Vettels Funk-Frust: Von 2009 bis heute

Formel 1: Ferrari in Schlagdistanz

Vettel: "Sind in Kurven besser"

Sebastian Vettel sieht Ferrari in Spielberg auf Kurs. Im Hintergrund wird auch personell an einer erfolgreichen Zukunft der Scuderia geschraubt.
Nur 0,147 Sekunden trennten Sebastian Vettel am Ende des zweiten Freitagstrainings von Rivale Lewis Hamilton. Der Heppenheimer zeigte sich dann auch zufrieden. Vettel: "Wir sind viele Runden gefahren, haben ein gutes Gespür für das Auto und jetzt schauen wir, dass wir uns noch ein bisschen steigern können." Mit 50 Runden fuhr Vettel 20 mehr als sein Rivale von Mercedes. Und: Der Red Bull-Ring hat eine andere Charakterstik als Baku. In Österreich ist die Aero-Balance wieder wichtiger. Die ist Ferraris Stärke. Deshalb brachte die Scuderia auch neue Flügel. Monkey-Seat, T-Wing und Frontflügel sind neu. Das Aero-Wettrüsten geht weiter (s. Grafik oben).
Vettel stapelt trotzdem lieber tief. "Mercedes ist der Favorit, sie waren heute immer schnell, wenn sie draußen waren. Wir sind in den Kurven besser, Mercedes kann auf den Geraden mehr Dampf machen - insbesondere im Quali. Im Rennen kämpfen wir auf Augenhöhe, so wird es auch hier sein."

Mattia Binotto zieht geschickt die Fäden im Team

Ferrari bleibt also weiter auf WM-Kurs. Auch eine Personalie, die von außen betrachtet auf Unruhe im Team hindeuten könnte, zeigt eher den kontinuierlichen Aufbau einer neuen, starken Mannschaft. Motor-Chef Lorenzo Sassi ist aus der Scuderia ins Stammwerk gewechselt und nicht länger für Vettels Antrieb verantwortlich. Der Wechsel wurde nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT von Ferrari-Technikchef Mattia Binotto eingeleitet und von Präsident Sergio Marchionne genehmigt. Binotto, früher selbst Motorchef in Maranello, soll damit die Struktur des Motordepartments gestärkt haben. Sassi habe demnach schon an der Entwicklung des aktuellen Triebwerks keinen entscheidenden Anteil mehr gehabt.
In Spielberg fährt Vettel derweil einen etwas jüngeren Motor als in Baku: "Der, den ich jetzt drinnen habe, ist nicht neu, hat aber weniger Kilometer als der aus Baku." ABMS erfuhr: In Silverstone bringt Ferrari ein erstes Update des Antriebs.
Technikchef Mattia Binotto indes wird immer mehr zum heimlichen Teamchef. In der aktuellen F1 Racing wird er mit den Worten an seine Crew zitiert: "Ich möchte, dass Ihr etwas tut, das noch niemand anders in der Formel 1 entwickelt hat. Habt keine Angst, wenn es nicht funktioniert, nehme ich die Verantwortung auf mich." Heraus kam eine innovative Anordnung der Leitbleche vor den Seitenkästen.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Ferrari

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