Formel 1: Die besten Bilder aus Bahrain

Formel 1: Bilder - Bahrain Formel 1: Bilder - Bahrain Formel 1: Bilder - Bahrain

Formel 1: Ferrari unter Verdacht

— 15.04.2017

Vettels Unterboden im Visier

Die Technik-Tricks der Teams im Detail. Experte Paolo Filisetti erklärt für ABMS die Innovationen. Neu: Wirbel um Unterboden und Heckflügel am Ferrari.

Ferrari ist siegfähig - und schon gibt’s die ersten Verschwörungstheorien. AUTO BILD MOTORSPORT berichtete bereits während des China GP von entsprechenden Verdächtigungen. Die haben nun beim Rennwochenende in Bahrain noch einmal an Fahrt gewonnen.
Vettel zum Umterboden: "Gerüchte sind ein Kompliment"

Hintergrund: Der Ferrari scheint ein echter Allrounder zu sein. Er ist stark in schnellen Kurven, in langsamen Ecken mit guter Traktion ausgestattet und trotzdem schnell auf den Geraden. Der SF70-H bringt die Reifen sowohl bei heißen als auch bei kühleren Temperaturen ins richtige Arbeitsfenster. Red Bulls Daniel Ricciardo hat beobachtet: „Die Ferrari-Fahrer nutzen am Kurvenausgang noch nicht mal die ganze Strecke aus. Das heißt, die haben noch Reserven.“ Dazu kommt: Auch von verwirbelter Luft des Vordermanns scheint die Aerodynamik kaum gestört zu werden.

Die Gegner werden deshalb jetzt schon neidisch. In ihrem Fokus: der Unterboden. Der scheint direkt neben den Seitenkästen dreigeteilt zu sein und aus verschiedenen Schichten zu bestehen. Ein Bereich des Unterbodens scheint erhöht. Er soll Kanäle für Kühl- oder Getriebeflüssigkeit enthalten und damit eine innovative Neuerung darstellen.

Wichtiger noch: Schon in China war zu erkennen, wie sich der äußere Bereich, der durch einen Schlitz (2) vom Rest getrennt ist, bis zu 40 mm flatternd nach unten verformt und den unteren Bereich unterhalb des Autos so wie ein Siegel abdichtet. Durch diese Schürze wird die Wirkung des Diffusors verstärkt. Die FIA testet die Flexibilität des Unterbodens zwar in der Front und in einem Bereich direkt vor den Hinterrädern. Der Ferrari-Unterboden scheint sich indes etwa 20 Zentimeter weiter vorne zu verbiegen. Ein Trick, um den Test zu bestehen?

Im Visier der Gegner ist zudem der Heckflügel. Ferrari ist das einzige Team, dass zwei vertikale Stelzen nutzt, die den Luftstrom eigentlich stören. Ingenieure der Gegner vermuten deshalb, dass Ferrari die Heckflügel-Aufhängung so gebaut hat, um den Spoiler flexibler zu halten. Ferrari antwortet: Die Doppelstrebe spare Gewicht. 

Fakt ist: Ferrari ist kein Regelverstoß nachzuweisen. Dazu kommt: Bislang hat auch noch kein Team offiziell protestiert. Und: Die Techniker des Autobilweltverbands können ihre Testmethoden anpassen, sollten sie das für nötig halten. Auch das ist noch nicht passiert. Wahrscheinlich war Ferrari diesmal nur cleverer als alle anderen…

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Paolo Filisetti / Getty Images

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung