Formel 1: Testfahrten in Barcelona 2018

Formel 1: Ferrari mit Rekordrunde

Trotz Bestzeit: Vettel skeptisch

Sebastian Vettel beendet seinen Testwinter mit einem Rundenrekord und den meisten gefahrenen Kilometern am Donnerstag. Trotzdem ist er skeptisch.
Auf den ersten Blick zeigt sich Sebastian Vettel mit seinem brandneuen Ferrari in Bestform. Mit 1:17,182 Minuten bricht er den gestern erst von Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo aufgestellten Rundenrekord auf dem Circuit de Catalunya um fast eine Sekunde! Gleichzeitig stellt der Deutsche auch einen neuen Tages-Distanzrekord auf: Er bringt es auf 188 Runden, Verstappen auf 187, Mercedes mit Bottas und Hamilton auf 181 Umläufe.

Starker Auftritt: Magnussen fährt im Haas auf P2

Für erste Fragezeichen an der Ferrari-Performance sorgt indes Überraschungsmann Kevin Magnussen im Haas-Ferrari. Er ist auf Platz zwei nur knapp eine Sekunde langsamer als Vettel. Besonders stark am Auftritt des US-Teams: Sowohl der Heppenheimer als auch die Fahrer auf den Plätzen dahinter erzielen ihre Rundenzeit auf dem neuen, extrem schnellen Hypersoft-Reifen. Magnussen setzt bei seiner Runde auf die zwei Stufen härtere Komponente Supersoft.
Vielleicht ist Vettel am Ende des Testtages auch deshalb nicht ganz zufrieden. "Warum sollte ich jetzt euphorisch sein?", fragt er und erklärt: "Es gibt noch ein paar Rätsel, die wir verstehen müssen.“

Mercedes fokussiert sich am Donnerstag auf Longruns

Ein Grund für Vettels Skepsis sind offenbar auch die Rennsimulationen. Nachdem heute sowohl Ferrari als auch Red Bull und Mercedes einen Rennsonntag geprobt haben, sagt der Hesse: "Es ist ja kein Geheimnis, dass Mercedes der Favorit ist. Letzte Woche und diese Woche sahen sie stark aus - egal wann. Sie gilt es zu schlagen." 
Auf den ersten Blick alarmierend: Mercedes-Pilot Valtteri Bottas ist in seiner Rennsimulation zu Beginn rund eine Sekunde pro Runde schneller als Vettel. Aber: Er fährt die gesamte Simulation auf Medium-Reifen. Wohl auch, weil sein Reifenverschleiß – wo erfuhr ABMS – viel zu hoch ist für eine weiche Mischung. Allein: In der Realität eines GP wäre das illegal. 
Vettel dagegen startet auf gebrauchten Supersoft-Gummis. Die funktionieren in Barcelona aber an keinem Auto. Klar, dass die Zeiten schlechter sind. Wichtig ist dagegen der letzte Stint. Da fahren beide auf Medium-Reifen, Vettel allerdings mehr als 30 Runden im Vergleich zu Bottas mit 18 Umläufen. Trotz abgewetzter Ferrari-Pneus ist die letzte Runde mit 1.19,9 Minuten bei beiden gleich schnell. 
Dass Mercedes eine Sekunde pro Runde vorne liege – wie von diversen Medien berichtet - ist deshalb falsch. Realistisch sind drei Zehntelsekunden – bei Hitze vielleicht weniger. Red Bull fährt übrigens leicht unter Ferrari-Niveau. Aber: Dem Renault-Motor sind bis Melbourne nach ABMS-Informationen noch ein paar PS zu entlocken. Heißt also: Mercedes leicht vor Ferrari mit Red Bull auf Augenhöhe.
Die Testfahrten der Formel 1 gehen mit dem letzten Testtag am Freitag weiter (ab 9.00 Uhr wieder live im Ticker bei ABMS). Bei Ferrari sitzt dann Kimi Räikkönen für Vettel am Steuer.
Zeiten und Runden im Überblick:
1. Sebastian Vettel (Ferrari) 1:17.182 Minuten (Hypersoft) - 188 Runden
2. Kevin Magnussen (Haas) +1.178 (Supersoft) - 153 Rnd.
3. Pierre Gasly (Toro Rosso) +1.181 (Hypersoft) - 169 Rnd.
4. Nico Hülkenberg (Renault) +1.493 (Hypersoft) - 79 Rnd.
5. Carlos Sainz (Renault) +1.543 (Hypersoft) - 69 Rnd.
6. Stoffel Vandoorne (McLaren) +1.673 (Hypersoft) - 151 Rnd.
7. Marcus Ericsson (Sauber) +2.062 (Hypersoft) - 148 Rnd.
8. Lewis Hamilton (Mercedes) +2.114 (Medium) - 84 Rnd.
9. Valtteri Bottas (Mercedes) +2.350 (Medium) - 97 Rnd.
10. Robert Kubica (Williams) +2.447 (Supersoft) - 73 Rnd.
11. Sergio Perez (Force India) +2.452 (Hypersoft) - 159 Rnd.
12. Max Verstappen (Red Bull) +2.660 (Soft) - 187 Rnd.
13. Lance Stroll (Williams) +3.080 (Ultrasoft) - 67 Rnd.
So lief der siebte Testtag - jetzt noch einmal nachlesen in unserem Live-Ticker:

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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