Ferrari

Formel 1: Ferrari verliert Technikchef

— 20.07.2016

Wann verliert Vettel die Lust?

Schon in Ungarn läuft Ferrari Gefahr, von Red Bull in der Konstrukteurswertung überholt zu werden. Und jetzt verlässt auch noch der Technikchef das Team.

Zwei Punkte aus den letzten zwei Rennen, zwei Getriebewechsel, keine Pace: Sebastian Vettels zweite Ferrari-Saison entwickelt sich für den Heppenheimer immer mehr zum Luxus-Albtraum. Auf WM-Rang fünf hat er bereits 70 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Nico Rosberg. Schlimmer aber: Der Trend geht nach unten. Und eine Lösung ist nicht in Sicht.

Stattdessen: Typisch italienische Unruhe bei der Scuderia. Immer wieder machen Gerüchte um eine Ablösung von Teamchef Maurizio Arrivabene die Runde, zuletzt fiel sogar wieder der Name Ross Brawn als Berater. Doch der Brite hatte bereits Ende 2014 abgesagt, als ihm eine hohe Position bei Ferrari angeboten wurde.

Nun ist auch Technikchef James Allison kurz vor dem Absprung. Dabei wird der Brite keineswegs gefeuert. Vielmehr will er selbst - nicht zuletzt nach einem heftigen Zerwürfnis mit FIAT–Präsident Sergio Marchionne, der sich immer wieder persönlich in strategische und technische Entscheidungen einmischt – zurück nach England. Anfang des Jahres war seine Frau gestorben. Allison will wieder mehr für die drei Kinder, die weiterhin im vereinigten Königreich leben, da sein. Nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT hat er längst lukrative Angebote von Renault, aber auch von McLaren.

Dazu kommt: Auch Vettel selbst wirkt auf der Strecke lustlos. Ungewöhnlich oft verliert er im Qualifying durch Fehler wichtige Zehntelsekunden. Im Regen von Silverstone kreiselte er kurz sogar von der Piste. In Interviews nach den Rennen gibt er sich kurz angebunden und bissig.

Sebastian Vettel fährt im zweiten Jahr für Ferrari. Es ist das schwierigere

„Ich habe das Gefühl, Seb wirkt gestresst“, sagt Red Bull-Teamchef Christian Horner, der von 2009 bis 2014 mit dem Hessen vier WM-Titel gewann. "Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass er sich wohlfühlen muss, um Leistung zu bringen. Und ich bin mir nicht sicher, ob der Druck von Sergio Marchionne ihm gefällt." In der Tat: Der Fiat-Präsident gilt als Alleinherrscher, der das Team schon mehrfach öffentlich zerpflückte. Horner weiter: „Ich kann mir vorstellen, dass Seb 2018 zu Mercedes wechselt, wenn es nicht endlich vorwärtsgeht bei Ferrari."

Vettel will – zumindest öffentlich – davon nichts wissen. Er stellt sich schützend vor seine Mannschaft: "Ich weiß, dass wir ein gutes Team haben, mit sehr kompetenten Leuten“, sagt er zu AUTO BILD MOTORSPORT. „Wenn man sich anschaut, wo wir vor zwei Jahren waren, haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht. Bei den gleichgebliebenen Regeln sind wir möglicherweise das Team, was sich mehr als die anderen verbessert hat."

Der Heppenheimer räumt indes ein: „Ich kann mehrere Fakten nennen, aber was zählt, ist das Ergebnis am Sonntag. Und da wissen wir, dass wir noch ein wenig zurückliegen. Wenn man das Team als Ganzes betrachtet, sind wir aber sehr stark und gehen den richtigen Weg und wir hoffen, dass wir bald die Lücke schließen können."

Nächster Anlauf: Der GP Ungarn am kommenden Wochenende.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: picture-alliance

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