Ferrari & Mercedes

Formel 1: Ferrari jagt Mercedes

— 11.02.2016

Vettel schon im Rennmodus

Ferrari peilt im zweiten Jahr mit Sebastian Vettel den großen Wurf an und bläst zur Attacke auf Mercedes - der Deutsche überlässt dabei nichts dem Zufall.

Für Freunde und Ferrari tut er alles. Deshalb ließ es sich Sebastian Vettel (28) auch nicht nehmen, vor zwei Wochen auf Einladung seines Sportarztes Aki Hintsa (57) am Weltwirtschaftsgipfel in Davos (CH) teilzunehmen. Der finnische Sportarzt betreut Vettel schon seit fünf Jahren, und der Kongress war der erste öffentliche Auftritt seit seiner Krebserkrankung, die Mitte vergangenen Jahres diagnostiziert worden war.

Hintsa moderierte eine Diskussion, welche Faktoren bei Spitzensportlern den Unterschied machen können. Vettels Antwort darauf: „Viel schlafen, am besten zehn Stunden vor einem Rennen!“ Formel-1-Experte Gerhard Berger sagt: „Vettel ist ein ganz Ausgeschlafener. Er weiß genau, was zu tun ist, um Erfolg zu haben.“

Den Rückstand auf Mercedes aus dem Vorjahr will Ferraris Sebastian Vettel 2016 deutlich verkleinern

In der Tat: Der viermalige Weltmeister hat bereits im Januar alles gemacht, um 2016 für sich und Ferrari den Titel einzufahren. Im Urlaub war er nur bis Silvester. Dann setzte er sich schon wieder in seinen Ferrari. Zuerst auf der privaten Teststrecke in Fiorano, wo der Heppenheimer mit einem Auto von 2014 fuhr, um Windkanal-Daten auf der Rennstrecke zu überprüfen. Red-Bull-Motorsport-Chefberater Helmut Marko wittert allerdings noch etwas mehr dahinter. Er sagt: „Auch bei einem solchen Test kann man schon Teile überprüfen, die im aktuellen Auto zu finden sind ...“

Kart-Spaß am Gardasee

Vettel nahm zudem an den Regentests teil, die Reifenmonopolist Pirelli exklusiv für Ferrari, McLaren und Red Bull in Le Castellet in Südfrankreich angesetzt hatte. Der Deutsche setzte, diesmal im Vorjahres-­Ferrari, die Bestzeit. Die McLaren-Stars Fernando Alonso und Jenson Button ließen lieber Testfahrer Stoffel Vandoorne ans Steuer. Hauptkonkurrent Mercedes hatte sich zum Test zu spät angemeldet. Doch damit nicht genug: Weil Vettel die Pause bis zum Testauftakt zu lange war, saß er am gestrigen Mittwoch auch schon wieder hinterm Steuer - in seinem weiß-grünen Go-Kart drehte er am sonnigen Gardasee fleißig Runden und machte Selfies mit den begeisterten Tifosi.

Erfahrung pur: Ferrari hat Ingenieur Jock Clear vom Konkurrenten Mercedes nach Maranello gelotst

Fakt ist: Während Silberpfeil-­Pilot Nico Rosberg (30) auf Ibiza noch die Windeln seiner Tochter wechselte und dessen Teamkollege Lewis Hamilton seinen 31. Geburtstag an einem Strand in Mexiko feierte, ist Vettel längst im Rennmodus. „Es ist immer nützlich, ein paar Runden zu drehen – gerade zu dieser Zeit des Jahres“, sagt er. Der Heppenheimer wirkt selbstbewusst und bereit, Mercedes 2016 zu schlagen. Den Sieg hat Ferrari-Präsident Sergio Marchionne schon für den Saisonauftakt am 20. März in Melbourne gefordert. Die Drohung prallt an Vettel jedoch ab. „Dafür brauchen wir keine Extra-Ansage des Präsidenten. Es ist ganz natürlich, dass wir alle gewinnen wollen. Das viel größere Ziel muss lauten, am Ende des Jahres vorne zu stehen.“

Dafür hat Ferrari auf Vettels Drängen hin alles getan. Mehr als 100 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert, von Mercedes unter anderem Ingenieursgenie Jock Clear geholt sowie beim Motor und bei der Aerodynamik des Autos nachgelegt. „Es ist deshalb logisch, dass wir auf Augenhöhe sein müssen“, meint Präsident Marchionne. Der Optimismus bei Ferrari ist echt.

Allein: So einfach ist das nicht. „Mercedes hat so viel Vorsprung. Die werden auch in diesem Jahr wieder allen um die Ohren fahren“, meint Toro-Rosso-Teamchef und Vettel-Insider Franz Tost im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT. Die Testfahrten in Barcelona vom 22. bis 25. Februar, dann mit den neuen Autos, werden ein erster Gradmesser sein.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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