Vettels Funk-Frust: Von 2009 bis heute

Formel 1: Ferrari in Schlagdistanz

— 07.07.2017

Vettel: "Sind in Kurven besser"

Sebastian Vettel sieht Ferrari in Spielberg auf Kurs. Im Hintergrund wird auch personell an einer erfolgreichen Zukunft der Scuderia geschraubt.

Nur 0,147 Sekunden trennten Sebastian Vettel am Ende des zweiten Freitagstrainings von Rivale Lewis Hamilton. Der Heppenheimer zeigte sich dann auch zufrieden. Vettel: "Wir sind viele Runden gefahren, haben ein gutes Gespr fr das Auto und jetzt schauen wir, dass wir uns noch ein bisschen steigern knnen." Mit 50 Runden fuhr Vettel 20 mehr als sein Rivale von Mercedes. Und: Der Red Bull-Ring hat eine andere Charakterstik als Baku. In sterreich ist die Aero-Balance wieder wichtiger. Die ist Ferraris Strke. Deshalb brachte die Scuderia auch neue Flgel. Monkey-Seat, T-Wing und Frontflgel sind neu. Das Aero-Wettrsten geht weiter (s. Grafik oben).

Vettel stapelt trotzdem lieber tief. "Mercedes ist der Favorit, sie waren heute immer schnell, wenn sie drauen waren. Wir sind in den Kurven besser, Mercedes kann auf den Geraden mehr Dampf machen - insbesondere im Quali. Im Rennen kmpfen wir auf Augenhhe, so wird es auch hier sein."

Mattia Binotto zieht geschickt die Fden im Team

Ferrari bleibt also weiter auf WM-Kurs. Auch eine Personalie, die von auen betrachtet auf Unruhe im Team hindeuten knnte, zeigt eher den kontinuierlichen Aufbau einer neuen, starken Mannschaft. Motor-Chef Lorenzo Sassi ist aus der Scuderia ins Stammwerk gewechselt und nicht lnger fr Vettels Antrieb verantwortlich. Der Wechsel wurde nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT von Ferrari-Technikchef Mattia Binotto eingeleitet und von Prsident Sergio Marchionne genehmigt. Binotto, frher selbst Motorchef in Maranello, soll damit die Struktur des Motordepartments gestrkt haben. Sassi habe demnach schon an der Entwicklung des aktuellen Triebwerks keinen entscheidenden Anteil mehr gehabt.

In Spielberg fhrt Vettel derweil einen etwas jngeren Motor als in Baku: "Der, den ich jetzt drinnen habe, ist nicht neu, hat aber weniger Kilometer als der aus Baku." ABMS erfuhr: In Silverstone bringt Ferrari ein erstes Update des Antriebs.

Technikchef Mattia Binotto indes wird immer mehr zum heimlichen Teamchef. In der aktuellen F1 Racing wird er mit den Worten an seine Crew zitiert: "Ich mchte, dass Ihr etwas tut, das noch niemand anders in der Formel 1 entwickelt hat. Habt keine Angst, wenn es nicht funktioniert, nehme ich die Verantwortung auf mich." Heraus kam eine innovative Anordnung der Leitbleche vor den Seitenksten.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Ferrari

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