Ferrari

Formel 1: Ferrari in der Krise

— 19.05.2014

Sprachlosigkeit & fehlender Fortschritt

Ferrari steckt in der F1 derzeit fest, muss sich eher in Richtung Mittelfeld statt zur Spitze hin orientieren. Eddie Jordan prognostiziert der Scuderia bereits eine Mega-Krise.

Eigentlich ist es Usus, dass die Protagonisten der Formel 1 in der Startaufstellung oder auf dem Weg zurück zur Garage den Boxengassen-Reportern und Kamerateams noch einmal Rede und Antwort stehen. Es gibt eine Ausnahme: den neuen Ferrari-Teamchef. Als ein italienischer TV-Journalist Marco Mattiacci kurz vorm Start in Barcelona abfängt, winkt der nur ab und geht wortlos zurück in die Garage. Die Szene steht symptomatisch für den Zustand der Scuderia. Im Team herrscht Sprachlosigkeit.

Schweigen bei der Scuderia

Frust bei beiden Schlüsselfiguren: Teamchef Mattiacci (li.) & Star-Pilot Alonso (re.) sind derzeit ratlos

Der neue Rennleiter versteckt sich hinter seiner Sonnenbrille und einer Lernphase. Selbst die Standard-Medienrunde nach dem Rennen wurde in Barcelona abgesagt. Dabei sei die seit Jahrzehnten Tradition, ereifern sich italienische Journalisten. Selbst ein Jean Todt habe sich auf dem Höhepunkt seiner Macht nicht davor gedrückt. Doch Mattiacci hat im Moment keinen Fortschritt zu verkünden.

Alonso ohne Hoffnung

Trotz eines umfangreichen Update-Pakets in Barcelona (Frontflügel, Heckflügel, Bremsbelüftungen, Motorsoftware) wurde Kimi Räikkönen (P7) auf der Standard-Zweistopp-Strategie überrundet. Im Training wuchs der Rückstand auf Mercedes auf durchschnittlich 1,8 Sekunden pro Runde. Nach einem Aufschwung in China war zuletzt auch Red Bull wieder schneller – und das auf einer Strecke, die wegweisend ist für den weiteren Verlauf der Saison. Fernando Alonso hat den WM-Titel bereits abgeschrieben: „Mercedes fährt in einer anderen Liga“, gab er unumwunden zu und bohrte seinen Daumen damit tief in die Ferrari-Wunde.

Sieben Jahre ohne Fahrertitel

Auch 2014 ist der große Wurf wieder einmal nicht gelungen: Ferrari muss weiter auf Titel warten

Ferrari ist wieder nicht fähig, einem der allerbesten Fahrer ein Auto hinzustellen, mit dem er siegen geschweige denn Weltmeister werden kann“, kritisiert auch Ex-Teamchef Eddie Jordan gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT. Zuletzt war der Traditionsrennstall 2007 mit Kimi Räikkönen Champion. Sieben Jahre ist das schon her. Ex-Teamchef Stefano Domenicali ist deshalb im April zurückgetreten und wurde mit Marco Mattiacci (43) durch einen Manager ohne Motorsport-Erfahrung ersetzt. Jordan weiter: „Für mich steckt Ferrari in einer der größten Krisen seiner Formel-1-Geschichte.“

Weitere Updates in Montreal

Von 1979 bis 2000 mussten die Italiener schon mal 21 Jahre auf den Titel warten. In dieser Saison bleibt vorerst Rang zwei das Ziel. Präsident Luca di Montezemolo versprach zum übernächsten Rennen in Montreal weitere Updates. „Den magischen Schlüssel gibt es aber nicht“, räumte Alonso bereits ein. „Wir haben neue Teile nach Spanien gebracht und sind immer noch Sechster und Siebter im Feld.“  Schlimmer noch: Beim kommenden Rennen in Monaco wird Ferrari an seiner Achillesferse getroffen. In den engen Gassen des Fürstentums ist gute Traktion wichtig. Doch genau da schwächelt der Ferrari F14T besonders.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Getty Images

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