sache zu nehmen. „Es ist ganz normal, dass der Fahrer uns Antworten gibt und wir dadurch Informationen erhalten, wie es auf der Strecke ist“, tat der Teamchef die Angelegenheit ab. Vettel nahm sich später ein Beispiel an ihm und stellte sich demonstrativ vor seine Mannschaft. „Ich weiß ja nicht, wie viel davon heute übertragen wurde. Aber es war eine sehr lange Diskussion über die Strategie und die Reifen. Wie immer“, urteilte Vettel und hinterfragte sich selbst: „Vielleicht war es auch mein Fehler, dass wir am Ende Probleme mit den Reifen hatten.“

An der mangelnden Pace Ferraris änderte das aber nichts. „Wir sind natürlich nicht zufrieden, denn wir waren weiter weg von der Spitze als erwartet“, gab Vettel zu. „Es ist enttäuschend, zuhause nicht auf's Podium zu fahren. Aber wir hatten Schwierigkeiten mit der Balance. Das Auto ist sehr gerutscht und das kostet über die Distanz viel Zeit. Alles in allem konnten wir heute einfach nicht mithalten“, sagte der Deutsche, der nun mindestens ein weiteres Jahr auf seinen ersten Hockenheim-Sieg warten muss. Daran, dass Ferrari irgendwann wieder um Siege und den Titel fährt, hat der Heppenheimer aber keine Zweifel: „Wir haben viel Arbeit vor uns. Aber wir werden nicht aufstecken“, so Vettel.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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