Formel 1: Boxengeflüster aus Baku

Formel 1: Ferrari im Vorteil

Cooler Vettel jagt Hamilton

Der Sebastian Vettel 2018 ist relaxt. Grund: Der Deutsche ist inzwischen WM-Favorit und nicht sein Erzrivale Lewis Hamilton. Das sagen seine Weggefährten.
Er hat zwar vier Punkte Rückstand auf Mercedes-Pilot Lewis Hamilton, trotzdem geht Sebastian Vettel als Favorit ins nächste Formel-1-Rennen am kommenden Wochenende in Barcelona. Der Grund: Während Daniel Ricciardo und Max Verstappen sich im Red Bull-internen Duell aufreiben und Lewis Hamilton noch nicht zurückgefunden hat zu alter Form, präsentiert sich der Deutsche in dieser Saison von einer ganz anderen Seite als gewohnt.
Die Indizien: Erst sprang er in Bahrain Erzfeind Lewis Hamilton in einer Pressekonferenz zur Seite, als ein Journalist den Briten dafür kritisieren wollte, Max Verstappen als Schwachkopf bezeichnet zu haben. Ein Rennen später verteidigte er in China den holländischen Heißsporn, obwohl der ihn zuvor aus dem Rennen um den Sieg gerammt hatte. Und trotz des nach einem Verbremser beim Neustart verlorenen Großen Preises von Aserbaidschan ließ Vettel sich auch vor zwei Wochen in Baku nicht aus der Ruhe bringen. „Ich bin zufrieden, denn unser Speed stimmt“, konstatierte er da. Der Ferrari-Star wirkt ausbalanciert und in sich ruhend wie selten zuvor.

Hamilton ist nicht in Bestform

Ist der Ferrari-Star also altersweise geworden? „Ich will in diesem Jahr weniger reden und mich einfach noch mehr auf meinen Job konzentrieren“, kündigte er in einem Hintergrundgespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT bei den Wintertests in Barcelona an. Sein Verhalten bei den ersten drei Saisonrennen zeigt, dass er diesen Worten Taten folgen lässt.
Auch seine Weggefährten beobachten in der Tat eine Wandlung beim äußerst ehrgeizigen Deutschen. Vettels Ex-Teamchef bei Red Bull, Christian Horner, glaubt im Gespräch mit ABMS: „Wir erleben einen extrem gereiften Vettel. Gerade sein grandioses Verhalten im Umgang mit Max zeigt das. Vielleicht sah er in China den jungen Sebastian vor sich stehen, denn in seinen Anfangsjahren bei uns war Seb auch nicht fehlerlos. Aber noch wichtiger ist was anderes: Seb sieht gerade, dass er anders als in den Jahren zuvor ein Auto hat, dass auf Augenhöhe mit dem Mercedes ist. Das heißt, er kann jetzt aus eigener Kraft gewinnen und muss nicht auf Teufel komm raus fahren und handeln. Deshalb ist es wohl auch einfacher für ihn, Niederlagen zu verkraften.“
Helmut Marko über Vettel: "Er ist mein WM-Favorit"
Dazu passt: Aus dem Ferrari-Umfeld erfuhr ABMS, wie relaxt der Deutsche auch im Team agiert. Wie er auch bei Rückschlägen motiviert und wie er trotz des unglücklichen Rennausgangs in Baku extrem gute Stimmung verbreitete. Ob das Vettels Erfolgsrezept zum ersten Titel in Rot wird? Mehr an diesem Wochenende aus Barcelona.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture Alliance

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