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Formel 1: Ferrari-Stars üben Kritik

— 25.07.2016

Räikkönen lacht nur noch über Rennleitung

Inkonstante Entscheidungen und nicht nachvollziehbare Regelauslegung wirft Kimi Räikkönen den Regelhütern in Ungarn vor. Sebastian Vettel stimmt ihm zu.

Das Duell zwischen Max Verstappen und Kimi Räikkönen war mit Sicherheit das Spannendste im Ungarn GP. Am Ende behielt der junge Holländer dabei die Nase vorne – nachdem er sich zuvor mehrmals äußerst hart gegen Räikkönen verteidigt hatte, der sich bei einer dieser Aktionen in Kurve zwei auch den Frontflügel leicht ramponierte. „Mit dem kleinen Schaden, war es insbesondere in den letzten Kurven schwierig, ihm zu folgen, um so auf der Geraden eine Überholchance zu haben“, erklärte Räikkönen später.

Die Fans stehen in jedem Fall hinter Kimi Räikkönen

Viel mehr als das letztendliche Resultat ärgerte den Finnen jedoch, dass die Rennkommissare die Aktionen seines jungen Widersachers ohne Ahndung durchgehen ließen. Nach Räikkönens Meinung hatte Verstappen sich bei seiner Verteidigung über dem erlaubten Limit bewegt. “Zweimal war es meinem Gefühl nach nicht korrekt, was er getan hat. Zweimal hat seine Linie mehrfach geändert und so die Tür zugemacht. Ich hatte Glück, dass ich ihn knapp verfehlt habe“, sagte der Weltmeister von 2007 mit Blick auf das Duell und die Berührung. Dass die Rennleitung nicht eingriff – für Räikkönen völlig unverständlich.

„Wir haben unendlich viele Regeln und die Stewards entscheiden dann manchmal einfach sie anzuwenden – und manchmal eben nicht. Was sie und andere Entscheidungsträger hier machen, ist ein Witz“, polterte der Finne. Besonders in Ungarn sei die Inkonstanz der Regelhüter nicht zu übersehen gewesen, fand Räikkönen. Als Beispiele nannte er neben Verstappens hartem Einsteigen auch Rosbergs Pole-Runde unter gelben Flaggen oder die 107-%-Regel in der Qualifikation. „Bei den Leuten, die in Q1 ausgeschieden sind, wurde sie angewendet, beim Rest nicht. Wie kann man dieselbe Regel in derselben Session auf zwei unterschiedliche Arten anwenden?“, lachte der Ferrari-Pilot.

Sebastian Vettel zeigte Unverständnis für die Stewards

Zum Lachen sei die Angelegenheit aber eigentlich nicht, wie Räikkönen anfügte. „Denn so etwas sieht in der Außendarstellung ganz schlecht aus. Es versteht keiner, es ist nicht fair und es muss sich ändern“, forderte der 'Iceman'. Unterstützung erhielt Räikkönen bei seinen Einschätzungen von Teamkollege Sebastian Vettel. Dieser wiederrum bemängelte vor allem die Flaggen-Posse um Pole-Setter Rosberg. Ähnlich wie zuvor schon Lewis Hamilton, erklärte Vettel: „Das Problem dabei ist doch der Nachwuchs...“

„Nächste Woche steigt irgendwo ein Go-Kart-Rennen. Wenn dort einer abfliegt und es doppelt geschwenkte gelbe Flaggen gibt, denken die Kids jetzt, es ist ok nur kurz zu lupfen – weil es in der Formel 1 ja auch so ist. Das gefällt mir daran nicht“, sagte Vettel, der im konkreten Fall die durch modernste Technik möglich gemachte Unterteilung in noch kleinere Sektorenabschnitte kritisierte. „Früher gab es nur drei große Sektoren. In dem, wo gelb war, durfte man sich einfach nicht verbessern. So einfach.“ Vettel stellt klar: „Ich bin kein Freund davon, alles und jeden immer zu bestrafen, denn wir wollen ja auch Rennen fahren. Aber gestern war es einfach kein sehr gutes Beispiel.“

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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